Wardenburg Dieser Fußballabend hatte so einiges zu bieten – und sorgte gleichzeitig für zwei Premieren im Kreispokalwettbewerb: Zum ersten Mal gelang es mit dem SV Atlas Delmenhorst II einer zweiten Mannschaft eines Vereins, den begehrten Pott zu gewinnen. Mit 7:6 (1:1/1:1) nach Elfmeterschießen feierte die Oberliga-Reserve des SVA beim Kreisliga-Rivalen und Titelverteidiger VfR Wardenburg am Mittwochabend einen historischen Erfolg. Damit verhinderte Atlas gleichzeitig den Titel-Hattrick der Wardenburger, die in den vergangenen beiden Jahren den Pokal gewonnen hatten.

Ein zweites Novum dürfte es in der zweiten Halbzeit dieser umkämpften und ausgeglichenen Partie gegeben haben. Hier musste nach etwas mehr als einer Stunde der Schiedsrichter Thore Güldner, der zusammen mit seinen Assistenten Marius Petermann und Leon Kiesler eine vorzügliche Leistung ablieferte, die Partie für sechs Minuten unterbrechen. Der Grund war kurios: Auf der Delmenhorster Torseite gingen plötzlich zwei Rasensprenger los und spritzten Wasserfontänen auf das Spielfeld. Atlas-Torhüter David Lohmann bestand nach dieser Zwangspause darauf, seine Schuhe zu wechseln. Ob diese die bis zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon überragende Leistung des Keepers noch weiter beflügelten, ist wohl eher spekulativ – Fakt ist aber, dass Lohmann am Ende zum Matchwinner der Delmenhorster wurde. „Er war der beste Mann“, hielt VfR- Trainer Sören Heeren fest.

Stimmen zum Finale

Sören Heeren (Trainer VfR Wardenburg): „Zunächst einmal Glückwunsch an Atlas. Im Elfmeterschießen zu verlieren, ist natürlich immer bitter. Ich bin trotzdem stolz auf mein Team.“

Steven Herrmann (Trainer SV Atlas II): „Der Fokus lag bei uns nur noch auf dem Pokal, der Sieg krönt jetzt die ganze Saison. Wardenburg hat uns extrem gefordert. Jetzt freuen wir uns auf die Feier!“

Erich Meenken (Fußballkreisvorsitzender): „Es war ein spannender Fußballabend mit einem fairen und ausgeglichenem Spiel. Wardenburg war erneut ein toller Ausrichter dieser Veranstaltung.“

So trieb Lohmann mit seinen Paraden gegen Tim Conring (16. Minute), Sebastian Vogelsang (24.), Patrick Janzen (45.) und noch einmal Vogelsang (61.) die Platzherren schon während der regulären Spielzeit zur Verzweiflung. Lediglich in einer Situation war der Atlas-Torhüter machtlos, als ihn Conring nach Vorarbeit von Sven Hörnlein und Janzen umspielte und den Ball zum 1:1 (26.) einschob.

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Es war zu diesem Zeitpunkt ein verdienter Ausgleich. Wardenburg war immer stärker geworden, nachdem zunächst die Gäste, die fünf Oberliga-Spieler in ihrer Startelf aufboten, die erste Viertelstunde mit hohem Tempo beherrscht hatten und durch Milot Ukaj in Führung gegangen waren (4.). Nach einer Feristoßhereingabe von Daniel von Seggern wehrte VfR-Torwart Thorben Engelbart den ersten Versuch von Simon Matta noch ab, war beim knallharten Nachschuss von Ukaj aber ohne jede Abwehrchance.

Sahen die rund 350 Zuschauer in der ersten Halbzeit noch ein flottes und unterhaltsames Spiel, so verflachte dieses im zweiten Abschnitt etwas. Beiden Teams war anzumerken, dass sie keinen Fehler machen wollten. „Wir haben uns taktisch aber super verhalten“, lobte Heeren den disziplinierten Auftritt seiner Truppe. Die beste Chance besaß sogar Wardenburg durch Vogelsang, doch entschärfte Lohmann den Distanzschuss des Mittelfeldspielers in bester Oliver-Kahn-Manier mit Hechtsprung und Übergreifen. Auf der anderen Seite klärte aber auch Engelbart zweimal in höchster Not.

Am Ende musste die Entscheidung wie schon im vergangenen Jahr zwischen Wardenburg und dem TSV Ippener im Elfmeterschießen fallen – nur fehlte dem VfR diesmal das notwendige Quäntchen Glück. Die ersten fünf Schützen verwandelten auf beiden Seiten nervenstark. Atlas traf in Person von Patrick Klenke auch in Durchgang sechs. Dagegen wurde Conring zum tragischen Helden und scheiterte an Lohmann. „Für Tim tut es mir leid, er hat ein super Spiel gemacht“, sagte Coach Heeren. Enttäuscht sei er schon, betonte aber: „Es war eine unserer besten Leistungen. Wir kommen wieder!“

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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