STENUM Es fielen fünf Tore, der Schiedsrichter zückte allein für die Gastgeber neun gelbe Karten, und der Gäste-Trainer wurde sogar des Platzes verwiesen: Beim Fußball-Derby zwischen dem VfL Stenum und Jahn Delmenhorst ging es hoch her. Nach abwechslungsreichen 90 Minuten plus fünfminütiger Nachspielzeit rissen die Stenumer angesichts des hart erkämpften 3:2 (1:2)-Sieges im Verfolgerduell die Arme hoch. In der Bezirksliga liegt der VfL nach Punkten weiter gleichauf mit dem VfB Oldenburg II. Jahn verlor durch die Pleite jedoch ein wenig an Boden.

„Es war ein typisches Derby. Zu Beginn war Jahn besser, in der zweiten Hälfte waren wir stärker und haben das Spiel gedreht“, sagte Dominik Entelmann. Mit seiner Kurzanalyse lag der Torschütze zum Stenumer 1:0, der vom Trainergespann neuerdings „Kapitano“ gerufen wird, goldrichtig. „Wir konnten froh sein, dass wir vor der Pause nicht höher als 1:2 hinten lagen. Es war ein intensives Spiel auf Augenhöhe, und es hätte auch andersrum ausgehen können“, meinte VfL-Coach Uwe Hammes.

Die Entscheidung in dem über weite Strecken rasanten Match fiel nach 68 Minuten. Nachdem Marco Reuschler den Ball zielstrebig auf Höhe der Strafraumgrenze mit der Brust angenommen und direkt abgezogen hatte, wehrte Jahn-Keeper Jann Barkemeyer den Ball gerade noch ab. Als die Kugel daraufhin hoch in die Luft flog, schaltete Roland Göde blitzschnell und nickte das Leder zum viel umjubelten 3:2 in die Maschen.

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Den ersten Freudenschrei gab es vor 300 Zuschauern schon nach sechs Minuten. Entelmann setzte sich im Strafraum zweikampfstark durch und lochte sicher zum 1:0 ein. In der verheißungsvollen Anfangsphase hätte der VfL auch schon zuvor bei einer Großchance treffen können, aber Barkemeyer war zwei Mal zur Stelle. Auf der anderen Seite klärte Arnold Koletzek nach einer Hereingabe von Stefan Kulikow, der im vergangenen Jahr noch für Stenum kickte und inzwischen für die Delmestädter stürmt, auf der Torlinie. Überhaupt war der wieselflinke Kulikow an fast allen Angriffen der Gäste beteiligt. Nach einem beherzten Solo, mit dem er auch VfL-Schlussmann Stefan Buss aussteigen ließ, setzte er den Ball nur an den Pfosten (17.). Stenum stand das Glück in dieser Situation zur Seite.

Mit zwei wuchtigen Schüssen – einmal aus näherer Distanz, einmal aus gut 20 Metern – sorgte Kalmir Muslija im Alleingang für die verdiente Gästeführung zur Pause. Nach Wiederbeginn ging Stenum etwas offensiver zu Werke und kam nach einem fragwürdigen Freistoß an Entelmann zum Ausgleich. Entelmann führte selbst aus, und in der Mitte köpfte der aufgerückte Hanno Hartmann das 2:2.

Die Jahn-Bank war kaum zu bändigen, besonders Trainer Matthias Kaiser legte sich mit dem Unparteiischen an: „Das war nie und nimmer ein Freistoß. Pfeifen Sie doch vernünftig“, schimpfte Kaiser in Richtung Schiedsrichter. Kurz nach dem 3:2 durch Göde, als Kulikow von Jörn Poppe hart attackiert wurde, platzte Kaiser erneut der Kragen. Er musste daraufhin den Platz verlassen. Mit Glück und Geschick brachten die Platzherren den Dreier über die Zeit. „Hier wurde mit offenem Visier gekämpft, und da muss man auch mal etwas sagen dürfen. Am Ende fehlte uns sicher etwas die Kraft“, sagte Kaiser hinsichtlich seines Platzverweises. Für den überragenden Kulikow, der viele weite Wege ging und viele schmerzhafte Attacken seiner früheren Mitspieler einstecken musste, war es derweil eine ganz spezielle Partie: „Es ging gegen meinen Ex-Verein, daher war es schon ein ganz besonderes Spiel. Ich habe sogar unruhig geschlafen, weil ich so nervös war.“

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