Ganderkesee Eine Abstimmung über den Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Oldenburger Straße/Westtangente/Am Welsetal stand am Mittwochabend im Ausschuss für Straßen und Verkehr überhaupt nicht auf der Tagesordnung. Trotzdem sorgte das seit Langem diskutierte Vorhaben noch einmal für erhitzte Gemüter – insbesondere aufseiten der Kreisel-Befürworter.

Eigentlich hatte die Verwaltung nur – wie von der Politik zuvor in Auftrag gegeben – Alternativen zu einem Kreisverkehr darstellen wollen. Denn der Kreisel wäre inklusive Grunderwerb inzwischen deutlich teurer als zunächst angenommen: War lange Zeit von einer halben Million Euro die Rede gewesen, so kalkuliert die Verwaltung jetzt mit rund einer Million Euro. Die Hälfte hätte die Gemeinde zu tragen.

Doch weder ein überfahrbarer „Mini-Kreisel“ noch eine Ampelanlage wären am nördlichen Ende der Westtangente überhaupt realisierbar, wie die Verwaltung mitteilte. Ein überfahrbarer Kreisverkehrsplatz ist demnach außerhalb bebauter Gebiete nicht zulässig. Und eine Ampelkreuzung dürfe nur dort angeordnet werden, wo „besondere Umstände“ – etwa eine Unfallhäufung oder eine mangelnde Leistungsfähigkeit – gegeben seien. Beides ist laut Verwaltungsmitteilung an der Kreuzung Westtangente/Oldenburger Straße nicht gegeben.

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Diese Aussage wollte Christel Zießler so nicht akzeptieren. „Dort gab es schon Tote und Verletzte“, wetterte die SPD-Ratsfrau. Auch seien der Politik nie Zahlen vorgelegt worden. Sie habe den Verdacht, „dass der Kreisel mit allen Mitteln verhindert werden soll“, sagte Christel Zießler.

Tatsächlich bröckelt die Mehrheit für die Maßnahme schon seit längerer Zeit. So verwies jetzt etwa Günter Westermann (CDU) auf verschiedene Investitionen, die aus seiner Sicht dringender seien. Auch Marion Daniel (FDP) schrecken die inzwischen auf das Doppelte angewachsenen Kosten. „Wo soll das Geld herkommen?“, fragte sie. Nicht ohne Grund habe die Gemeinde gerade erst die Grundsteuer erhöht.

Den Hinweis Christel Zießlers, dass ja der Landkreis die Hälfte der Kosten für den Kreisel-Bau trage, konterte Arnold Hansen, Fraktionschef der Freien Wähler: „Der Landkreis sind doch wir!“ Die Kostenteilung laufe nach dem Prinzip „linke Tasche – rechte Tasche“. An Christel Zießler gewandt betonte er, „allergrößten Respekt“ vor ihren politischen Leistungen zu haben. „Aber ich glaube, beim Kreisel verrennst du dich.“ Hansen appellierte an die Ausschussmitglieder, die Planungen aufzugeben. Sein Wunsch: „Deckel drauf und zu.“

Unterstützung für den SPD-Antrag kam am Mittwochabend einzig aus den Reihen der Grünen. „Wir finden Kreisel grundsätzlich eine gute Lösung zur Verkehrsberuhigung“, sagte Fraktionsvorsitzender Dr. Volker Schulz-Berendt.

Seiner Ansicht nach hätte ein Kreisverkehr auch auf den innerörtlichen Verkehr eine verkehrsberuhigende Wirkung. Daher sei zu prüfen, „ob wir uns die Ausgabe leisten können“. Schulz-Berendt räumte jedoch ein, dass auch innerhalb der Grünen-Fraktion kein Konsens zum Bau des Kreisverkehrs bestehe.

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Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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