Wardenburg Gäbe es kein Corona, hätte der Wardenburger Schützenverein in zwei Wochen sein Schützenfest gefeiert. Doch wahrscheinlich wäre die Feierlaune der rund 150 Mitglieder ohnehin getrübt gewesen. Denn ihr im Jahr 1900 gegründeter Verein steckt in einer Sackgasse.

Es droht die Stilllegung

Mit dem geplatzten Umzug des Aktiv&Irma-Marktes auf den Marktplatz scheint nicht nur der Traum von einer neuen Schützenhalle geplatzt zu sein, auch die notwendige Anpassung der unterirdischen Schießanlage an Baugesetze und Sicherheitsauflagen kommt nicht voran. Es droht die Stilllegung der Schießanlage an der Oldenburger Straße durch den Landkreis. „Dann gäbe es vielleicht einen Traditionsverein weniger“, mag es der 2. Vorsitzender Werner Kramer kaum aussprechen.

Noch bis vor drei Jahren hatten alle Hoffungen des Vorstandes im Neubau eines Irma-Marktes auf dem Marktplatz gesteckt. Denn für das Abtreten des verbrieften Nutzungsrechtes, auf dem Marktplatz jährlich Schützenfest feiern zu dürfen, hätte der Investor dem Schützenverein 440 000 Euro zahlen wollen. Zuzüglich des Verkaufserlöses aus der alten Halle, Zuschüssen und einem Darlehen von 50 000 Euro hätte der Verein für knapp eine Millionen Euro auf dem Bolzplatz an der Weserstraße eine neue Schützenhalle bauen können.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Der Kaufvertrag für das knapp 4000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Feuerwehrübungsplatz und VfR-Sportanlage war bereits unterzeichnet und die Baugenehmigung erteilt. Doch es kam anders: Der Gemeinderat kippte im Dezember 2017 den Irma-Neubau. Ein Großteil der Finanzierungssumme für einen Neubau der Schützen brach weg. Auf den bis dato angefallenen Kosten von über 15 000 Euro blieben sie sitzen.

„Wir hatten gehofft, dass wir davon etwas von der Gemeinde zurückbekommen, denn sie war es, die uns immer gedrängt hat, das Nutzungsrecht zu verkaufen und woanders neu zu bauen. Aber die Gemeinde steht auf dem Standpunkt, das Projekt war unser alleiniges Risiko“, bedauert Werner Kramer, dem der Neubau bereits viele schlaflose Nächte gekostet hat. Noch ist das Grundstück an der Weserstraße für den Schützenverein reserviert.

Nun liegt der Fokus auf der Sicherung des alten, 1978 gebauten Schießstandes. Im März dieses Jahres gab es vom Bauordnungsamt des Landkreises eine Begehung. Es wurden schwere Mängel in puncto Brandschutz festgestellt und ein Maßnahmenkatalog erarbeitet. Dieser sieht unter anderem die Schaffung eines Fluchtweges aus dem Kleinkaliberstand vor, die Installation einer Brandmeldeanlage und einen besseren Brandschutz an der überdachten Außentreppe. Zudem empfiehlt der Kreis „dringend“ einen weiteren Fluchtweg aus dem Luftgewehrstand, der jedoch durch den Keller des Restaurants, das über der Schützenhalle liegt, führen müsste.

Ultimatum für Fluchtweg

„Die Kostenaufstellung des Ingenieurs ist noch nicht fertig“, so Kramer. Er fürchtet: „Ein Fass ohne Boden.“ Aber die Zeit drängt. Bereits im März hatte der Landkreis den Verein aufgefordert, bis zum 30. August 2020 den zweiten Fluchtweg anzulegen, da „Gefahr für Leib und Leben bestehen kann“. Ansonsten behalte er sich vor, die Nutzung der Schützenhalle zu untersagen.

In welche Richtung es für den Verein am Ende geht, ist derzeit völlig offen. Es fehlt ein Ziel, das mit realistischen Mitteln erreichen werden kann. . .

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.