Bissendorf /Neerstedt Ausgelassen war der Jubel am Sonntagabend bei den Oberliga-Handballern des TV Neerstedt. Die Mannschaft vom Trainerduo Dag Rieken und Kai Freese gewann den neugestalteten Landespokalwettbewerb des Niedersächsischen und Bremer Handballverbandes durch zwei Siege in der Pokalendrunde beim „Final Four“ in Bissendorf. Damit feierte der TVN den größten Erfolg der vergangenen Jahre. „Wir sind sehr stolz auf die Mannschaft, die kämpferisch alles gegeben hat“, lobten die Trainer, zumal mit Marcel Richter und Tim Schulenberg zwei wichtige Kräfte fehlten. Trotz eines erneut kleines Kaders setzte sich der TVN im Endspiel mit 36:34 (20:14) nach Siebenmeterwerfen gegen den Oberliga-Rivalen TV Bissendorf-Holte durch und reckte den Pokal in die Höhe. Dritter wurde Oberligist HSG Barnstorf-Diepholz, der im Spiel um Platz drei den Oberliga-Aufsteiger und angehenden Verbandsliga-Meister MTV Braunschweig bezwang.

Sowohl im Halbfinale gegen die HSG Barnstorf/ Diepholz als auch im Endspiel wurde Neerstedts Keeper Christoph Kuper zum Pokalhelden und Sieggarant. In beiden Siebenmeterwerfen parierte er jeweils drei Würfe und ließ seine Teamkollegen jubeln. Doch auch in der regulären Spielzeit hielt er sein Team mit starken Paraden immer wieder im Spiel. „Er hat überragend gehalten und uns den Sieg gebracht“, schwärmte TVN-Coach Kai Freese.

Im mitreißenden Finale lagen die Neersteder lange Zeit in Führung und gingen ein hohes Tempo gegen Bissendorf-Holte. Diesem mussten sie in der Schlussphase Tribut zollen, zudem sie in Unterzahl agierten. Zwölf Sekunden vor dem Ende kassierte der TVN noch das 33:33, doch behielt anschließend im Siebenmeterwerfen wie erwähnt die Nerven. Torben Kruse verwandelte den letzten Wurf für die Neerstedter.

In einem dramatischen Halbfinale hatten sich die Neerstedter zuvor knapp mit 31:29 (13:15) im Siebenmeterwerfen gegen Oberliga-Konkurrenten HSG Barnstorf/Diepholz durchgesetzt. Nach den entscheidenden Paraden von Kuper verwandelte Jan Busse den letzten Siebenmeter. Speziell Rückraum-Mitte-Spieler Kruse verdiente sich in der Partie Bestnoten: „Er hat klasse Regie geführt und seine Nebenleute sehr gut eingesetzt“, lobte Freese.

Nach der regulären Spielzeit hatte es 28:28 geheißen. Neerstedt musste permanent einem Rückstand hinterherlaufen, der nach rund 15 Minuten sogar sechs Tore betrug (1:7). Nach einer Auszeit und einer Umstellung der Abwehr von einem 5-1 auf eine 6-0-Formation fanden die Landkreisler besser ins Spiel und verkürzten den Rückstand bis zur Pause auf zwei Tore (13:15).

Nach dem Seitenwechsel dauerte es bis zur 53. Minute, ehe die Neersteder erstmals ausglichen zum 25:25. In der nervenaufreibenden Schlussphase ging die HSG kurz vor dem Abpfiff mit 28:27 in Führung. Neerstedt ging nun volles Risiko, nahm Keeper Kuper heraus und probierte es mit sieben Feldspielern. Eike Kolpack war es schließlich, der drei Sekunden vor dem Abpfiff zum 28:28-Ausgleich traf. Der erneute Führungstreffer der Gastgeber fiel erst nach Ertönen der Sirene und zählte nicht. Damit wiederholte sich die kuriose Geschichte aus dem Oberliga-Rückrundenspiel als die Neerstedter ebenfalls drei Sekunden vor dem Ende noch zum 25:25 gegen die Barnstorfer kamen.

„Die Mannschaft hat einen tollen Pokalwettbewerb gespielt“, freuten sich die Trainer über den Titelgewinn.

Sebastian Friedhoff Redakteur / Newsdesk
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