GANDERKESEE Sportlich hat Marco Wollner seiner Heimat schon den Rücken gekehrt und trägt seit zwei Jahren das „W“ auf dem Trikot. Nach dem Sommer geht er wirklich – in die USA.

von christian schwarz GANDERKESEE - Seit zehn Jahren ist Marcos Heimat auf dem roten Platz – aber nicht in Moskau, sondern auf der roten Asche des Tennisplatzes. Der 16-Jährige aus Ganderkesee hat sich dem Sport voll und ganz verschrieben und ist auf dem besten Wege, Großes zu erreichen.

Sein größter Erfolg bisher war der dritte Platz bei den Norddeutschen Meisterschaften in der Altersklasse U14. Und den Fritz-Harms-Pokal im heimischen Ganderkesee hat er in der U16-Konkurrenz am Sonntag zum zweiten Mal hintereinander gewonnen. Seinem Gegner ließ er dabei am Ende keine Chance, nachdem er den ersten Satz noch abgeben musste.

Seitdem seine Eltern den sechsjährigen Marco auf den Tennis-Court mitgenommen haben, kommt er von dem gelben Filzball nicht mehr los. Nach seinen Eltern nahmen sich die Trainer des HCD Delmenhorst seiner an und arbeiteten mit ihm an seiner Technik. „Serve-and-Volley spiele ich am liebsten“, sagt er, „aber nur, wenn ich in der Halle spiele. Auf Asche muss ich halt von der Grundlinie spielen.“ Und das macht er nicht schlecht. Mit seinen kraftvollen Vorhandschlägen treibt er die Gegner über den Platz.

Dreimal die Woche trainiert Marco, seit gut zwei Jahren nicht mehr in Delmenhorst, sondern bei Werder Bremen, wo er mit den Ersten Herren in der Nordwest-Liga Bremen antritt. Die Zeit, die er für seinen Sport benötigt, bekommt er auch von seiner Schule. Denn er besucht eine sportbetonte Schule, in der auf die Förderung sportlicher Talente Wert gelegt wird. Für Turniere wird er vom Unterricht befreit.

Wenn Marco nicht auf dem Platz steht, findet man ihn wahrscheinlich am Snooker-Tisch. Auch vorm Fernseher bleibt Marco beim Snooker hängen. Fußball und – selbstverständlich – Tennis sind die anderen Sportarten, für die er sich interessiert. Dem Tennis-Profi Marat Safin sieht Marco momentan am liebsten zu: „Der hat einen ähnlichen Spielstil wie ich.“

Was die Zukunft außerhalb des Tennisplatzes angeht, sieht Marco noch nicht so klar. Jetzt steht zunächst einmal ein zehnmonatiger Auslandsaufenthalt im Rahmen eines Schüleraustauschs an. Es geht in die Heimat seiner Lieblingsband, der Red Hot Chili Peppers. In den USA sucht er gerade nach einer High School, in der Sport – vor allem Tennis – groß geschrieben werden. Wohin es für ihn geht, weiß also noch keiner.

Was er außer Tennis in Amerika lernen möchte? „Englisch natürlich! Das ist sehr wichtig für später, mit Schulenglisch kommt man nicht so weit, glaube ich.“ Und einen weiteren Vorteil hat die Zeit in den Staaten für ihn auch: Spareribs mit Pommes sind sein (nicht unbedingt sportlergerechtes) Lieblingsessen. Und in den USA soll es ja einige Fast-Food-Läden geben, die so etwas gerne anbieten.

Was das Sportliche angeht, wird Marco natürlich weiterhin mit dem Tennisschläger unterwegs sein. Sein Ziel ist mindestens die Regional-, vielleicht sogar die Bundesliga. Außerdem will er auf jeden Fall einen Trainerschein machen, zunächst aber noch selbst auf dem Platz stehen. Wer weiß, wie hoch die Bäume in Marcos Karriere noch wachsen werden.

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