WILDESHAUSEN Schach: Ein Spiel, das Massen in seinen Bann zieht. Der griechische Philosoph Aristoteles hat es einst schon geschätzt, es faszinierte den amerikanischen Erfinder und Politiker Benjamin Franklin ebenso wie Physiker Albert Einstein. „Schach ist das schnellste Spiel der Welt, weil man in jeder Sekunde Tausende von Gedanken ordnen muss“, soll dieser einst gesagt haben. Spartak Grigorian ist 14 Jahre jung, kommt aus Wildeshausen, geht auf die hiesige Realschule. Der Grund, weshalb er Schach spielt, ist simpel erklärt: „Ich kann Erwachsene besiegen. Und ich bin erfolgreich.“

Keine Frage, der Schüler ist bescheiden geblieben. Erfolgreich, das bedeutet in seinem Fall beispielsweise der erste Platz bei der Deutschen Meisterschaft in der Altersklasse U 10 (2007), die Teilnahme an Partien der Herren-Landesliga mit dem Schachklub Wildeshausen seit 2009 oder die Auszeichnung zum Sportler des Jahres 2011 – im gesamten Oldenburger Landkreis. „Da bin ich auch echt stolz drauf, denn die Konkurrenz war richtig stark“, freut er sich. Spartaks jüngster Coup: deutscher Vizemeister der U 14.

Ziel Europameister

Wie kann der Sohn armenischer Eltern diese Erfolge noch toppen? Zum Beispiel als Europameister. „Ich bin zwar nur an Position 20 oder so gesetzt. Aber da ist viel Luft nach oben“, tönt der 14-Jährige nun gar nicht mehr so bescheiden. Und er ärgert sich auch darüber, nicht an der WM teilnehmen zu können. Das Startrecht ist dem deutschen Meister vorbehalten.

Also geht es für Spartak Grigorian an diesem Donnerstag nach Prag. Bis zum 26. August findet in der tschechischen Hauptstadt die Junioren-EM statt. Begleitet wird er von Trainer Alexander Markgraf aus Göttingen, ein sogenannter Internationaler Meister.

Seit 2011 trainiert Markgraf den jungen Wildeshauser einmal wöchentlich für zwei Stunden über das Internet. Auch Jens Kahlenberg, Trainer beim SK Wildeshausen, tritt die Reise nach Tschechien an. Er sieht den Realschüler zweimal in der Woche, insgesamt drei Stunden. „Vieles muss ich mir selber erarbeiten. Dadurch lerne ich auch am meisten“, sagt Spartak.

Computer-Analyse

Und um wirklich aus den Fehlern zu lernen, wird jede seiner Partien anschließend mit Hilfe von Computer-Programmen analysiert. Die Zeiten, als seine Oma ihm noch Tricks und Kniffe beibrachte, sind längst vorbei. Damals war Spartak fünf Jahre alt. „Oma hat immer mit meinen älteren Schwestern gespielt. Ich wollte auch. Aber es hat lange gedauert, bis ich es dann auch wirklich erlernt hatte“, schmunzelt das Schach-Talent aus Wildeshausen. Kein Wunder, schließlich ist es für einen Fünfjährigen auch nicht so einfach, in jeder Sekunde Tausende von Gedanken zu ordnen.

Lars Herrmann Nordenham / Redaktion Nordenham
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.