Landkreis Die Enttäuschung stand den Kandidaten von CDU und FDP ins Gesicht geschrieben: „Ich habe fest daran geglaubt, dass wir es schaffen werden“, sagte Karl-Heinz Bley, CDU-Kandidat im Wahlkreis 66 (Cloppenburg-Nord), zu dem auch Wildeshausen und Großenkneten gehören. Wie Ansgar Focke (CDU) im Wahlkreis 64 (Oldenburg-Land) erreichte der Handwerksmeister zwar den direkten Einzug ins Leineschloss. Doch er weiß: „Wenn man für seine Region etwas erreichen will, ist das als Regierungspartei leichter.“

Flauger chancenlos

Weniger Abgeordnete als 2008 werden die Region im Landtag vertreten: Bley, Focke, Christian Dürr (FDP) und Renate Geuter (SPD) aus Friesoythe. Kreszentia Flauger (Linke) aus Wildeshausen war im Wahlkreis 66 chancenlos. Und auch Axel Brammer, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Oldenburg-Land, verpasste auf Platz 27 der Landesliste den Sprung ins Parlament. „Ich bin allerdings erster Nachrücker meiner Partei“, hofft der Kirchhatter auf ein Comeback im Lauf der Legislaturperiode . Die deutliche Niederlage gegen seinen CDU-Kontrahenten Ansgar Focke (Ganderkesee) führte er unter anderem auf eine Anzeigenkampagne der Union zurück. Für die SPD würden Olaf Lies (Sande) und Johanne Modder (Bunde) die Interesses des Landkreises vertreten, sagte Brammer der NWZ .

Zurück im Landtag ist Hans-Joachim Janßen aus Jade (Wesermarsch), Direktkandidat der Grünen im Wahlkreis 66. Janßen, der schon von 2003 bis 2008 im Landtag saß, war auf Platz 10 der Grünen-Landesliste abgesichert. In „Oldenburg-Land“ trat Birte Wachtendorf aus Hude für die Grünen an. Sie holte beachtliche 13,7 % (2008: 7,7) der Erststimmen und 16,0 % (2008: 8,3) der Zweitstimmen. Als Grund für das gute Abschneiden führte Janßen die große Unzufriedenheit mit der aktuellen Agrarpolitik an.

Dürr analysiert nüchtern

Die NWZ  hat einmal nachgerechnet: Falls es einen gemeinsamen Wahlkreis für den Landkreis Oldenburg geben würde, hätte die CDU mit 34,4 Prozent die Nase vorn; die SPD käme auf 28 % und die Grünen mit 15,5 % auf Platz 3 (siehe Grafik).

Einen Wahlabend zwischen Euphorie und Enttäuschung erlebte Christian Dürr (FDP) aus Ganderkesee: „So ist es leider“, kommentierte er am Montag nüchtern den Ausgang der Wahl. Für Dürr könnte der Wechsel persönliche Folgen haben: Nicht ausgeschlossen, dass er den Vorsitz der FDP-Landtagsfraktion an Umweltminister Stefan Birkner abtreten wird. „Diese Debatte werden wir in den nächsten Tagen intern führen.“ Die Zweitstimmen-Kampagne habe „gut geklappt“: Mit 14,1 % (2008: 11,3%) hat die FDP ihr Ergebnis im Wahlkreis 64 deutlich verbessert. Der Kreis bleibe eine „FDP-Hochburg“, so FDP-Kreischef Niels-Christian Heins.

In Wildeshausen konnte sich Bley auf seine Wähler verlassen: Der CDU-Politiker erhielt hier 45,56 % (minus 2,05) der Erststimmen. Renate Geuter kam auf 29,94 % (plus 2,40). Sein bestes Erststimmenergebnis (52,8 %) erhielt Bley im DRK-Haus. Geuter war im Gildehaus am Krandel stark (38,4 %). Die FDP legte bei den Zweitstimmen um 2,75 Punkte zu auf 14,57 %. „Offenbar sind die Leute mit unserer Arbeit zufrieden. Wir bolzen im Rat nicht rum“, so Ratsherr Helmut Müller.

Hoch zufrieden mit dem Ergebnis zeigte sich der Wildeshauser SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Harms. Renate Geuter habe einen „fairen Wahlkampf“ gemacht. Wolfgang Sasse, CDU-Stadtverbandchef, wies auf die diversen Wahlversprechen hin: „Nun muss Rot/Grün zeigen, wie ernst sie es mit der Schulsozialarbeit meinen.“


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-land 
Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.