NEERSTEDT Es gibt Sätze in den Spielanalysen, die werden langsam zu einem „alten Lied“, das Dag Rieken, Trainer der Regionalliga-Handballer des TV Neerstedt, eigentlich nicht mehr anstimmen und auch nicht mehr hören möchte. Nach der Heimpartie am Freitagabend gegen den SV Beckdorf, die mit 27:28 (14:14) verloren ging, musste er aber genau das. „Beckdorf hat ein, zwei Spieler, die sehr abgezockt sind. Die hatten wir nicht“, sagte Rieken nach dem zehnten Auftritt seines Teams in der dritthöchsten Spielklasse. „Am Schluss war meine Mannschaft abgezockter“, meinte auch SVB-Trainer Uwe Inderthal.

TVN fällt auf Rang 14

Gemeint war vor allem Till-Oliver Rudolphi. Der Linkshänder, der für die HSG Varel und die SG Achim/Baden schon in der zweiten Bundesliga gespielt hat, erzielte 35 Sekunden vor dem Schlusspfiff das entscheidende 28:27 für die Beckdorfer. „Da hat er einmal das gemacht, was ich von ihm gefordert habe: Werfen, aber nicht flach“, erklärte Inderthal, der sich zudem freute, dass seine Abwehr die verbleibende Zeit schadlos überstanden hatte. „Wir haben im Grunde, was wir brauchen. Durch die Manndeckung gegen Andre Willmann ist Platz vorhanden. Wir spielen fünf gegen fünf“, ärgerte sich Rieken darüber, dass nicht wenigstens ein Punkt gerettet wurde. „Da müssen wir in der Lage sein, ein Tor zu erzielen. Doch wir verdaddeln den Angriff, lassen uns viel zu weit auf die linke Seite drängen.“ Durch den Sieg stellte Beckdorf den Anschluss ans Mittelfeld her, der TVN rutschte auf Rang 14 ab.

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Die Neerstedter hätten verhindern können, dass sie in den letzten Sekunden in derart große Schwierigkeiten gerieten. Es gelang ihnen aber nicht, an das anzuknüpfen, was sie in zurückliegenden Spielen geboten hatten. „Mit unser Leistung kann ich nicht zufrieden sein“, sagte Rieken. „Das war unser schlechtestes Saisonspiel.“

Die Beckdorfer, denen in Paul Gummert und Alexander Kientopf zwei treibende Kräfte der bisherigen Saison verletzt fehlten, boten ebenfalls keine spielerische Glanzleistung. Sie agierten mit großem Einsatz und konzentrierten sich in der Offensive darauf, die Angriff lange und mit möglichst wenig Fehlern auszuspielen. Risiko gingen sie nur ein, wenn sie das von den Schiedsrichtern angezeigte Zeitspiel dazu zwang. So verhinderten die Beckdorfer weitgehend, dass die Neerstedter ihr Konterspiel aufzogen. Den Abschluss suchten die Gäste zumeist über ihren starken Kreisläufer Markus Bowe (6) oder die treffsicheren Außen. Im Rückraum übernahm oft Stefan Völkers (10/2) erfolgreich die Verantwortung, wenn alle anderen Wege zum versperrt waren.

Spielmacher fehlt

Den Neerstedtern fehlte der am Fuß verletzte Spielmacher Tim Schulenberg. „Es war klar, dass wir daher nicht so kreativ spielen würden“, sagte Rieken. „Sein Fehlen ist aber keine Entschuldigung für die Niederlage.“ Dazu trug die große Anzahl an überhasteten und unplatzierten Würfen deutlich mehr bei. Außerdem leistete sich der TVN schon im Spielaufbau viele Ungenauigkeiten. Rieken störten aber vor allem die immer wieder auftretenden Lücken in der Abwehr. „Es ärgert mich am meisten, dass wir zu viele Gegentore kriegen, weil wir den Kreisläufer nicht in den Griff bekommen.“

Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit (14:14), in der Bastian Carsten-Frerichs (12/7) – stärkster TVN-Feldspieler – mit neun Toren herausragender Akteur war, setzte sich Neerstedt bis auf 18:15 (35.) ab, verspielte den Vorsprung aber innerhalb von drei Minuten wieder. Anschließend wogte die Partie hin und her. Dank der Paraden von Maik Haverkamp – er wehrte in dem Spiel 22 Würfe ab – und einiger Umstellungen in der Angriffsformation keimte beim 24:22 (52.) noch einmal Hoffnung auf. Bis zum 26:25 (56.) blieb der TVN auch vorn, erzeugte aber in den letzten Angriffen nicht genug Druck. Und damit bekam Rudolphi in der Schlussminute die Chance auf seinen großen Auftritt.

Lars Pingel Lokalsport / Redaktion Wildeshausen
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