Neerstedt Die Erfolgsserie in eigener Halle ist gerissen: Die Handballer des TV Neerstedt haben am Samstagabend ihre erste Heimniederlage in dieser Saison kassiert. Gegen den Drittliga-Absteiger SV Beckdorf musste sich die Mannschaft von Trainer Björn Wolken mit 24:29 (10:14) geschlagen geben. Mit 7:9 Punkten liegen die Neerstedter jetzt im unteren Tabellenmittelfeld in der extrem ausgeglichenen Oberliga. Beckdorf hingegen machte Boden gut und liegt aufgrund des besseren Torverhältnisses drei Plätze vor den Neerstedtern.

Dabei hätten die Grün-Weißen auch gegen die Gäste aus dem Landkreis Stade gewinnen können. „Wir haben heute gegen Neun gespielt“, meinte Linkshänder Kyan Petersen nach dem Schlusspfiff im Gefühl der ersten Enttäuschung. Sein Unmut richtete sich dabei gegen das Schiedsrichtergespann Thomas Determann/Markus Richter, von denen er sein Team in einigen entscheidenden Situationen benachteiligt sah. „Alleine an den Schiedsrichtern die Niederlage festzumachen, wäre zu einfach“, relativierte sein Trainer Björn Wolken schnell, hielt aber fest: „Die strittigen Zeitstrafen gegen uns kamen genau zu dem Zeitpunkt, als wir dran waren.“

Doch der Reihe nach: Die Partie begann vor rund 150 Zuschauern gut für die Hausherren, die nach Treffern von Kyan Petersen, Marcel Reuter, Andrej Kunz und Malte Kasper mit 4:2 (7. Minute) in Führung gingen. Anschließend machte sich aber schon die mangelnde Durchschlagskraft im Neerstedter Rückraum bemerkbar, in dem der verletzte Eike Kolpack vermisst wurde. „Wir haben zu viel verworfen, vor allem von Rechtsaußen kam gar nichts“, hielt Wolken fest. So geriet der TVN durch vier Gegentore in Folge erstmals in Rückstand und musste den körperlich deutlich überlegenen Gegner zwischenzeitlich sogar auf 11:6 (20.) davonziehen lassen.

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Im zweiten Abschnitt geriet die Heimmannschaft erstmals beim Stand von 13:17 (38.) in doppelte Unterzahl, als die Kasper-Brüder Malte und Marcel jeweils Zeitstrafen abbrummten. Ein gehaltener Siebenmeter des eingewechselten Torhüters Kevin Pecht sowie zwei Treffer von Mario Reiser und Marcel Reuter ließen Neerstedt diese Phase sogar „gewinnen“ – 15:18. Als Niklas Lüdeke das 16:18 nachlegte, schien noch mehr möglich. Neerstedt fightete, das Publikum wurde wach. Doch dann folgte der nächste Rückschlag, als die Unparteiischen sowohl Malte Kasper als auch Kyan Petersen auf die Bank schickten (43.). „Keiner weiß warum“, wunderte sich Wolken. Diesmal nutzte Beckdorf die Überzahl und setzte sich auf 21:17 ab. Wenig später stand es 20:26 (56.) aus Neerstedter Sicht – das Spiel war entschieden.

Dass seine Spieler dennoch nicht die Köpfe hängen ließen, rechnete Wolken seinem Team hoch an. „Ich kann den Jungs kaum einen Vorwurf machen, sie haben gekämpft und sich unter den Umständen gut verkauft“, resümierte der TVN-Coach.

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Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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