Wildeshausen Farbe bekennen gegen Rassismus will der Präventionsrat der Kreisstadt Wildeshausen – in diesem Fall in einem hell leuchtenden Grün. Diese Farbe haben nämlich die Funktionsshirts, mit denen zehn Wildeshauser Läuferinnen und Läufer beim 24-Stunden-Burginsellauf in Delmenhorst (22. bis 23. Juni) an den Start gehen werden. „Oftmals wird die Arbeit des Präventionsrates nicht wahrgenommen. Das wollen wir mit unserem Projekt ändern“, erklärt Martin Klinger (Polizeiprävention), der als einer von zehn Läufern von „Integration läuft“ teilnehmen wird.

Mit ihrem sportlichen Einsatz wollen die Teilnehmer ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen. Gemeinsam mit Julia Gunder von der Diakonie, die ebenfalls mitlaufen wird, wurden geeignete Kandidaten gesucht – und gefunden. Seit April befinden sich die acht Läufer zwischen 18 und 44 Jahren aus Afghanistan, Syrien und China im Training. „Auch wenn es nicht um den ersten Platz geht, ist eine richtige Vorbereitung wichtig“, sagt Bürgermeister Jens Kuraschinski, Vorsitzender des Präventionsrates.

Ermöglicht wurde die Teilnahme durch den Präventionsrat und mit Fördergeldern des Landessportbundes Niedersachsen, die Mareike Appel vom Kreissportbund beantragt hatte. Ralph Meyer von der Flüchtlingshilfe bei den Maltesern kümmert sich um die Unterbringung und Betreuung der Läufer während des 24-stündigen Laufes. Die Teams bestehen jeweils aus sieben Läufern und drei Läuferinnen. Wie bei einem Staffellauf ist immer eines der Mitglieder auf der Strecke.

Durch das Projekt „Integration läuft“ sind die Teilnehmer erstmals aufeinandergetroffen. Dennoch handele es sich um eine homogene Truppe, erklärt Klinger: „Wir haben hier so nette Menschen kennengelernt, die sich mit viel Power integrieren wollen.“ Für den Afghanen Omari Qaisidin (20), der als Fußballer und Volleyballer topfit ist, gehe es beim Lauf darum, Spaß zu haben und zu zeigen, dass Integration gelingen kann. Frishta Soroush hat den Wunsch, anderen Menschen zu helfen. „Ich habe selbst nicht viel Geld, deshalb ist das der einzige Weg für mich“, sagt die 27-jährige Afghanin. Durch die Einnahmen aus dem Lauf würden mehrere soziale Projekte unterstützt.

„Dabei sein ist alles“, sagt Kuraschinski. Mit ihren durch die Unterstützung von Beverley Sasse, Inhaberin eines Sportartikelgeschäftes, angeschafften auffälligen Trikots hoffen die Wildeshauser auf einen Titel – wenn auch nicht sportlich. Das Team mit dem originellsten Laufdress gewinnt einen Extrapreis.

Arne Jürgens Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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