Ganderkesee Ganz überraschend war die Zusammenfassung von Katrin Gaida-Hespe nicht: „Wir sind weiblich dominiert“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde, die im Sozialausschuss am Donnerstag ihren Bericht für die Jahre 2017 bis 2019 gab. Dieses Verhältnis gelte zwar nicht in allen Bereichen der Gemeindeverwaltung, der Frauenanteil überwiege insgesamt aber deutlich. Von den 443 Verwaltungsangestellten in Ganderkesee sind demnach 80 Prozent weiblich und 66 Prozent in einer Teilzeitstelle. Das sei aber „nicht ungewöhnlich für eine Verwaltung“, wie Gaida-Hespe erklärte. Ganderkesee positioniert sich damit im landesweiten Mittel.

Besonders stark ist das Ungleichgewicht im sozialen und erzieherischen Dienst, wo 90 Prozent der insgesamt 209 Angestellten Frauen sind. „Wir können das auch nicht immer beeinflussen“, so die die Gleichstellungsbeauftragte, da es an männlichen Bewerbern fehle. Insgesamt seien diese Verhältnisse in den letzten zwei Jahren stabil geblieben.

Fast genau andersherum sieht die Verteilung der Geschlechter im Gemeinderat aus, wo Männer mit 72 Prozent die Mehrzahl stellen. „Das zeigt, dass Gleichstellung ein relevantes Thema ist“, sagte Gaida-Hespe, „es gibt noch Luft nach oben,“ Aber auch diese Zahlen seien im Vergleich mit anderen Kommunen üblich. Lediglich beim landesweiten Mentoringprogramm „Frau. Macht. Demokratie“, das den Frauenanteil in der Lokalpolitik fördern soll, fiel Ganderkesee im Gleichstellungsbericht durch, denn in der Gemeinde sei bislang keine einzige Partnerschaft zustande gekommen.

Insgesamt zeichne sich die Gemeinde durch hohe Familienfreundlichkeit aus, führte sie weiter aus. 1387 Kinderbetreuungsplätze wären ohne die Coronakrise verfügbar, dazu gebe es ein gutes Hort- und Schulangebot, aktive Jugendzentren oder Aktionen wie den Neubürgerempfang. Auch der für eine ländliche Gemeinde wichtige Bereich der Mobilität sei mit der ehrenamtlichen Seniorenbegleitung oder Angeboten wie dem Bürgerbus gut besetzt. Trotzdem möchte Gaida-Hespe die Attraktivität von Ganderkesee im Hinblick auf Gleichstellung zukünftig weiter erhöhen.

Arne Haschen Redakteur / Redaktion Norden
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