Wildeshausen /Oldenburg „Unfassbar“, wird sich so mancher Fußballinteressierte gedacht haben, der sich am Freitagabend über das Endergebnis der Bezirksligakicker des VfL Wildeshausen informierte. Der Tabellenführer hatte nämlich bei Aufsteiger TuS Eversten ein völlig unerwartetes 1:3 (0:0) kassiert. Und auch, wenn Wildeshausens Coach Marcel Bragula und sein Assistent Patrick Meyer die unerwartete zweite Saisonniederlage da bereits aufgearbeitet hatten, war am Sonntag noch einiges an Enttäuschung beim VfL-Trainer rauszuhören: „Das war das schlechteste Spiel von uns seit Jahren“, sagte Bragula.

Zum einen waren das die Zustände auf der Anlage der Turn- und Sportfreunde Eversten. „Der Platz glich einer Motocross-Rennbahn“, sagte Bragula. Auf dem Grün sollen unter anderem auch Sand und Ruckel gefunden worden sein. Ein gutes Fußballspiel sei nicht möglich gewesen. Zum anderen wussten die VfL-Kicker die vorgefundenen Gegebenheiten nicht anzunehmen: „Wie gegen Abbehausen hadern wir, statt uns auf unsere Tugenden zu beschränken. Da ist das A und O, Zweikämpfe anzunehmen.“ Außerdem sei das Zentrum ein „Totalausfall“ gewesen.

Herausnehmen aus der Generalkritik wollte Bragula lediglich Thorben Schütte und Maximilian Seidel. „Sie haben ihre Leistung gebracht – von allen anderen war es eine Nicht-Leistung“, fügte Wildeshausens Coach an.

Dennoch ging der Spitzenreiter in der 52. Minute durch ein „wunderschönes Tor“ in Führung: Dabei hatte Seidel erst seinen Gegenspieler ausgetanzt, dann mit dem linken Fuß einen unhaltbaren Schuss aus 20 Metern abgefeuert.

Umso erstaunlicher war es, dass die Wildeshauser danach genau die Eigenschaft vermissen ließen, die sie sonst in der Vergangenheit so ausgezeichnet hatte: Abgezocktheit. „Es war keine Aggressivität zu erkennen. Da muss man sich durchbeißen und das 1:0 über die Zeit bringen.“

So brachten zwei Standardsituationen das Unheil über den Klassenprimus. Erst köpfte Rene Auen das 1:0 (80. Minute) für den Tabellen-14., dann traf Hendrik Detmers kurz danach (84.) nach dem gleichen Muster. „Eversten hat gefightet und seine Größe bei Standards ausgespielt“, hielt Bragula fest. Das 3:1 gelang Benedikt Determann in der Schlussminute.

Niklas Grönitz Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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