Aschenstedt Vor fast genau 39 Jahren, am 28. Januar 1981, titelte die Nordwest-Zeitung „Dötlinger protestierten gegen Pläne der Bahn“. Der Protest ist möglicherweise nicht mehr so laut. Mit den letztlich umgesetzten Plänen können sich viele Dötlinger aber nach wie vor nicht anfreunden: die Stilllegung der „Bahnhaltestelle Dötlingen“ in Aschenstedt. Durch einen Antrag der Grünen-Fraktion ist das Thema Reaktivierung während der Bauausschusssitzung im Neerstedter Rathaus jetzt wieder auf den Tisch gekommen.

Ablehnung in 2015

„Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt, dass sich der Bürgermeister in der Arbeitsgruppe des Landkreises zur Entwicklung eines ÖPNV-Konzeptes dafür einsetzt, dass der Bahnhaltepunkt Aschenstedt reaktiviert wird“, hatte es die Fraktion im Antrag im Oktober formuliert.

CDU-Frau Beate Wilke, die den Ausschuss stellvertretend leitete, verwies auf die Kosten. Bauamtsleiter Uwe Kläner fand dafür klare Worte: „Wir würden auf den Kosten sitzen bleiben.“ Aus der Diskussion ging hervor, dass es derzeit eher trübe Aussichten auf eventuelle Fördermittel gibt. Kläner erinnerte daran, dass sich die geschätzten Kosten auf etwa 600 000 Euro, aufgeteilt für Bund, Bahn und Kommune, belaufen – vor zehn Jahren. Mittlerweile dürfe es mehr sein. „Das wäre ein tüchtiger Schluck aus unserer Pulle“, fand Anke Spille (CDU). „Und: Wo sollen die Leute parken?“ „Die Parkplätze wären das Geringste“, entgegnete Kläner und versicherte: „Wir wollen an dem Thema dran bleiben.“ Dem stimmte Rudi Zingler (SPD) zu: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ Der Antrag fand dann auch bei den weiteren Mitgliedern Anklang: Einstimmig wurde dem Beschlussvorschlag zugestimmt, dass die Gemeinde alle Bemühungen im Rahmen der AG „Mobilität im ländlichen Raum“ des Landkreises Oldenburg unterstützt, den Haltepunkt Aschenstedt zu reaktivieren.

Bürgermeister Ralf Spille gab einen Rückblick auf die Jahre 2014/2015. Damals hatte die Gemeinde Dötlingen durch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) prüfen lassen, ob eine Reaktivierung der Haltestelle möglich wäre. Es gab eine Absage. Die Gründe: Im Radius von 1,5 Kilometern müssen mehr als 2000 Einwohner leben – dies war nicht gegeben. Die Anschlüsse in den Knotenbahnhöfen seien dadurch gefährdet und die „fahrplantechnische Machbarkeit“ nicht gegeben.

Resolution 1981

Schon 1981 hatte sich starker Widerstand im Gemeinderat geregt, als die bevorstehende Stilllegung der Haltestelle bekannt wurde. In einer Resolution bezeichneten die Mitglieder die Aufhebung als unverantwortlich. Vor zehn Jahren formierte sich eine Bürgerinitiative: Mit mehr als 1500 Unterschriften und Unterstützung seitens der Politik hoffte man, die Reaktivierung der Haltestelle erwirken zu können – doch auch dieses Vorhaben scheiterte.

Grünen-Fraktionsvorsitzende Gabriele Roggenthien gab sich während der Sitzung optimistisch, dass der nächste Anlauf gelingen könnte: „Vielleicht steigen ja die Chancen unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes.“

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Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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