Wildeshausen Talent alleine genügt nicht. Der Erfolg und Misserfolg einer Sportart ist oft eng mit dem Engagement der Übungsleiter verknüpft. Das hat der VfL Wildeshausen im Laufe seiner Geschichte erfahren. In der Nachkriegszeit hieß der Trainer der Leichtathleten Walter Ebinger – seines Zeichens Diplom-Sportlehrer. Mit ihm kamen die Erfolge.

Größer Erfolg war der Sieg der Juniorinnen-Staffel über 4x100 Meter bei den deutschen Leichtathletikmeisterschaften 1949 in Braunschweig. Gunda Behrens (später Rogge), Hanna Heinemann (später Hartmann), Anneliese Reuter (später Kröger) und Helga Willers (später Brandan) siegten in 51 Sekunden.

Hanna Heinemann wurde sogar in die Olympia-Kernmannschaft aufgenommnen, die sich auf die olympischen Spiele 1952 in Helsinki vorbereitete. Trainer Ebinger folgte einem Ruf als Trainer nach Hamburg, was für den VfL einen großen Verlust bedeutete.

Von diesem siegreichen Quartett werden zwei Frauen am kommenden Freitag bei der Sport-Gala des VfL Wittekind anlässlich seines Jubiläums erwartet.

Die Leichtathleten, von denen heute nur noch eine Sportabzeichengruppe existiert, waren in der 125-jährigen Geschichte des VfL mehr oder weniger immer Teil der großen Turnfamilie. Die Turnabteilung ist nach wie vor die größte Sparte des Vereins und zählt gut 800 Mitglieder.

Nach der Gründung des Wildeshauser Turnvereins 1891 fand sich schnell eine Turnerschar von 30 Männern zusammen, die nur wenige Wochen nach der offiziellen Gründung den Kauf von Turngeräten beschloss und sich sonnabends um 8.30 Uhr zum Turnen verabredete. Beim ersten Ausflug zu Pfingsten 1891 wurden turnerische Spiele, Marsch- und Freiübungen aufgeführt.

Ein Jahr nach der Gründung wurde das Schülerturnen eingeführt. Die Turnzöglinge übten sonnabends von 7 bis 8 Uhr. Ab 1893 wurde im Turnverein auch verstärkt gesungen, Ausflüge gehörten ebenfalls dazu.

Im Jahre 1910 bemühte sich der neu gewählte Vorsitzende Knutzen, den Verein im Sinne der Grundlinien der Deutschen Turnerschaft zu festigen und auszustatten. Dazu gehörte auch die Anschaffung der Wildeshauser Turnerfahne und ein Weihefest samt Schauturnen am Reck, Barren und Pferd.

Als verdiente Streiter für die Turnbewegung in Wildeshausen gelten Willi Schulte, Hermann Kruse, Käthe Meyer, Ferdinand Günther, Hans Huntemann und Annemarie Meyer.

Nach dem Zweiten Weltkrieg durften aufgrund eines Gesetzes der Militärregierung Sportvereine nicht mit ihrem bisherigen Namen weitergeführt werden. So entstand 1946 der Name Turn- und Sportverein Wittekind Wildeshausen. Erst 1949 trat der alte Name wieder in Erscheinung: VfL (Verein für Leibesübungen) Wittekind Wildeshausen. Wichtige Vorstandsmitglieder waren Johann Poppe und Heinz Rinne. Die längste Zeit VfL-Vorsitzender war Willi Erdmann (79), der den Verein von 1975 bis 2008, also 33 Jahre führte und am kommenden Freitag auch Gast der Sport-Gala sein wird.

Die Turnabteilung im VfL wird heute von Ute Dietz geleitet. Die Gruppen reichen vom Kinderturnen über „Work out“ zu Gymnastikgruppen, Trampolinspringen, Cheerleading bis hin zum Gesundheitssport in der Koronargruppe.

Für Übungsleiterin Dietz liegt der Schwerpunkt ihres sportlichen Tuns im Breitensport sowie in der Integrations- und Präventionsarbeit. Leistungssport ist nicht das Thema. Die kreisweite Turnschau im März in Wildeshausen bot einen guten Einblick. Beim VfL geht es ums Bewegen, Spielen, Mitmachen, Erleben und Können.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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