Wüsting Mit leicht gebeugten Beinen und nach vorne gelehntem Oberkörper stehen sie da und sind ganz fokussiert. Bereket Melake und Kbrom Weldeyohanes warten auf den Ball. Melake baggert den Volleyball nach oben, Marco Wellmann spielt ihn zu. Weldeyohanes springt nach oben und schmettert den Ball über das Netz. „Nächstes Mal höher springen und mit mehr Spannung“ ruft Trainer Sven Warrelmann.

Kbrom Weldeyohanes ist seit acht Monaten, Bereket Melake seit fünf Monaten Teil der Volleyball-Mannschaft der VSG Oldenburger Land (ein Zusammenschluss aus Spielern der Sf Wüsting und des TV Hude). Der 25-jährige Weldeyohanes und der 23-jährige Melake stammen aus Eritrea. Die beiden sind anerkannte Flüchtlinge.

Melake kam im August 2015 nach Deutschland. Er wirkt schüchtern, da er noch nicht so gut Deutsch spricht und versteht. Wie Weldeyohanes lebt er in einer Wohngemeinschaft in Hude. Von dort aus geht es mit dem Fahrrad in den Zug nach Wüsting. Vom Bahnhof radeln die Eritreer zur Sporthalle an der Schule, wenn sie nicht Teamkollege Stefan Winkenbach aus Hude mitnehmen kann.

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Kbrom Weldeyohanes kam im Juni 2014 nach Deutschland. Als sein Trainer ihn fragt, ob er nach den ersten zwei Fluchtversuchen im Gefängnis gelandet sei, nickt er. Der Blick des sonst so lebensfrohen Strahlemannes senkt sich. Es sind Erinnerungen an eine Zeit, die er vergessen möchte und im Training auch vergessen kann. Dann hat er mit seinen neun Teamkameraden einfach nur Spaß.

Einer von ihnen erzählt immer zu Beginn einen Witz, aber den brauchen die Jungs gar nicht, weil sie auch so eine Menge Spaß haben, sich gegenseitig anspornen und konzentriert zusammen arbeiten.

In Liegestützposition muss jeder eine andere Blumensorte aufzählen. Das heißt: wenn alle zusammenarbeiten, geht die anstrengende Übung zügig vorbei. Diesmal dauert es.

Weldeyohanes hatte keinerlei Vorerfahrung, Melake kannte Volleyball aus der Schulzeit. In einer Flüchtlingsgruppe spielten sie in der Halle neben dem Mixed Team, zu dem auch einige VSGler gehören. Da die beiden Interesse am Spiel zeigten, kamen sie zum Training der Herren-Mannschaft. Anfangs mussten sich die zwei Schutzsuchenden sowohl sprachlich als auch kulturell eingewöhnen. „Wir mussten ihnen zum Beispiel sagen, dass sie ein Trainingsshirt mitbringen sollen, aber das waren nur Kleinigkeiten“, sagt Warrelmann und schmunzelt. Der Spielertrainer ist froh, dass er die beiden hat. „Bereket hat sich als Libero gut eingefuchst. Kbrom hat sich im Angriff sehr verbessert“, so der Trainer.

Besonders freue Warrelmann sich, dass die beiden bei Punktspielen in der Bezirksklasse mit kämpfen. „Kbrom beobachtet die Gegner ganz genau, guckt, wie die das machen und versucht die Technik so gut es geht nachzumachen“, berichtet der 42-jährige Oldenburger.

Die beiden Flüchtlinge sind froh, mit ihrer Mannschaft eine kleine Familie gefunden zu haben. „Das Team ist toll. Es macht so viel Spaß“, sagt Kbrom Weldeyohanes und Bereket Melake nickt zustimmend.

Mitspieler werden

Die Volleyballer der VSG Oldenburger Land suchen neue Mannschaftsmitglieder. Zurzeit spielen dort zehn Männer im Alter von 23 bis 55 Jahren.

Trainiert wird Montags von 20 bis 22 Uhr in der Sporthalle in Wüsting, An der Schule. Das nächste Training findet am 2. Januar statt.

Mitspielen kann prinzipiell jeder. Es wäre wünschenswert, wenn die Interessierten grundlegend mit einem Ball umgehen könnten.

Ziel der Mannschaft ist in der kommenden Saison in der Bezirksklasse weiter anzugreifen.

Interessenten können sich bei Spielertrainer Sven Warrelmann melden. Er ist unter der Nummer Telefon  0172/4150561 erreichbar.

Anna Lisa Oehlmann Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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