Ganderkesee /Delmenhorst Die Stärkung des Radverkehrs in der Region haben sich mehrere Fraktionen im Ganderkeseer Rat auf die Fahnen geschrieben – diverse Forderungen und Anträge in den vergangenen Monaten belegen das. Und die Politik belässt es nicht bei Lippenbekenntnissen, sondern will auch Geld dafür in die Hand nehmen: 200 000 Euro zusätzlich sollen für die Sanierung von Radwegen bereits im Haushalt 2020 ausgegeben werden. Ein entsprechender Antrag der SPD fand am Mittwochabend im Ausschuss für Straßen und Verkehr – ein wenig überraschend und spontan – eine knappe Mehrheit.

Die Verwaltung hatte die Notwendigkeit eines solchen Extra-Budgets noch bestritten: Die Mittel zur Unterhaltung der Fuß- und Radwege seien bereits in der Umlage für den Kommunalservice Nordwest enthalten, hatte sie argumentiert. „Das kann aber nicht allein der Bauhof leisten“, hielt unter anderem Christel Zießler (SPD) dagegen, „wir brauchen dafür Mittel im Haushalt.“

UWG-Fraktionschef Carsten Jesußek stieß ins gleiche Horn: „Wir müssen proaktiv unsere Radwege besser machen!“ Die Unabhängigen Wähler hatten im Vorfeld eine ganze Reihe an Radwegen im Gemeindegebiet aufgelistet, bei denen sie Verbesserungsbedarf sehen. Jesußek nannte am Mittwochabend beispielhaft den Abschnitt zwischen dem Elmeloher Kreisel und dem Ortseingang Schierbrok/Stenum.

Dass die Grünen den Antrag der SPD ebenfalls unterstützten, versteht sich von selbst – bei ihnen gehört die Förderung des Fahrradverkehrs schließlich zur politischen DNA. Entsprechend positioniert hatten sich ihre Ausschussmitglieder Michael Sorg und Jens Volbert am Mittwochabend auch schon beim vorigen Tagesordnungspunkt, als das Regionale Mobilitätskonzept Radverkehr des Kommunalverbundes Niedersachsen/Bremen von dessen Geschäftsführerin Susanne Krebser vorgestellt wurde. Das Konzept legt den Schwerpunkt auf Radschnellwege, insbesondere für Pendler. Besonders attraktiv erscheinen Verbindungen zwischen Delmenhorst und Bremen, aber auch aus der Gemeinde Ganderkesee nach Delmenhorst –  allein zwischen diesen beiden Kommunen gibt es laut Krebser täglich rund 8500 Pendlerbewegungen.

Für die Umsetzung des Konzeptes rechnet der Kommunalverbund mit einem Zeitrahmen von 15 Jahren. „So geduldig bin ich nicht“, wandte darauf Michael Sorg ein. Der Grünen-Ratsherr forderte, die Prioritätensetzung in der Verkehrspolitik zu verschieben – vom Auto zum Fahrrad. Dafür müsse Radfahren aber attraktiv und „komfortabel“ sein, sagte Sorg und verwies auf den Antrag der Grünen, im kommunalen Haushalt jährlich eine Million Euro für Klimaschutz fest einzuplanen: „In dieser Summe sehen wir auch den Ausbau der Radwege.“

Sorg trug später dazu bei, dass die Beschlussempfehlung, 200 000 Euro extra für Radwege im Haushalt 2020 vorzusehen, eine Mehrheit fand. Ob es dabei bleibt, sollte sich aber erst am Donnerstagabend entscheiden: Da stimmte der Aussschuss für Wirtschaft und Finanzen über alle Anträge zum Haushalt ab. Die NWZ wird dazu in der Sonnabendausgabe berichten.

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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