Roxbury (usa) Die Faustballerin Ida Hollmann hat mit der weiblichen U-18-Nationalmannschaft den Weltmeistertitel gewonnen. In einem hochdramatischen Finale setzte sich das Team mit der Brettorferin gegen Brasilien durch. Die männliche U18 um das TVB-Duo Tom Hartung und Marcel Osterloh gewann bei den Titelkämpfen im amerikanischen Roxbury Silber.

Dieses Endspiel war sicher nichts für schwache Nerven: Erst in der Verlängerung des Entscheidungssatzes machte die Deutsche Nationalmannschaft die Titelverteidigung gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Brasilianerinnen perfekt. Nach einem perfekten Start mit Satzführung geriet die Deutsche Dominanz aus den bisherigen Begegnungen in den folgenden zwei Sätzen immer mehr ins Wanken. Beide Defensivreihen lieferten sich mit vielen spektakulären Abwehraktionen einen beeindruckenden Schlagabtausch.

Kapitänin Ida Hollmann verfolgte die Begegnung in der Auswechselzone vom Spielfeldrand, motivierte durch ihre Anfeuerungsrufe aber jede einzelne Spielerin auf dem Feld. Nach zwei Satzverlusten lag das Deutsche Team auch im vierten Abschnitt bereits zurück und schien den Titel in der Neuauflage des Endspiels von 2016 zu verlieren. Doch mit einem wahren Kraftakt schaffte es das Team von Heike Hafer und Hartmut Maus in den Entscheidungssatz.

Hier hielt es dann kaum jemanden der rund 500 Zuschauer auf den Sitzen. Immer wieder retteten die Abwehrreihen in letzter Sekunde, Deutschland erkämpfte sich beim 10:9 den ersten Matchball. Insgesamt drei wehrte Brasilien noch nervenstark ab, ehe Angreiferin Vivien Werner einen Ball unerreichbar im Halbfeld platzierte und den Titel perfekt machte (11:6, 9:11, 7:11, 11:8, 12:12).

Nach dem ersten Platz in der Vorrundengruppe war die Deutsche Mannschaft auch durch die Double Elimination marschiert. Zwar gab es gegen Österreich den ersten Satzverlust im Turnier, doch gerade dank einer starken Leistung in der Defensive marschierte Deutschland ins Halbfinale. Kapitänin Ida Hollmann bewies dabei das gesamte Spiel über mit vielen starken Abwehraktionen ihr Können.

Eine recht deutliche Angelegenheit wurde das Halbfinale gegen die Schweiz. Das Nachbarland fand kaum ein Mittel, gegen die kompakt agierende Deutsche Mannschaft zu punkten. Das Bundestrainer-Duo ließ dabei alle zehn Spielerinnen zum Einsatz kommen. So wurde auch Ida Hollmann im Laufe der Begegnung eingewechselt. „Generell hatten wir einen sehr dankbaren Spielplan über das gesamte Turnier. Jeweils ein Spiel pro Tag und der schwerste Gegner nur im Finale“, sagte Ida Hollmann. Dadurch habe sich jedes Team von der großen Qualität der Deutschen Mannschaft überzeugen können. „Wir haben einen unglaublichen Teamgeist entwickelt, der uns als Mannschaft sicherlich ausmacht“, sagte Hollmann. Im Spiel gegen Brasilien sei das Durchhaltevermögen und der starke Willen der Knackpunkt ihrer Mannschaft gewesen. „So konnten wir uns alle aufeinander verlassen und jeder stand voll hinter unserer Mission, unserem Project Gold“, freute sie sich.

Zum Doppel-Triumph der männlichen und weiblichen Jugend reichte es am Ende nicht ganz. Die U-18-Jungen verpassten gegen Brasilien den Titelgewinn. Bereits in der Double Elimination hatte es eine Niederlage gegen die Südamerikaner gegeben, im Endspiel zeigte das gesamte deutsche Team zwar eine Leistungssteigerung, am Ende stand aber eine 1:3-Niederlage (5:11, 5:11, 15:14, 8:11).

Dabei unterliefen dem Team immer wieder Eigenfehler, durch die das Team der beiden Bundestrainer Kolja Meyer und Tim Lemke immer wieder früh in den Sätzen in Rückstand geriet. „Brasilien ist ein echt starkes Team, das im Angriff über zwei richtig starke Spieler verfügt“, sagte Marcel Osterloh, der die Partie lautstark vom Spielfeldrand verfolgte. „Wir konnten stellenweise gut mithalten und darauf sind wir stolz.“ Brasilien habe aber dank der Leistung über die fünf Wettkampftage verdient gewonnen.

Das vorweggenommene Endspiel war sicherlich das Halbfinale gegen Österreich. Hier kämpfte sich die deutsche Mannschaft nach einem 0:2-Rückstand noch einmal zurück in die Partie. „Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert, sind als Team zusammengewachsen. Dass wir gegen Österreich nach dem Rückstand noch gewonnen haben, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagte Osterloh. Mit dem Finaleinzug sei er mehr als zufrieden. „Es war meine erste Weltmeisterschaft und ein unglaubliches Gefühl, dabei gewesen zu sein.“

Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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