BECKDORF Vor dem Anpfiff ihrer Regionalliga-Partie gegen den TV Neerstedt waren die Handballer des SV Beckdorf noch sehr hilfsbereit. Sie brachten während der Einlauf-Zeremonie ein großes Plakat mit in ihre Halle Auf dem Delm, das eine Frage formulierte. Wenig später war aus der Freundin eines SVB-Fans, der mit einem Strauß Rosen in der Hand nach den Spielern aufs Feld gekommen war, dessen zukünftige Ehefrau geworden. Nach dem Anpfiff dachten die Beckdorfer vor rund 400 Zuschauern dann aber mehr an sich als an andere. Auf dem Weg zum Nicht-Abstieg ließen sie sich am Sonnabend von den Neerstedtern nicht aufhalten und bauten mit einem 34:28 (19:11)-Sieg ihre Bilanz im Jahr 2010 auf 15:3 Punkte aus. „Ich denke, dass wir mit diesem Ergebnis noch ganz gut weggekommen sind“, gab TVN-Trainer Dag Rieken zu. „Der Erfolg der Beckdorfer war vollauf verdient.“

Von Beginn an herrschte in der Halle großartige Stimmung. Daran hatten auch die vielen Neerstedter Anhänger – ein voller Fanbus war angereist – großen Anteil. Richtig in Schwung kamen die TVN-Spieler, trotz lautstarker Anfeuerung, allerdings nicht. Vor allem im Angriff lief es zunächst gar nicht rund. Gegen die defensive 6:0-Abwehr hatten sie Probleme, sich gute Wurfpositionen zu verschaffen. Und wenn sich die Neerstedter doch Chancen erspielten, wurden die meisten vergeben. Nach zehn Minuten sah sich Rieken gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Mit 1:6 lag sein Team zurück. Es war schon sechsmal am lange stark haltenden SVB-Torwart Thorsten Detjen gescheitert.

Besser lief es auch nach der einminütigen Besprechung nicht. Dem Angriff fehlt es weiter an der nötigen Durchschlagskraft. Den Frust über Fehlwürfe und -pässe nahmen die Neerstedter mit in ihre Abwehr. Vor allem Stefan Völkers und Mario Allendörfer nutzen die größer werdenden Lücken in der TVN-Defensive, um ihr Team mit 11:4 in Führung zu werfen (20.). Wieder reagierte Rieken. Er ließ die überragenden Rückraumspieler der Beckdorfer in Manndeckung nehmen. Das entfachte ein kleines Fünkchen Hoffnung darauf, dass die Neerstedter vielleicht doch für Kopfzerbrechen bei ihren Gastgebern sorgen könnten.

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Es erlosch aber schnell. Die Beckdorfer verhinderten mit taktisch geschicktem Zurücklaufen, dass die Neerstedter aus ihren Kontermöglichkeiten Kapital schlugen. Die Beckdorfer eröffneten dem TVN-Team nur wenig Chancen, Tempogegenstöße zu laufen, weil sie eine sehr gute Wurfquote aufwiesen. Als ihre beiden Halbspieler aus dem Aufbau herausgenommen worden waren, rissen Mittelmann Till-Oliver Rudolphi und Kreisläufer Markus Bowe das Geschehen an sich. So war die Frage nach dem Sieger und dem Verlierer im Grunde beim Halbzeitpfiff entschieden. Mit 11:19 lag der TVN zurück.

Die Neerstedter begannen die zweiten 30 Minuten in der Abwehr in der 6:0-Formation. Auch die stoppte das Beckdorfer Angriffsspiel zunächst nur selten. Das war darauf ausgelegt, Allendörfer oder Völkers aus schnellen, schnörkellosen Kombinationen in Wurfpostionen zu bringen. Nach der Pause war es oft Völkers, der abschloss, während sich Allendörfer mit vielen guten Anspielen hervortat. Bis auf 25:14 zog der SVB davon (39.).

Die Neerstedter bewiesen aber gute Moral. Sie versuchten ständig, über großen Einsatz ihren Rhythmus zu finden und so am Ergebnis zu arbeiten. Das gelang. Linksaußen Thomas Schützmann, der eine gute Wurfquote aufwies, sorgte mit drei Toren für das Startsignal (40.) des kleinen Schlussspurts, der die Beckdorfer aber nicht mehr in Gefahr brachte. „Grundlage für die Niederlage war die schlechte Angriffseffektivität zu Beginn“, bilanzierte Rieken nach dem Schlusspfiff. „Aber eigentlich haben wir in keiner Phase zu unserem Spiel, dem Tempospiel, gefunden.“

Lars Pingel Lokalsport / Redaktion Wildeshausen
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