Charlottendorf-West Die Modellfluggruppe Wardenburg möchte von ihrem aktuellen Modellflugplatz in Westerholt umziehen – nach Charlottendorf-West an die Straße An der Bäke. Bei den Anwohnern löst das aber einige Sorgen und Ängste aus. Um zu klären, was die Anwohner von dem Modellflugplatz zu erwarten haben, gab es am Mittwochabend eine Diskussionsveranstaltung.

Zuvor erläuterte Bürgermeisterin Martina Noske den Sachstand. Die Fläche, auf der der Modellflugverein fliegen möchte, ist privat. Das bedeutet, dass die Beschneidung von Bäumen durch den Besitzer rechtmäßig geschieht. Dort gebe es laut Noske keine Naturschutz- oder sonstigen Bestimmungen. Das heißt also, dass die Vereinsmitglieder auf dem Privatgelände ihre Modelle fliegen lassen können – ohne eine Genehmigung einzuholen. Da der Verein aber mit Modellen über fünf Kilogramm in die Luft gehen will, brauchen sie eine Aufstiegsgenehmigung von der Luftfahrbehörde in Oldenburg. Sie ist auch beantragt worden. Ein weiterer Bauantrag beim Landkreis Oldenburg wurde bislang nicht gestellt.

Die wichtigsten Fragen der Anwohner und Antworten der Modellflieger:

Wer fliegt dort in Zukunft

Die Modellfluggruppe in Wardenburg hat nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Bernd Hinrichs aktuell neun aktive Mitglieder. „Wir treffen uns dreimal im Jahr zu festen Terminen“, erzählt er den Anwohnern. Einmal zum Anfliegen im April, dann im Sommer zu einem Grillfest und ungefähr im September zum Abfliegen.

Generell könne bei passendem Wetter aber das ganze Jahr geflogen werden. Wenn die Gruppe sich bei schönem Wetter auf dem Gelände trifft, seien es erfahrungsgemäß rund 40 Flüge pro Tag.

Was plant der Verein?

Auf dem Gelände muss noch ein Fangzaun errichtet werden, der einer Baugenehmigung bedarf, da er höher als 1,80 Meter ist. Nämlich 2,50 Meter. Außerdem soll es auf dem Gelände noch einen mobilen Bauwagen und eine Campingtoilette geben.

Wo genau wird geflogen?

Geflogen werden darf nur auf dem Gelände des Platzes – das heißt auf den Äckern und Wiesen hinter der Straße. Über der Straße dürfen die Modelle nicht aufsteigen.

Die Länge des Flugbereichs beträgt 300 Meter – somit werden keine Häuser überflogen. Die Modelle werden nur auf Sicht geflogen und da sie nicht so groß sind, werden die 300 Meter in der Regel nicht erreicht.

Schließlich kostet ein Modell schnell 2500 Euro und eine Reparatur an die 800 Euro.

Wie laut sind die Modelle?

Die meisten Modelle, die in Charlottendorf-West fliegen werden, sind Elektromodelle. Jedes Modell hat einen Lärmpass und die lautesten sind 77 Dezibel. Bernd Hinrichs fliegt eines seiner Modelle vor. Ein leises Surren erfüllt die Luft, über die Gespräche nicht gut zu hören.

Kurze Zeit später befindet sich ein Transportflugzeug im Sinkflug auf Bremen – es ist lauter.

Was passiert im Fall der Fälle?

Natürlich kann nie ausgeschlossen werden, dass zum Beispiel ein Pferd scheut, wenn es an der Modellfluganlage vorbeigeritten wird. In so einem Fall ist jedes Vereinsmitglied versichert.

In den rund 36 Jahren, die die Gruppe exestiert, sei nie ein Unfall passiert. „Wir passen natürlich auch auf und schauen uns um, bevor wir starten“, sagt Hinrichs.

Wer kontrolliert den Platz?

Die Gruppe muss jederzeit ihr Flugbuch vorlegen können, in dem jeder Flug aufzuführen ist. Außerdem gibt es neben dem Lärmpass auch jährliche Lärmmessungen und eine Kontrolle kann jederzeit unangekündigt anfallen – ähnlich wie beim Gesundheits- oder Veterinäramt.

Wie geht es jetzt weiter?

Als erstes muss die Luftfahrtbehörde über die Aufstiegsgenehmigung entscheiden. „Wir Nachbarn haben unsere Einwände bei der Luftfahrtbehörde gelten gemacht, jetzt warten wir ab“, sagt Gerold Wulf. Wenn das geklärt ist, wollen die Modellflieger den Bauantrag für ihren Fangzaun beim Landkreis Oldenburg stellen.

Unterschiedliche Meinungen von Anwohnern und Vereinsmitgliedern gibt es noch. Aber alle sind sich einig, dass sie – sollte der Verein auf den Platz ziehen – fair miteinander umgehen möchten.

Lina Brunnée Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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