Ganderkesee Als Ursula von der Leyen, damals Bundesfamilienministerin, 2007 den massiven Ausbau von Kinderkrippen auf den Weg brachte, legte sie das Ziel bei 35 Prozent fest: Für diesen Anteil der Ein- und Zweijährigen im Lande sollte das Angebot ausreichen, damit sei der Rechtsanspruch der Eltern auf einen Krippenplatz zu erfüllen.

Es reicht aber längst nicht mehr, der Bedarf ist viel höher – auch in Ganderkesee: Hier sind es mittlerweile schon 51 Prozent der in Frage kommenden Familien, die einen Krippenplatz haben möchten. Das Angebot der Gemeinde jedoch reicht zurzeit nur für 47 Prozent. Und die Versorgungsquote, die von der Gemeinde zu erfüllen ist, um den Rechtsanspruch zu gewährleisten, wird weiter steigen: In wenigen Jahren werde sie in Ganderkesee bei 55 Prozent liegen, sagte Karen Becker, Leiterin des Fachdienstes Kindertagesstätten im Rathaus, am Donnerstagabend im Ausschuss für Soziales und Gesellschaft. „Um das aufzufangen, sind drei zusätzliche Krippengruppen nötig.“ Mittel für die Planung seien bereits im Nachtragshaushalt vorgesehen.

Schwierige Rechnung

In anderen Gemeinden kneift es sogar noch mehr: „In Sandkrug erreicht der Bedarf schon jetzt fast 70 Prozent“, hat der Erste Gemeinderat Rainer Lange vom Hatter Bürgermeister Christian Pundt erfahren. Lange sicherte dem Fachausschuss eine baldige Fortschreibung des Kindergartenbedarfsplanes zu. „Ich bin aber nicht sicher, dass er noch stimmt“, räumte er ein. Die Rechnung „Neubaugebiet gleich Krippen- und Kitaplätze“ gehe nicht mehr so einfach auf.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Gerade erst hat die Gemeinde zwei neue Tagesstätten gebaut und damit ihr Angebot um fast 120 Kita- und 60 Krippenplätze erweitert. Die Kita Bargup in Bookholzberg ist schon bezogen, das Gebäude an der Fritz-Reuter-Straße in Ganderkesee steht kurz vor der Fertigstellung. „Die nächste Planung“, so Rainer Lange, „müsste im Bereich Heide/Schönemoor entstehen“. Das sahen auch Ausschussmitglieder so: Timo Spille (CDU) wies darauf hin, „wie stark Heide gewachsen ist. Da müssen wir in den nächsten Jahren etwas tun.“ Heide sei mit Kita-Plätzen „ein bisschen stiefmütterlich“ versorgt worden, fand auch Thorsten Busch (UWG).

Nachmittag unbeliebt

Dr. Anika Hoffmann von den Grünen brachte noch ein weiteres Argument für den Ausbau der Kindertagesstätten ins Spiel: „Wann haben wir endlich so viele Kitas gebaut“, fragte sie in die Runde, „dass wir auf die unseligen Nachmittagsplätze verzichten können?“ Denn die Betreuung am Nachmittag ist für viele Familien nur eine Notlösung – oder gar keine Lösung. 21 Kita-Plätze in Nachmittagsgruppen sind derzeit nicht besetzt. Das trägt dazu bei, dass die Gemeinde beim Kindergartenangebot für Drei- bis Sechsjährige aktuell eine Überversorgungsquote von 103 Prozent erreicht. Aber die wird nicht von Dauer sein. „In der Anmeldesituation ist momentan unheimlich viel Bewegung drin“, betonte Karen Becker. „Und das bleibt so!“

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.