Ganderkesee Der Wille ist da, einen Plan indes gibt es noch nicht: Politik und Verwaltung sind grundsätzlich bereit, dem um seinen Fortbestand kämpfenden Ganderkeseer Tennisverein (GTV) zu helfen – aber wohl kaum in dem Rahmen, den sich der Verein vorstellt. Das wurde am Mittwochabend im Ausschuss für Schulen, Jugend und Sport deutlich.

„Tennissport vorzuhalten ist auch ein Standortfaktor für die Gemeinde“, hob Bürgermeisterin Alice Gerken hervor. Bei der Unterstützung von Sportvereinen gebe es verschiedene Lösungswege, sagte sie. Auf ihren Vorschlag hin will der Ausschuss zunächst die GTV-Anlage am Schlutterweg, die der Verein nur noch bis Ende 2018 nutzen kann, in Augenschein nehmen, aber auch die Tennisplätze des TV Bookholzberg und des TC Rethorn besichtigen. Dies soll im Januar geschehen.

Für den GTV wird aber die Zeit knapp. Den Pachtvertrag hat Verpächter Carsten Weyhausen zum 31. Dezember 2018 gekündigt. Der Verein hatte über Jahre hohe Pachtrückstände angehäuft, über deren Ausgleich und künftige Modalitäten sich beide Seiten letztlich nicht einigen konnten. Weyhausen will das rund zwei Hektar große Gelände verkaufen – oder hat es schon verkauft.

Anfang Oktober hat der Tennisverein sich nach mehreren Vorgesprächen schriftlich mit konkreten Vorstellungen samt Kostenschätzung an die Gemeinde gewandt: Für insgesamt rund eine Million Euro möchte der GTV eine Tennishalle und ein Clubheim bauen sowie sechs Außenplätze anlegen. 200 000 Euro würden die Mitglieder aufbringen, 463 000 Euro wären durch einen Kredit zu decken. Vom Landkreis und dem Landessportbund erhofft sich der Verein jeweils 100 000 Euro – und 150 000 Euro von der Gemeinde.

Nicht nur Jens Volbert (Grüne) wies in der Ausschusssitzung auf die Richtlinie zur außerschulischen Sportförderung hin, die einen Zuschuss von maximal 50 000 Euro zulasse, und wünschte sich Verhältnismäßigkeit bei einer Unterstützung des GTV.  Volker Schmidt (Freie Wähler) äußerte „große Bauchschmerzen“ seiner Fraktion“ bei dieser Vorlage. Andererseits habe die Gemeinde bei Vereinsprojekten immer wieder „individuelle Lösungsmöglichkeiten“ gefunden, machte Marion Daniel (FDP) dem GTV Hoffnung.

„Ein tragfähiges Konzept und eine solide Finanzierung“ forderte CDU-Ratsherr Ralf Wessel ein. „Wir haben auch andere Vereine gefördert“, sagte er und bat um „Gleichbehandlung“ für den GTV. Auch Marcel Dönike (SPD) wünschte sich „konkretere Vorschläge“.

Dass Wessel als GTV-Aktiver an Vorgesprächen beteiligt war und der Verein auch schon die SPD kontaktiert hatte, stieß bei UWG-Sprecher Carsten Jesußek auf Kritik: „Der GTV hätte im Vorfeld alle Ratsmitglieder mitnehmen sollen“, sagte er. Das sei keine böse Absicht gewesen, versicherte der 2. Vorsitzende des GTV, Wiard Hafermann – „wir sind politische Amateure“. In der abschließenden Einwohnerfragestunde wertete er die Diskussion im Ausschuss als „Signal, dass wir wahrgenommen wurden.“

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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