Ganderkesee 17 Millionen Menschen verloren ihr Leben, davon zwei Millionen allein in Deutschland, Hungersnöte und Wirtschaftskrisen waren die Folgen und die Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Geschichte, speziell die Entwicklung Deutschlands, waren verheerend: Der Erste Weltkrieg gilt als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Warum und wie es zum Krieg kam, wo und mit welchen Waffen gekämpft wurde, warum zuerst die Kriegsbegeisterung groß und dann das Entsetzen noch größer war – all das und viel mehr erklärt eine Ausstellung, die ab kommenden Montag im Lichthof des Ganderkeseer Rathauses zu sehen ist.

Eröffnung am Montag

Die Wanderausstellung „14/18 – mitten in Europa“ wird bis zum 2. November im Lichthof des Rathauses, Mühlenstraße 2-4 in Ganderkesee, gezeigt. Eröffnet wird sie am kommenden Montag, 15. Oktober, um 18 Uhr durch Bürgermeisterin Alice Gerken. VDK-Bildungsreferent Marco Wingert führt die Besucher in die Thematik ein.

Besucher des Rathauses können die Ausstellung während der Öffnungszeiten kostenfrei ansehen. Schulen haben die Möglichkeit, Gruppenbesichtigungen mit dem Rathaus zu vereinbaren. Alle Schulen in der Gemeinde wurden angeschrieben. Für Anmeldungen ist Meike Saalfeld im Rathaus unter Telefon   04222/44 610 zu erreichen.

Seit 2014, dem 100. Jahr nach Ausbruch des Krieges, wandert die vom Landesverband Niedersachsen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) konzipierte Ausstellung mit dem Titel „14/18 – mitten in Europa“ durch die Bundesrepublik. „Wir freuen uns, dass sie passend zum 100. Jahrestag des Kriegsendes nun in Ganderkesee angekommen ist“, sagte Meike Saalfeld, im Rathaus für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, am Mittwochnachmittag beim Aufbau der Stelltafeln mit zahlreichen Bildern, Tafeln und Texten.

Auch wenn der Erste Weltkrieg in der Wahrnehmung vieler Deutscher hinter dem noch viel schrecklicheren Zweiten Weltkrieg lange verblasste, sei das Interesse an der Ausstellung nach wie vor groß, sagt Marco Wingert, Bildungsreferent des VDK-Bezirksverbandes Weser-Ems. Bestseller wie Florian Illies’ „1913“ oder Fernsehformate wie die aktuelle Serie „Babylon Berlin“ hätten das Bewusstsein für die Bedeutung des Ersten Weltkrieges geschärft, glaubt er. Auch mit Blick auf die heutige Zeit: Grenzziehungen nach 1918, die jetzt noch für Konflikte sorgen, oder die Debatte um die deutsche Kriegsschuld, die immer mal wieder aufflammt, nennt Wingert als Beispiele, wie der Erste Weltkrieg 100 Jahre später noch nachwirkt.

Die Schautafeln zeigen Entwicklung und Folgen der vierjährigen Völkerschlacht, heben aber auch bestimmte Aspekte hervor – etwa den Einsatz neuartiger Waffen wie Gas, Panzer und Flugzeuge oder die Rolle jüdischer Soldaten in der deutschen Armee. Wie Politik und Gesellschaft in der Endphase des deutschen Kaiserreichs auf die Entwicklungen an den Fronten reagierten, ist ebenfalls ein Thema.

Auch für die Arbeit des Volksbundes ist der Erste Weltkrieg noch nicht abgeschlossen. „Immer noch werden Überreste von Soldaten gefunden“, sagt Wingert, zum Beispiel in den Bergen Südtirols oder in verschütteten Schützengräben in Belgien und Nordfrankreich. Anhand ihrer Soldatenmarken können manche Leichname sogar noch identifiziert werden. Bis heute werden Tote des Ersten Weltkrieges begraben.

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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