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Wildeshausen /Hude /Kirchhatten Seit zweieinhalb Wochen bereits dürfen die Tennisspieler im Landkreis wieder ihrem Hobby nachgehen und auf den Plätzen trainieren. Im Hinblick auf die neue Punktspielsaison, die am 13./14. Juni beginnen soll, hat der Tennisverband Niedersachsen-Bremen (TNB) jetzt einen Fünf-Punkte-Plan vorgestellt. Demnach werde es auch in diesem Sommer Punktspiele für Damen, Herren, Altersklassen und Jugend geben.

Dies hat das Präsidium gemeinsam mit dem Verbandsbeirat und unter Einbeziehung der Sportwarte der zwölf Regionen im TNB einstimmig beschlossen. Damit ist Tennis auf Amateurebene die erste Sportart, die trotz der Corona-Krise mit dem Ligabetrieb startet. Allerdings dürfte es eine Saison werden, die deutlich anders als gewohnt über die Bühne gehen wird. Größter Einschnitt: Der Verband wird die Serie 2020 als Übergangssaison werten, in der es keine Auf- und Absteiger gibt. Ob in den Punktspielen Doppel ausgetragen werden, bleibt offen.

Fünf-Punkte-Plan des Tennisverbandes Niedersachsen-Bremen

Die Punktspielserie 2020 wird als Übergangssaison gewertet. Es wird keine Auf- und Absteiger geben. Nur wenn im Sommer 2021 in der nächsthöheren Spielklasse ein Staffelplatz frei ist und die geographischen Umstände passen, ist ein Aufstieg möglich. Die erspielten Ergebnisse werden aber uneingeschränkt für die Ranglisten und Leistungsklassen gewertet.

Mannschaften können sich bis zum 1. Juni ohne Ordnungsgeld vom Punktspielbetrieb abmelden. Wenn eine Mannschaft später zurückzieht, werden 50 Prozent des regulär festgelegten Ordnungsgeldes erhoben. Die Mannschaften behalten auch bei einem Rückzug ihren Platz in der aktuellen Spielklasse. Die Höhe der Mannschaftsmeldegebühren bleiben zu 100 Prozent bestehen. Ziel sei es, die derzeitigen Staffeln und den Spielplan zu erhalten.

Für die Doppel wird eine Situationsanalyse bis spätestens zum 7. Juni durchgeführt. Dann wird final entschieden, ob mit oder ohne Doppel in die Saison gestartet wird. Nach derzeitigem Stand werden die Punktspiele voraussichtlich ohne Doppel gespielt. Sollte im Laufe der Saison die Abstandsregel geändert oder aufgehoben werden, werden Doppel in Abstimmung mit den Sportwarten der Regionen und durch Beschluss des Präsidiums zugelassen.

Namentliche Nachmeldungen sind bis zum 5. Juni erlaubt. Es ist kein Lizenzwechsel (Spielen für einen anderen Verein) möglich.

Ein spezielles Hygienekonzept wurde ausgearbeitet und veröffentlich. Die Vereine müssen demnach einen Corona-Beauftragten benennen, der die Einhaltung der Vorschriften überwacht. Auch die Wettspielordnung des Tennisverbandes wird partiell angepasst, um eine ordnungsgemäße Durchführung der Übergangssaison unter den im Fünf-Punkte-Plan genannten Kriterien zu gewährleisten.

6 500 Mannschaften

„Wir haben alle Optionen geprüft und bewertet“, erklärt TNB-Präsident Raik Packeiser. „Die dynamische Situation macht es nicht möglich, allen Wünschen und Interessen der 6 500 Mannschaften im TNB gerecht zu werden. Dessen sind wir uns bewusst. Aber wir haben sportliche, gesundheitliche, organisatorische, wirtschaftliche und auch juristische Gegebenheiten synchronisiert und immer das Ziel gehabt, eine Entscheidung zu treffen, die von Solidarität und Service für die Vereine geprägt ist“, führt Packeiser aus.

Bei den Tennisvereinen im Landkreis Oldenburg sorgt die Entscheidung eher für geteilte Meinungen – wenngleich bei Christian Seidl, Abteilungsleiter der TSG Hatten-Sandkrug, ganz klar die Vorfreude überwiegt: „Wir haben doch alle so lange darauf hingefiebert, endlich wieder Tennis zu spielen. Deswegen ist auch unter den gegebenen Umständen ein gewisser Anreiz da“, betont Seidl, der gleichzeitig Mannschaftsführer der in der Landesliga spielenden Herren-40-Truppe ist. „Es geht doch in erster Linie darum, Tennis zu spielen und Spaß an seinem Hobby zu haben. Deswegen blicken wird der Saison positiv entgegen“, so der Kirchhatter.

„Es fehlt der Reiz“

Zumindest in diesem Punkt stimmt ihm Jochen Koberg, Vorsitzender des Huder TV, zu. „Diplomatisch gesprochen ist es eine Mittelweg, der durchaus nachvollziehbar ist, weil man spielen kann – und das ist ja schon mal besser als gar nichts“, findet der Huder. Allerdings werde der Saison und somit jedem Punktspiel durch fehlende Auf- und Absteiger auch der Charakter genommen. „Es fehlt der Reiz“, sagt Koberg. „Entweder spielt man mit Wertung oder gar nicht. So ist es doch weder Fisch noch Fleisch.“ Zudem würden Mannschaften, die das Potenzial für einen Aufstieg haben, durch die Regelung benachteiligt. Koberg: „Sicherlich haben wir alle in dieser Zeit ganz andere Sorgen. Doch gerade mit unseren Herren 30 wollten wir schon ganz klar aufsteigen, zumal es auch aufgrund der personellen Besetzung zwingend wäre, den nächsten Schritt zu machen.“

Das Thema würde auch innerhalb des Vereins für Gesprächsstoff sorgen – und zu ersten Abmeldungen vom Spielbetrieb führen. Beim Huder TV würden laut Koberg auf jeden Fall eine Herren-30-Mannschaft sowie das Team der Damen 50 zurückgezogen. Gerade die Huderinnen, die in der Nordliga aufschlagen, sind seit Jahren ein Aushängeschild des Vereins. „Ebenso werden wir einige Jugendteams abmelden“, informiert Koberg, stellt aber ebenso klar: „Einige Spieler sind trotzdem ganz heiß drauf, zu spielen.“

Eine interessante Tendenz gebe es derweil in Kirchhatten, hat Christian Seidl beobachtet: „Stand jetzt werden wir keine Mannschaft abmelden – im Gegenteil: Es kommt wahrscheinlich sogar noch eine hinzu.“ Er hofft, dass er zu den insgesamt bestehenden 15 Teams noch eine weitere Mannschaft in der Altersklasse Herren 40 nachmelden kann. Für die Jugendlichen sieht Seidl die Saison ohne Wertung sogar als Chance: „Die Nachwuchsspieler können Erfahrungen sammeln.“

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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