Wildeshausen Es ist offenbar das Sommerthema 2013 in Wildeshausen: die erst vor kurzem erlassene Satzung zur Nutzung der Burgwiese. Dabei ist die Spannbreite in der aktuellen politischen Diskussion groß. Der Kreisverband Die Linke fordert eine Ausweitung der Nutzung, SPD-Ratsherr Karl Schulze-Temming-Hanhoff hält die Satzung im Grundsatz für richtig, „aber etwas überzogen“, und UWG-Fraktionschef Rainer Kolloge rät dazu, erst die weitere Entwicklung abzuwarten. Er lehnt die von Linken und Grünen gestartete Unterschriftensammlung als „blanken Populismus“ ab.

Spielplatz überaltert

Peter Gruschke vom Linke-Kreisverband sieht die Burgberg-Satzung als eine Ansammlung von Verboten an, „die entweder unnötig oder unnütz sind“. Linke-Ratsfrau Kreszentia Flauger betont das „lebendige, bürgerfreundliche Wildeshausen mit kultureller Vielfalt“. Dazu brauche es öffentliche Räume, die auf viele Arten und spontan genutzt werden können. Die Nutzung dieses Areals sollte zukünftig ausgeweitet werden, so der Linke-Kreisverband. Als Beispiel wird der Mehrgenerationenpark in Goldenstedt genannt, in dem Alt und Jung an Spiel- und Trimmgeräten ihre Freude haben. Der bisherige Spielplatz sei „völlig überaltert und wenig attraktiv“. Die Linke fordert eine rasche Revidierung der Ratsentscheidung und die Abschaffung der Burgberg-Satzung. Daher unterstützt sie das jetzt angelaufene Bürgerbegehren, das diese Satzung kippen möchte und hofft dafür auf viele Unterschriften.

Erfahrungen sammeln

Ratsherr Temming-Hanhoff und UWG-Fraktionschef Rainer Kolloge sehen die Satzung für den Burgberg als erforderlich an, um bei vorhandenen Missständen eingreifen zu können. Dass es sie gibt, steht für beide außer Frage. Temming-Hanhoff hat am Freitag Bilder von Müllhaufen am Teich und beim Springbrunnen gemacht. Um für den Sommer überhaupt noch eine Satzung auf den Weg zu bringen, habe sich der Rat für diese Version entschieden, so das Mitglied der SPD-Fraktion. Es sei allerdings völlig untergegangen, dass der Rat ebenso beschlossen habe, die Satzung bei nächster Gelegenheit zu überarbeiten und dabei gesammelte Erfahrungen einzuarbeiten, bedauert er.

Gegen Bürgerbegehren

Auch UWG-Mann Rainer Kolloge betont die Diskussionsbereitschaft des Rates: „Die Satzung ist nicht in Stein gemeißelt“, sagte er. „Was verboten ist, sind doch Selbstverständlichkeiten“, verweist er auf den Inhalt der Satzung, die unter www.wildeshausen.de oder im Bekanntmachungskasten der Stadt nachgelesen werden kann. Der Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren kann er wenig abgewinnen. „Erst einmal informieren und sich an den Rat wenden: Das ist der richtige Weg.“ Er betonte, dass es Konsens im Rat sei, die Satzung mit Augenmaß anzuwenden.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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