Aldrup Die Diskussion läuft bereits seit Jahren: Zwei Windkraftanlagen in der Wildeshauser Bauerschaft Aldrup, gut 100 Meter hoch und über 20 Jahre alt, sollen durch zwei neue, knapp 200 Meter hohe Bauwerke ersetzt werden. Das Projekt liegt auf Eis. Jetzt beantragt die UWG-Ratsfraktion die Wiederaufnahme der Planungen des Investors JWP (Jade Windpark Aldrup GmbH und Co. KG) auf den Flächen der Familien Rüdebusch und Brinkmann.

Die Vorgeschichte

Die Stadt hatte den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 2a „Neuaufstellung Windpark Aldrup“ überarbeitet und im Bauausschuss am 19. April 2018 erneut vorgestellt. Thomas Aufleger vom Planungsbüro NWP berichtete dort, dass lediglich die Gutachten zu Schall und Schattenwurf aktualisiert wurden. Zudem stellte er fest, dass sich die betroffenen Unternehmen „Agrarfrost“ (Stöver) und Rüdebusch/Brinkmann abgestimmt hätten. Die Investoren schlossen den Rechtsweg nicht aus, wenn ihnen das gesetzlich vorgesehene „Repowering“ verwehrt werde.

So entschied die Politik

Auf Antrag von SPD und CDU wurde der Beschlussvorschlag neu formuliert. In nicht-öffentlicher Sitzung entschied der Verwaltungsausschuss (VA) im Oktober die Einstellung des Verfahrens. Vertreter beider Parteien hatten im Vorfeld argumentiert, dass die Entwicklungsmöglichkeiten der Firma „Agrarfrost“ in Aldrup nicht behindert werden dürften.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Was will die UWG?

Nach dem Willen der UWG soll der Rat den VA-Beschluss aufheben. Die vom Antragsteller vorgelegte genehmigungsfähige Planung zum „Repowering“ der zwei Windkraftanlagen soll fortgeführt und positiv zum Abschluss gebracht werden. Die Bauplanung soll angepasst werden. UWG-Ratsherr Hermann Hitz weist in seinem Antrag darauf hin, dass sich „Agrarfrost“ und die Flächeneigentümer Rüdebusch/Brinkmann weitgehend einig waren. Es gebe keine Nutzungskonflikte durch das Repowering-Vorhaben. Auch die Abstände der Windräder zu den Wohngebieten – mehr als 1000 Meter – sind aus Sicht der UWG unproblematisch. Hitz wies darauf hin, dass die „seit dem Jahr 2000 über einen B-Plan ausgewiesene Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets um etwa zehn Hektar bisher ungenutzt ist und durch Agrarfrost für seine avisierte Entwicklungsperspektive zur Verfügung stehen würde“. Neben dem „Windpark Glane“, für den zurzeit das Bauleitverfahren läuft, wurde der „Windpark Aldrup“ in der Bauleitplanung der Stadt für den Bereich Windenergie ausdrücklich ausgewiesen, führt Hitz weiter an.

Und der Klimaschutz?

Der Austausch der beiden Altanlagen in Aldrup würde einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, erklärt Hitz. „Aufgrund der Verzehnfachung der erzeugten Energiemenge würde sich die jährliche CO2-Einsparung um circa 15 000 Tonnen erhöhen.“

Wie Stadtsprecher Hans Ufferfilge auf NWZ-Anfrage sagte, kann nach einer Sechs-Monats-Frist ein Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt werden. Die Verwaltung prüfe nun, wie mit dem UWG-Antrag zu verfahren ist.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.