WILDESHAUSEN Sie wippen, hopsen, dehnen die Glieder, manche tragen rote Mützen. Franzis Schipper sucht nach Tapeband für ihre Tochter Kim. Die Neunjährige hat sich am Morgen den Zeh gestoßen, will aber unbedingt beim 18. Wildeshauser Nikolauslauf starten.

Insgesamt bereiten sich am Sonntagmorgen 421 Sportler auf dem Gelände der Neuen Wallschule vor, mehr als in allen Jahren zuvor. Vielleicht liegt es daran, dass der Nikolauslauf auf den 6. Dezember gefallen ist. „Dass noch so viele Nachmeldungen gekommen sind, haben wir nicht erwartet“, sagt Torsten Iverssen, Organisator vom Lauf-Team Wildeshausen.

Pünktlich um 10 Uhr startet das erste Feld zum Volkslauf auf die 6,4 Kilometer-Strecke. Sportler aller Altersklassen schlagen den Seniorenweg längs der Hunte ein. Unterdessen zappeln 111 Kinder, die nur fünf Minuten später auf der zwei Kilometer langen Bahn starten, mehrere Meter über die Startlinie hinaus. Auch Kim mit ihrem getapeten Zeh ist dabei. Lange lassen sich die Kinder nicht halten, doch schon wenige Meter nach dem Start ereignet sich die erste Panne: Ina Marlen biegt falsch ab und läuft dem 6,4-Kilometer-Feld hinterher. Ihr Vater Erik ruft, doch sie hört ihn nicht. Er schnappt sich ein fremdes Fahrrad und radelt der Neunjährigen hinterher. Sie ist schon mehrere Hundert Meter falsch gelaufen, als er sie einholt. Ina Marlen kehrt um, doch Chancen auf den Sieg hat sie nicht mehr.

Den holt sich Pascal Diers. Der Zwölfjährige hält sich als Fußballer in der D-Jugend des VfL Wildeshausen fit und spurtet nach 8,06 Minuten über die Ziellinie. „Auf den letzten Metern habe ich nochmal Gas gegeben“, verrät er. Zweiter wird Matin Sabri Ali (8,37), der damit auch den ersten Platz der Schüler C gewinnt. Gesamtdritter und Erster der Schüler D wird Julius Scheuerer (8,42). Kimberly Schipper, die Neunjährige mit dem getapeten Fuß, ist nach 9,31 Minuten als erstes Mädchen über die Ziellinie gelaufen, Irrläuferin Ina Marlen Rawe aus Nortrup (9,47) ist als zweitbestes Mädchen durchgesprintet. Drittschnellste ist Hanna Franz (9,50).

Inzwischen sind auch die 6,4-Kilometer-Läufer im Ziel. Den vielen trainierten Erwachsenen hat ein 13-Jähriger aus Oldenburg die Show gestohlen. Dennis Heberer läuft sonst für BW Oldenburg und hat in 23,01 Minuten alle hinter sich gelassen. „Ein bisschen überrascht war ich schon“, sagt er. Hinter ihm haben sich Andreas Zoll (23,16) und Rouven Reinke aus Hannover (23,26) als Zweiter und Dritter platziert. Als beste Frauen sind Lisa Braack aus Bremen (27,38), Neele Harms vom TuS Ofen (27,40) und Julia Ilgner vom Lauftreff SV Oferndiek (31,50) eingelaufen.

Nun tigern die Profis zur 12,5 Kilometer-Strecke an die Startlinie. Torsten Iverssen startet mit dem Megafon den Countdown – Läufer und Zuschauer zählen von zehn runter. Dann eilt auch dieses Feld auf die Strecke längs der Hunte.

Unter den 216 Läufern zeichnet sich nach einer guten halben Stunde ein enges Duell zwischen drei Spezialisten vom TSV Großenkneten ab. Viel spricht für den 25-jährigen Dirk Schmitt, denn seine Konkurrenten Michael Reise und Rainer Beewen sind mit 41 und 43 Jahren schon im reiferen Läuferalter. Tatsächlich gelingt es ihm, Beewen nach einer Steigung abzuhängen. Nur Michael Reise bleibt dran – und jagd dem Jungspund auf den letzten 500 Metern den Sieg mit einer Zeit von 46, 37 Minuten (Schmitt 46,40; Beewen 46,55) noch ab. Die drei Großenkneter schlagen ein, Reise ist ganz der noble Gewinner: „Es war heute einfach die Tagesform.“ Als beste Frauen haben sich Andrea Garben (56,11), Ute Ellinghusen (56,26) und Elke Wessels (57,25) platziert.

Timo Ebbers Ltg. / Online-Redaktion
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