Stuttgart /Brettorf Gut mitspielen und einen respektablen Eindruck hinterlassen – mehr hatten sich die Männer-55-Faustballer des TV Brettorf für ihre DM-Premiere gar nicht vorgenommen. Dass sie bei der Deutschen Meisterschaft der Über-55-Jährigen in Stuttgart-Stammheim am Wochenende mit der Silbermedaille die bisher beste Platzierung ihres Vereins in den Männer-Altersklassen feiern würden, hatten die TVB-Senioren am allerwenigsten erwartet.

Eine Enttäuschung erlebte dagegen der Wardenburger TV: Nach Verletzungspech beendete der Norddeutsche Meister die Titelkämpfe nur auf Platz sechs.

Die DM-Vorrunde am Sonnabend begann für beide Landkreis-Vertreter gleich mit dem Derby, das leistungsgerecht 1:1 ausging. Weil die Wardenburger danach auch dem Gruppen-Favoriten TV Schluttenbach ein Unentschieden abtrotzten, platzierten sie sich am Ende auf dem aussichtsreicheren Gruppenplatz zwei vor den Brettorfern, die Schluttenbach in ihrem schlechtesten DM-Spiel klar mit 0:2 (7:11/6:11) unterlagen. Gegen die weiteren Vorrunden-Gegner TV Stammheim und ESV Rosenheim gelangen beiden Kreis-Teams 2:0-Siege.

Der Sonntag begann für den WTV zunächst verheißungsvoll: In der Qualifikation fürs Halbfinale gegen TuS Oggersheim erkämpfte er sich mit 15:13 eine Satzführung – dann aber musste Hauptangreifer Torsten Büsselmann mit einer Muskelverletzung das Feld verlassen. Mit 5:11 und 4:11 in den folgenden Sätzen schieden die Wardenburger, nun mit Hartmut Lübbers im Angriff, aus und waren später auch im Spiel um Platz fünf gegen TV Elsenfeld (5:11, 3:11) chancenlos.

Die mit hohen Erwartungen angetretenen Mainfranken aus Elsenfeld, immerhin Vizeweltmeister der Senioren-Weltspiele 2015 in Chile, waren in der Qualifikation am TV Brettorf spektakulär gescheitert. Nach einem umkämpften, am Ende aber souverän gewonnenen ersten Satz (11:7) lag der TVB danach 4:9 und kurz darauf sogar 7:10 zurück und war schon auf einen Verlängerungssatz eingerichtet, nachdem Angreifer Uwe Kläner einen zu weit vorgespielten Ball nicht mehr erreichen konnte. Aber der gegnerische Schlagmann hatte einen Blackout: Statt den Ball zu Boden fallen zu lassen und seinem Team so den Satzausgleich zu sichern, schlug er ihn zurück ins Brettorfer Feld – den folgenden Angriff nutzte Kläner zum Punkt. Drei weitere folgten und mit 12:10 feierte der TVB den überraschenden Einzug ins Halbfinale.

Hier zeigte Brettorf erneut eine konzentrierte Leistung gegen den TV Schluttenbach, der drei der vier letzten Deutschen Meisterschaften der Männer 55 gewonnen hatte. Im Gegensatz zum Vorrunden-Duell gegen die Badener stand nun die TVB-Abwehr mit Carsten Schütte, Wilfried Poppen und Hergen Schelling sehr sicher, Hans-Hermann Schütte deckte das rechte Vorderfeld zuverlässig ab und Schlagmann Uwe Kläner lief vor allem im zweiten Satz zur Höchstform auf. Mit 12:10 und 11:6 bescherte Brettorf dem verdutzten Gegner das DM-Aus und bejubelte den nicht erwarteten Finaleinzug.

Im Endspiel gegen den hohen Favoriten und Titelverteidiger Bayer Leverkusen wurde allerdings ersichtlich, dass die Brettorfer ihr Pulver verschossen hatten. Immerhin hielten sie beim 6:11, 7:11 leidlich gut mit, und im zweiten Satz erlebte auch Abwehr-Oldie Jürgen „Otto“ Ammermann, mit 72 Jahren der älteste Spieler des Turniers, noch sein erstes DM-Finale. Die Niederlage nahmen die Brettorfer locker.

Sie hatten ja niemals vom Titel geträumt. Und von der deutschen Vizemeisterschaft auch nicht.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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