STENUM Christof Herbec nahm die Glückwünsche für sein wunderschönes Fallrückzieher-Tor dankend und wohlwollend entgegen. „So einen Treffer habe ich noch nie erzielt“, sagte er: „Aber das Ärgerliche ist, dass ich das Tor selbst gar nicht gesehen habe – ich stand doch mit dem Rücken zum Kasten.“ Das allerdings konnte er so gerade noch verschmerzen, schließlich siegte der 27-Jährige gestern mit dem VfL Stenum auch in der Höhe verdient mit 5:0 (3:0) gegen den Ahlhorner SV. Das Kreis-Derby in der Fußball-Bezirksliga verlief einseitig.

Eine Woche nach dem 3:2-Sieg gegen Jahn Delmenhorst behauptete sich Stenum auch im zweiten Derby innerhalb von sieben Tagen. Mit dem neunten Saisonerfolg bleibt das Team punktgleich mit Spitzenreiter VfB Oldenburg II (2:1 beim VfL Oldenburg II). Des einen Freud, des anderen Leid: Ahlhorn erwischte einen rabenschwarzen Tag und bekam vom VfL deutlich die Grenzen aufgezeigt.

Von Beginn an gab der Stenumer Express Vollgas und kombinierte wie aus einem Guss. Schon nach vier Minuten hätte Dominik Entelmann fast den ersten Treffer erzielt, sein Flugkopfball zischte aber am linken Pfosten vorbei. Doch nur 120 Sekunden später klingelte es das erste Mal im Tor von Alexander Lohrey. Nach einer Flanke des überragenden Sascha Pfeifer netzte Entelmann, der den Ball gekonnt von der Brust abtropfen ließ, mit dem Nachschuss ein.

Die Gäste bekamen den Offensivdrang der Stenumer zu keiner Zeit in den Griff, so dass die weiteren Tore nur eine Frage der Zeit waren. Und eines war sehenswerter als das andere. Beim 2:0 startete Marco Reuschler in der eigenen Hälfte ein atemberaubendes Solo, schüttelte fünf Spalier stehende Ahlhorner lässig ab, bewies nach dem beherzten Lauf auch vor dem Gehäuse Übersicht und ließ Lohrey keine Chance.

Die Anhänger des VfL Stenum waren verzückt – und wurden für ihren Besuch weiter belohnt. Drei Minuten nach Reuschlers Geniestreich spielte sich Herbec ins Rampenlicht. Einen weiten Einwurf von Reuschler, der im Strafraum einmal auftrumpfte, nahm Herbec ins Visier und setzte zum Fallrückzieher an. Alles passte, die Kugel flog in den rechten Winkel – das zweite „Tor des Monats“ an diesem Nachmittag war perfekt. Stenum zauberte, Ahlhorn zauderte. Vom Außenseiter war weit und breit nichts zu sehen, die wenigen Vorstöße waren an Harmlosigkeit nicht zu überbieten.

Die Platzherren nahmen nach der Pause das Tempo etwas heraus, waren aber dennoch jederzeit Herr der Lage und liefen nur einmal Gefahr, einen Gegentreffer zu kassieren. Das war nach 86 Minuten, als der beste und im Grunde auch einzige vielversprechende Angriff des ASV durch einen Kopfball von Sören Schröder fast belohnt worden wäre. Stenums Torwart Stefan Buss war aber zur Stelle und fischte den Ball aus dem Winkel.

Zu dieser Zeit hieß es nach den Treffern von Torben Bleiker und erneut Herbec bereits 5:0. Hätte Bleiker wenige Sekunden vor dem 4:0 nicht vor dem leerem Gehäuse aus drei Metern drübergeschossen, wäre sogar das halbe Dutzend an Toren sicher gewesen.

„In der zweiten Hälfte haben wir etwas nachgelassen, aber angesichts der klaren Führung war das kein Beinbruch“, sagte Herbec. Überhaupt sei es bislang eine gute Saison für Stenum. „Dennoch haben wir bei einigen Unentschieden Punkte liegen gelassen. Dann würden wir jetzt noch besser dastehen.“

Die in Grund und Boden gespielten Ahlhorner können angesichts der Verfassung, in der sie sich am Sonntag präsentierten, froh sein, bereits 17 Punkte im Kampf gegen den Abstieg eingefahren zu haben.

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