NEERSTEDT Der „Chicago-Pokal 2005“ löst seinen etwas altersschwachen Vorgänger ab. Erst 2006 zeichnet er die Gewinnermannschaft des Turniers aus.

von Anja Rohde NEERSTEDT - Der alte Pokal ist in die Jahre gekommen: Seit 26 Jahren wird er von Mannschaft zu Mannschaft gereicht und belohnt die Gewinner des „Chicago-Turniers“, das von der Handballabteilung des TV Neerstedt jährlich veranstaltet wird. 2005 fällt der beliebte Wettkampf zwar auf Grund der Bauarbeiten in der Sporthalle Neerstedt aus; dafür aber spendeten die „Urväter“ des Turniers, Hans Krumland und Hermann Kröger, einen neuen „Chicago-Pokal“. Er wurde am vergangenen Dienstagabend im Vereinsheim des TV Neerstedt enthüllt.

„Den Pokal wollen bestimmt viele Mannschaften in die Hand nehmen“, sagte der Vereinsvorsitzende Manfred Dobberschütz. Die gut einen halben Meter hohe Auszeichnung, die einen Handballer auf einem Pokal zeigt, der auf mehreren schlanken Säulen ruht, trägt eine Plakette mit den Namen der Spender.

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Bereits 1979 hatten Krumland und Kröger den Pokal gestiftet, der nach der amerikanischen Stadt im Nordosten Illinois benannt ist. Dorthin waren die beiden Neerstedter in den 50er Jahren ausgewandert. Hans Krumland hatte 1952 den Anfang gemacht. Hermann Kröger folgte ein Jahr später. „Der Start war schwierig“, sagt der 76-jährige Kröger. Damals sei es bereits problematisch gewesen, für sich, seine Frau und seinen gerade zweieinhalbjährigen Sohn eine Wohnung zu finden. Der ausgebildete Feinmechaniker schlug sich durch und arbeitete unter anderem in der Bäckerei seines Landsmanns Krumland. Sein Sohn und seine in den USA geborene Tochter sind waschechte Amerikaner. „Mein Sohn kann nur Deutsch sprechen, wenn er ein wenig getrunken hat“, scherzt Kröger.

Der ebenfalls 76-jährige Krumland hatte ursprünglich nur zwei Jahre in den Vereinigten Staaten bleiben wollen. Er begann im Restaurant seines Onkels zu arbeiten, wurde dann für zwei Jahre in die Armee eingezogen und fand schließlich eine Anstellung bei einem Bäcker, der sein Angebot von Brötchen und Brot um feine Backwaren und Torten erweitern wollte. Krumland, der ausgebildeter Konditor ist, griff zu und wurde Teilhaber. Als er seinen Anteil am Geschäft vor Jahren veräußerte und sich zur Ruhe setzte, seien 95 Angestellte im Betrieb beschäftigt gewesen, berichtet er nicht ohne Stolz.

Heimweh nach Deutschland kennt Krumland nicht. Zweimal im Jahr reist er in seine alte Heimat und wohnt in seinem Neerstedter Elternhaus. Seine Familie, ein Sohn und eine Tochter, zieht ihn immer wieder nach Chicago zurück, genauer gesagt in den Vorort Blue Island, wo er in Nachbarschaft zu Kröger lebt.

Zum Dank „und damit ihr auch in den USA an Neerstedt denkt“ überreichte der Vereinsvorsitzende Dobberschütz den beiden „Amerikanern“ bei der Pokal-Enthüllung eine Uhr mit dem Vereinsemblem des TV Neerstedt. „Der alte Chicago-Pokal bekommt einen Ehrenplatz“, versprach der Vorsitzende.

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