Wildeshausen Kurt Rietenbach, Vorsitzender des Jugendausschusses im Fußball-Bezirk Weser-Ems, sowie Fair-Play-Cup-Referent Berthold Wesseler staunten am Samstagnachmittag nicht schlecht, als sie sich im Vereinsheim des VfL Wildeshausen genauer umschauten. Dort zeigte ihnen Matthias Ruhle, Trainer der VfL-B-Junioren, die so genannte „Hall of fame“. Urkunde reihte sich an Urkunde – doch präsentierte der Coach den beiden Fußball-Funktionären in diesem Moment nicht die Auszeichnungen für errungene Meister- oder Pokaltitel. Es waren die zahlreichen Urkunden der Fair-Play-Wettbewerbe, die von Wildeshauser Fußballteams in der Vergangenheit gewonnen worden waren.

Eine weitere Auszeichnung ist nun sogar noch dazugekommen, denn Rietenbach und Wesseler waren nicht nur zum Staunen ins Krandel-Stadion gekommen. Grund ihres Besuchs war vielmehr die Ehrung der Wildeshauser B-Jugend, die als fairste Mannschaft ihrer Altersklasse im Bezirk Weser-Ems ausgezeichnet wurde. Insgesamt 61 Teams aus den vier Bezirksligen sowie der Landesliga Weser-Ems waren in der vergangenen Saison in der Wertung. Wildeshausen stellte dabei die fairste B-Jugend-Mannschaft.

Auch sportlich siegreich

„Es war eine kuriose Saison“, hielt Rietenbach fest. Aufgrund des coronabedingten Abbruchs hatten die Wildeshauser in ihrer Bezirksliga-Staffel von 22 geplanten Spielen gerade einmal zehn absolviert. In der Abschlusstabelle rangierte das Team von Coach Ruhle und Co-Trainer Stephan Strenger damit auf dem fünften Tabellenplatz. „Das ist auch sportlich eine gute Bilanz“, hielt Rietenbach fest. Absolute Spitze waren die Wildeshauser derweil in der Fair-Play-Wertung. „Ihr habt in den zehn Begegnungen nur zwei Gelbe Karten kassiert“, hob Wesseler hervor und ergänzte schmunzelnd: „Die beiden Sünder sind heute bestimmt zu Hause geblieben...“

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So verlief die Fair-Play-Wertung

Im Fußball-Bezirk Weser-Ems gibt es für die B- und C-Junioren einen Fair-Play-Wettbewerb. In die Wertung fließen zum einen persönliche Strafen gegen Spieler/Mannschaft wie Gelbe und Rote Karten, Zeitstrafen oder Sportgerichtsverfahren ein. Zum anderen wird das Verhalten der Trainer am Spielfeldrand nach Schulnoten bewertet. Am Ende gibt es eine Gesamtpunktzahl, die durch die Anzahl der absolvierten Saisonspiele geteilt wird. Dieser Quotient ist das Endergebnis.

Die B-Junioren des VfL Wildeshausen kamen am Ende auf einen Wert von 5,90 und waren damit nicht nur Gewinner in ihrer Bezirksliga-Staffel II, sondern auch die fairste B-Jugendmannschaft im gesamten Bezirk Weser-Ems. In der Fairnesstabelle der Bezirksliga II belegte die SG DHI Harpstedt den vierten Platz (Quotient 7,60), Sechster wurde der FC Hude (8,81) vor der SG Großenkneten/Huntlosen (8,92).

Bei den C-Junioren lag die JSG Sögel/​Spahnharrenstätte/​Stavern (Bezirksliga Staffel III) mit einem Quotienten von 5,40 an der Spitze von Weser-Ems vor SV Vorwärts Nordhorn (Landesliga/5,76) und JSG Westerende/​Ihlow/​Riepe (Bezirksliga I West). In der Bezirksliga Staffel II belegte der VfL Wildeshausen den zweiten Platz (6,66).

Tatsächlich waren Christoph Löwe und Bennet Smolna, die während der kurzen Feierstunde am Samstag stellvertretend für die B-Jugend-Truppe anwesend waren, ohne jede Gelb-Verwarnung geblieben. Während Kapitän Löwe im Saisonverlauf „gar nicht auf die Fair-Play-Wertung geschaut“ hatte, gestand dessen Stellvertreter Smolna, gewusst zu haben, „dass wir zu den fairsten Teams gehören“.

Beleidigungen sind tabu

Derweil nehmen die beiden Trainer diese Wertung sehr ernst. „Wir schauen da schon drauf“, erklärte Ruhle. Und das nicht ohne Grund. „Wir wollen unseren Spielern auch Werte vermitteln wie Respekt. Die Jungs sollen sich zum Beispiel in die Lage des Schiedsrichters oder eines Gegenspielers versetzen können“, sagte der Coach. Beleidigungen oder unsportliches Verhalten seien tabu. „Niemals wird ein Fußballspiel eine solche Relevanz haben, dass man einen Schiedsrichter oder Gegner verbal geschweige denn körperlich angreifen darf“, betonte Ruhle.

Für die Trainer galt es, mit gutem Beispiel voranzugehen, denn auch ihr Verhalten am Spielfeldrand wurde während der Saison von den Unparteiischen bewertet. Die Noten – zweimal gab es eine glatte Eins, siebenmal die Zwei und einmal eine Drei – flossen in die Fair-Play-Wertung mit ein. Dort kamen die Wildeshauser am Ende auf einen Quotienten von 5,90 Punkten. Dieser reichte hauchdünn zum ersten Platz vor dem SV Quitt Ankum (5,91). Platz drei ging an den VfL Oldenburg (6,33).

Bälle, Urkunde, Preisgeld

Neben den beiden Funktionären des Bezirks Weser-Ems sowie VfL-Fußball-Abteilungsleiter Ottmar Jöckel hatten sich auch die Spieler der ersten und zweiten Herrenmannschaft – im gebotenen Abstand – versammelt, um den B-Junioren Anerkennung zu zeigen. „Es ist schön zu sehen, dass es hier scheinbar eine gute Verbindung zwischen den Herren und der Jugend gibt. Und Fair-Play scheint hier einen hohen Stellenwert zu haben“, lobte Wesseler. Zusammen mit Rietenbach überreichte er den beiden B-Jugendspielern zwei Fußbälle, ein symbolisches Preisgeld von 260 Euro sowie eine Urkunde. Diese dürfte ebenfalls einen Ehrenplatz in der „Hall of Fame“ des Fair-Play im VfL-Vereinsheim bekommen...

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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