MUNDERLOH Den Anfang machte ein Turnreck, das zwischen zwei Eisenträgern im Haus der Familie Brüers aufgehängt war – hier turnten einige sportbegeisterte Männer, die der Zimmerer Heinrich Osterthun 1921 zusammengetrommelt hatte, um den TV Munderloh zu gründen. Seit 90 Jahren besteht der Verein also in diesem Jahr, gefeiert wurde bereits während der Munderloher Jubiläumswoche (die NWZ berichtete).

Neben den Turnern entwickelte sich auch eine Theatergruppe, die in den kommenden Jahren mit ihrem Auftritten beim Silvesterball dafür sorgen sollte, dass der junge Verein immer ein wenig Geld in der Kasse hatte.

Auf einem Übungsplatz wurden die ersten Ballspiele gespielt – besonders für Faustball galt Munderloh bald als Hochburg. Der Verein blieb eng mit dem Gasthaus Brüers verbunden, 1927 zogen die Turner mit in den neu erbauten Saal.

Zwangspause im Krieg

Wie bei vielen Vereinen entstand durch den zweiten Weltkrieg eine Zwangspause, die 1946 mit der Erlaubnis der Militärregierung endete, den Sportbetrieb wieder aufzunehmen. Von Dauer war der neue Schwung für den Verein aber nicht – immer weniger Leute betätigten sich sportlich im TV Munderloh, lediglich die Spielgruppe, die 1949 wieder in Aktion getreten war, blieb für Jahre mit der Theateraufführung zum Silvesterball aktiv. Heute erinnert sich Herbert Lueken, 1930 geboren und von 1990 bis 2001 Vorsitzender des Vereins, gern an seine Jugendzeit im TV Munderloh zurück. Handball wurde auf einer Weide gespielt – „zwischen den Kuhfladen“, wie Lueken schmunzelnd erzählt.

An die sportliche Tradition knüpfte der Verein Ende der 1960er Jahre wieder an, Fritz Bakenhus übernahm 1968 das Amt des Vorsitzenden von Heinrich Koch, der es seit Kriegsende bekleidet hatte.

Fußball ab 1974

Mit der Begeisterung einiger junger Männer für den Fußball ging es für den Verein aufwärts. 1974 entstand die erste Herren-Mannschaft, die zunächst in Dingstede trainierte und ihre Punktspiele in Kirchhatten austrug. Bald darauf machten sich die Vereinsmitglieder in Eigenarbeit daran, auf einer von Gastwirt Walter Stolle gestellten Fläche ihren eigenen Sportplatz zu errichten. Und am Sonntag nach den Punktspielen trafen sich Heim– und Gastmannschaft häufig zu einem Bier an der Theke des Gasthauses, das damals noch eine direkt Sichtverbindung zum Platz hatte, wie der heutige Vorsitzende Jürgen Lueken berichtet.

Der Verein wuchs, und das ursprünglich von Claus Fink zur Verfügung gestellte Holzhaus, das als Sportlerheim diente, musste 1977 erweitert werden – natürlich in Eigenarbeit. Schon kurz danach mussten die Mitglieder wieder die Fußballschuhe zur Seite legen und in Arbeitsklamotten schlüpfen: 1981 brannte der Altbau des Sportlerheimes ab, musste neu aufgebaut werden.

1983 begann wieder einmal eine neue Ära im Verein. Eine Gruppe von Frauen um Christine Brüers, Ursel Wolff und Meike Steenken legte den Grundstein für die Gymnastikabteilung, die seitdem stetig gewachsen ist. 1986 übernahm Erwin Reil den Vorsitz des Vereins, von 1990 bis 2001 führte Herbert Lueken die Geschicke, von 2001 bis 2007 stand Hans-Georg Oetken an der Spitze. In seine Amtszeit fällt der nächste große Baueinsatz: Wieder mit viel Eigenleistung und Eigenmitteln wurde das Sportlerheim am Heidhuser Weg saniert und erweitert.

Weitere Meilensteine

Seit 2007 bestimmt ein Vorstand um Jürgen Lueken die Geschicke des Vereins – und wieder gab es Meilensteine: – einen kleinen mit der Pflasterung des Parkplatzes im Jahr 2009 und einen großen in diesen Monaten: Nach langen Gesprächen haben Gemeinde und Verein sich mit dem Eigentümer über den Kauf eines großen Teils der Sportplatz-Fläche geeinigt. Zwei Plätze in Munderloh und der frisch angelegte Platz in Kirchhatten stehen damit zur Verfügung, vier Gymnastikgruppen, eine Bauchtanzgruppe und die Karateabteilung trainieren in der Gymnastikhalle am Heidhuser Weg und in Kirchhatten. Boule-Spieler und Nordic Walker treiben ihren Sport unter freiem Himmel.

Sportlich war der Verein in jüngster Zeit erfolgreich – die 1. Herrenmannschaft hat die Saison mit einem dritten Platz in der Kreisliga beendet, ist Hallenkreismeister und Kreispokalsieger 2011. Jürgen Lueken hofft außerdem, dass in diesem Jahr wieder eine Damenmannschaft für den TV Munderloh an den Start geht. Und mit der Sicherheit, dass der TV Munderloh auf Dauer am Heidhuser Weg spielen kann, steht das nächste Bauprojekt schon an: „Wir brauchen eine Flutlichtanlage für den zweiten Platz“, sagt der Vorsitzende.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Westerstede
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.