Lastrup /Hude /Sandkrug Angesprochen auf die eigene Leistung sind Sportler – unabhängig von ihrem Alter oder der Disziplin – häufig sehr selbstkritisch. Das verhält sich auch bei Larissa Gärdes nicht ganz anders. „Ich hätte auch zwei bis drei Bälle mehr halten können“, sagt die Handball-Torhüterin aus Hude, die seit anderthalb Jahren für die TSG Hatten-Sandkrug aufläuft. Das Spiel, über das die 15-Jährige spricht, war allerdings kein alltägliches mit ihrem Verein, sondern ihr erstes im Trikot der deutschen U-16-Nationalmannschaft.

Mit der DHB-Auswahl von Jugend-Bundestrainer Frank Hamann und Co-Trainerin Barbara Hetmanek nahm Larissa Gärdes in dieser Woche am vierten und letzten Lehrgang des Jahres in der Sportschule in Lastrup teil. Alleine das war für die Huderin eine Premiere – die zudem noch völlig überraschend daherkam. Denn ursprünglich wäre es eine ganz normale Trainingswoche für sie geworden, ehe es einen unverhofften Anruf gab. „Eine Torhüterin hatte sich verletzt, und ich wurde nachnominiert“, erzählt Larissa. Diese Chance ließ sie sich natürlich nicht entgehen und reiste spontan nach Lastrup hinterher. „Man wird ja schließlich auch nicht jeden Tag vom DHB eingeladen“, schmunzelt die Torhüterin.

Ihre sportlichen Wurzeln hat Larissa in ihrer Heimatgemeinde, wo sie bei der HSG Hude/Falkenburg in der E-Jugend mit dem Handballspielen anfing. Bereits ein Jahr später fand sie sich dann nicht mehr auf dem Feld, sondern zwischen den Pfosten wieder. „Das war nicht mal zwangsweise“, blickt die Gymnasiastin, die zur Liebfrauenschule Oldenburg geht, lachend zurück: „Ich hatte Spaß daran gefunden und wollte tatsächlich ins Tor.“

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2016 wechselte Larissa zur TSG Hatten-Sandkrug, wo sie sowohl der weiblichen A- als auch B-Jugend angehört. Doch das allein reicht der ehrgeizigen Torhüterin nicht. Neben dem Fördertraining in Hude nimmt sie auch noch an den Übungseinheiten der Zweitliga-Frauen von Werder Bremen teil, für dessen B-Jugend sie überdies auch noch ein Doppelspielrecht besitzt.

In der Sportschule Lastrup, die eine Kooperation mit dem Handballverband Niedersachsen abgeschlossen hat, kam Larissa mit den besten deutschen Nachwuchs-Handballspielerinnen ihres Jahrgangs zusammen. Dort standen in erster Linie die Auswertung eines Turniers in Spanien sowie die individuelle Entwicklung der Spielerinnen auf dem Programm. Weitere Schwerpunkte lagen in den Bereichen Technik und Athletik.

Zudem bestritten die Mädchen am Dienstagabend ein Trainingsspiel gegen SFN Vechta (3. Liga). Deutschlands Nachwuchsteam verlor 21:38, wobei das Ergebnis nicht im Vordergrund stand. „Aber die Mädels müssen das Spiel gegen körperlich überlegene Gegner lernen“, betont Trainer Hamann: „Deshalb bringt es uns nicht weiter, wenn wir gegen eine A-Jugend spielen.“

Für den DHB-Neuling aus Hude bedeutete das Spiel so oder so etwas Besonderes. „Die Nationalhymne wurde vorher zwar nicht gespielt, aber es war trotzdem eine schöne Erfahrung“, bilanziert Larissa ihren ersten Auftritt im DHB-Trikot. Sie spielte die zweite Halbzeit durch und zeichnete sich mit mehreren Paraden aus – darunter ein Gegenstoß sowie mehrere freie Würfe. Es sei „ein tolles Gefühl“ gewesen, als sie in die Partie kam.

Dieses Gefühl hätte sicherlich auch ihre Mannschaftkollegin Naomi Conze von der TSG Hatten-Sandkrug gerne erlebt – allerdings hatte sich die Rückraumspielerin bei einem DHB-Lehrgang in Kienbaum einen Kreuzbandriss zugezogen und muss auf unbestimmte Zeit pausieren.

Wie und wann es für Larissa Gärdes bei der Jugendnationalmannschaft weitergeht, weiß die Torhüterin noch nicht. Sie bleibt aber bei den Trainern auf dem Zettel und wird weiterhin beobachtet. Mit den Eindrücken beim Trainingslager sowie im Trainingsspiel hat sie jedenfalls ihre Visitenkarte für weitere Nominierungen abgegeben.

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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