Diepholz /Sandkrug Dass die Oberliga-Handballer der TSG Hatten-Sandkrug in dieser Saison durchaus für packende Schlussphasen gut sind, hatten sie bereits eine Woche zuvor im Heimspiel gegen den TV Bissendorf-Holte bewiesen. Am Freitagabend setzte die Mannschaft von Trainer Henning Sohl allerdings noch einen drauf und feierte  bei der HSG Barnstorf/Diepholz einen im Vorfeld nicht erwarteten 35:34 (19:18)-Erfolg.

Dabei überschlugen sich in den letzten Sekunden die Ereignisse, die in drei Roten Karten gegen die Gastgeber sowie einem Siebenmetertor für die TSG durch den nervenstarken Fabian Knieling gipfelten.

Zunächst lieferten beide Mannschaften vor rund 250 Zuschauern „58 Minuten lang tolle Werbung für den Handballsport ab“, erklärte Sohl. Vor allem im Angriff zeigte die TSG eine überzeugende Leistung. „Wir hatten eine Wurfquote von etwa 80 Prozent“, freute sich Sohl, der damit auch die etwas löchrige Abwehr an diesem Abend verschmerzen konnte. So richtig zu nutzen vermochte die Lücken im Deckungsverbund der Gäste allerdings auch nur Marius Kasmauskas: Der ehemalige Wetzlarer Bundesligaspieler warf insgesamt 15 „Buden“ und traf alleine in der ersten Halbzeit neunmal. Dafür hatten die Sandkruger den sonst so torgefährlichen Kreisläufer der HSG, Andrius Gerve, bestens im Griff.

Die erste Hälfte verlief sehr ausgeglichen. Ihre beste Phase erwischten die im Kollektiv überzeugenden Gäste, die über die erste und zweite Welle durch Marco Kirschen (6) und Jürgen Erdmann (6) immer wieder zu Toren kamen, als sie sich eine 15:12-Führung erarbeiteten (22. Minute). Bis zur Pause stellten die Gastgeber den Anschluss her.

Nach dem Seitenwechsel blieb es bis zum 26:26 (43.) ein Spiel mit wechselnden Führungen. Als sich die TSG dann aber einige individuelle Fehler leistete und Barnstorf/Diepholz sich auf 30:26 absetzte (49.), deutete sich der von vielen erwartete Verlauf an.

Doch die Gäste kämpften sich angetrieben von Rückraumspieler Robert Langner zurück, wendeten das Blatt mit fünf Treffern in Folge und packten kurz darauf durch Kirschen das 34:32 drauf. Dann begann die turbulente letzte Minute: 50 und 15 Sekunden vor Schluss trafen Arunas Srederis und Laurynas Palevicius für die Gastgeber zum Ausgleich. Anschließend sahen die Barnstorfer im wahrsten Sinne des Wortes „rot“. Die beiden Schiedsrichter Poguntke/Schneider stellten zuerst Palevicius wegen Foulspiels vom Platz, ihm folgte Saulius Liutikas mit einer Zweiminutenstrafe. Für den negativen Höhepunkt sorgte jedoch HSG-Trainer Mario Mohrland, dem offensichtlich alle Sicherungen durchbrannten, als er selbst aufs Spielfeld stürmte und Sandkrugs Alexander Janßen beim Wurfversuch festhielt. Die logische Konsequenz: Rote Karte mit Bericht. Im folgenden „totalen Chaos““, so Sohl, sah mit Cedric Quader ein weiterer HSG-Spieler den roten Karton.

Völlig unbeeindruckt blieb nur Knieling, der den fälligen Siebenmeter eiskalt verwandelte und die TSG in einen Freudentaumel versetzte. „So etwas habe ich live noch nicht erlebt“, meinte Sohl zur Schlussphase. „Jetzt wollen wir unsere 5:1 Punkte in den kommenden drei Heimspielen versilbern“, so der Coach.

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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