Tungeln Das Sportgericht des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst hat über das abgebrochene Spiel in der 1. Kreisklasse zwischen dem SV Tungeln und KSV Hicretspor ein Urteil gefällt. „Das Gericht ist zu der Entscheidung gekommen, beiden Vereinen keinen Punkt zu geben und für beide das Spiel als 0:5 verloren zu werten“, erklärte der Sportgerichtsvorsitzende Torsten Dreesmann. Ein Spieler der Delmenhorster wurde zudem für drei Monate gesperrt und erhielt eine Geldstrafe von 200 Euro. Ein Tungeler muss einen Monat zuschauen und 100 Euro zahlen. „Beide Vereine haben außerdem eine kleine Geldstrafe erhalten, da dies durch die einschlägigen Regelungen vorgeschrieben ist“, erläuterte Dreesmann.

Die Partie am 14. April war aufgrund von Rudelbildungen und Tätlichkeiten nach knapp einer Stunde beim Stand von 2:1 für die Gäste aus Delmenhorst abgebrochen worden. Zuvor soll ein hartes Foul eines Delmenhorsters der Auslöser für die Unruhen gewesen sein. Laut dem Vorsitzenden sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Hicretspor-Spieler den maßgeblichen Anlass für den Tumult gesetzt hat. „Mehrere Zeugen konnten bestätigen, dass dieser einen Spieler von Tungeln geschlagen hat und diesen, als er am Boden lag, gegen den Kopf getreten hat“, erläuterte Dreesmann. Daraufhin wiederum habe ein anderer Tungeler Spieler den Delmenhorster „zu Boden gestoßen“.

„Der Schiedsrichter, der mit der Gesamtsituation möglicherweise etwas überfordert war, ließ sich sodann letztendlich vom SV Tungeln dazu hinreißen, das Spiel nach einer etwa 20-minütigen Unterbrechung endgültig abzubrechen“, berichtete Dreesmann. Der Heimverein sei nicht mehr bereit gewesen, das Spiel fortzusetzen. „Das Gericht sah es somit als erwiesen an, dass beide Vereine ihren Beitrag zum Abbruch des Spiels geleistet haben“, folgerte das Sportgericht.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Das Urteil, dass noch nicht rechtskräftig ist, wolle der SV Tungeln in dieser Form nicht akzeptieren, wie Trainer Jörg Gehrmann ankündigt. „Ich bin schon lange im Fußballgeschäft, aber einen Spielabbruch unter solchen Bedingungen habe ich noch nicht erlebt“, sagte Tungelns Coach. Ihm gehe es dabei weniger um die Wertung der Partie oder die individuelle Bestrafung gegen seinen Spieler, als um die widersprüchlichen Aussagen des Referees. „Der Schiedsrichter hatte ganz klar signalisiert, dass er das Spiel abbricht, was er auch auf erneute Nachfrage bestätigte. Von einer Unterbrechung war nie die Rede. Dafür haben wir auch Zeugen.“ Die Tungeler erwägen nun einen Einspruch. „Wir lassen den Fall derzeit von einem Anwalt prüfen.“

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.