Es vergeht fast keine Woche, wo der Name Otto Sackmann (72) nicht in der Zeitung steht. Seit über 40 Jahren ist er politisch aktiv, und davon ist er seit über 20 Jahren im Rat der Gemeinde Ganderkesee und seit acht Jahren im Kreistag. Er selbst bezeichnet sich nicht als Politiker, sondern als Bürgervertreter. Bei einer seiner ersten Ratssitzungen meinte ein Fraktionskollege: „Jetzt musst Du den Finger heben.“ – „Das weiß ich selbst, wann ich meinen Finger hebe!“, antwortete Sackmann.

Um seine Ziele zu erreichen, hat er schon mehrfach die Parteien und Fraktionen gewechselt. Derzeit bildet er mit Christian Marbach die „UWG/Marbach-Fraktion“ im Rat. Die politische Arbeit mache viel Spaß. „In meinem gesamten Leben war es nie langweilig“, sagt er.

Geboren ist Otto Sackmann in der Nähe von Lodz (Polen), wohin seine Eltern 1941 umgesiedelt wurden. Doch schon vier Jahre später flüchtete seine Mutter mit den zwei Kindern und seiner Großmutter. Sein Vater war zu der Zeit in holländischer Gefangenschaft. In Anderlingen im Landkreis Rotenburg/Wümme fanden sie ihre neue Heimat. Da in Maschen (bei Hamburg) ein Verwandter wohnte, bauten sie ihre Wohnung (eine Baracke) in Anderlingen ab und 1952 in Maschen wieder auf. Sein Taschengeld musste sich der kleine Otto selbst verdienen. So half er seinem Nachbarn, einem Gemüsehändler. Hier durfte er mit 13 Jahren schon dessen kleines Auto, einen Dreiradlieferwagen, fahren. Natürlich hatte er zu der Zeit noch keinen Führerschein. Die Dorfpolizisten drückten damals ein Auge zu.

Nach seinem Hauptschulabschluss und einem Jahr auf der Handelsschule machte er als Jungwerker seine Ausbildung bei der Deutschen Bundesbahn. Als Jahrgangsbester genoss Otto Sackmann noch eine extra Ausbildung zum Betriebswirt. Nicht nur die Bahn, auch die Bundeswehr wollte nicht auf seine Dienste verzichten. Nachdem er 1963 eingezogen wurde, merkten die Verantwortlichen der Bundeswehr schnell: Diesen Mann können wir gebrauchen. Das Angebot war so verlockend, dass Otto für die Karriere bei der Bundeswehr seinen Beamtenstatus bei der Bahn aufgab. Er wurde in die Caspari-Kaserne nach Delmenhorst versetzt und hatte sich Bookholzberg als Wohnort ausgesucht.

Im Freizeitheim Hohenböken hatte er kurz vor Jahreswechsel 1964/1965 seine Hanna kennengelernt. Otto Sackmann war schon immer ein Mann der Tat. 1966 heiratete er seine Hanna und da war sein eigenes Haus in Bookholzberg schon fertig. Von 1981 bis 1985 mussten Otto, Hanna und ihre vier Kinder dieses Haus verlassen, denn Otto Sackmann war als Kompaniefeldwebel nach Budel in Holland versetzt worden. „Dort haben uns das Land und vor allen Dingen die Menschen sehr gut gefallen“, schwärmt er noch.

Wieder zurück in der Cas­pari-Kaserne ging Otto Sackmann 1990 aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Er war ein begeisterter Fußballer und engagierte sich außerdem als Trainer und Schiedsrichter beim BTB (Bookholzberger Turnerbund). Mit 15 Jahren entdeckte der junge Otto Sackmann die Kirche und den Glauben für sich. Die Bibel ist seitdem immer ein treuer Begleiter. „Der Glaube bedeutet mir sehr viel“, erzählt Otto Sackmann mir. Viele Jahre war er im Kirchenrat in Bookholzberg, im Kreiskirchenrat und leitet heute in der Ev.-Kirche in Bookholzberg den Bibelkreis. Otto Sackmann hat für seine Mitbürger immer ein offenes Ohr. „Wenn mich Bürger anrufen, gehe ich der Sache nach!“ Das gilt auch für Spätaussiedler. Seit 20 Jahren steht er Hilfesuchenden aktiv und beratend zur Seite.

Otto Sackmann,Ratsherr aus Bockholzberg

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