Landkreis Riesenjubel in Achternmeer, große Erleichterung beim TV Jahn Delmenhorst sowie Enttäuschung pur bei der SpVg. Berne und dem Ahlhorner SV. Während der SV Achternmeer und der TV Jahn am dramatischen letzten Spieltag den Klassenerhalt in der Fußball-Kreisliga feierten, nehmen Berne und Ahlhorn die beiden Abstiegsplätze ein.

Während die Spielvereinigung Berne als Schlusslicht sicher absteigt, dürfen die Ahlhorner zumindest noch hoffen: Der TSV Ippener (Platz zehn in der Abschlusstabelle) diskutiert derzeit, ob er in der kommenden Saison überhaupt in der Kreisliga antreten will. Im Falle eines fristgerechten Rückzugs würde der ASV als Vorletzter doch noch die Klasse halten. Ein klares Statement dazu gab es aus Groß Ippener allerdings am Sonntag noch nicht. „Wir haben am Montag eine Sitzung, werden einiges besprechen und uns dann äußern“, erklärte TSV-Fußballobmann Dieter Märtens auf Nachfrage.

SV Achternmeer - SV Atlas Delmenhorst II 3:1 (2:0). Achternmeer jubelte nach diesem Heimsieg nicht nur über den Klassenerhalt und freut sich auf das zehnte Kreisliga-Jahr in Folge, sondern machte auch seinem scheidenden Trainer Robin Hofmann ein schönes Abschiedsgeschenk. „Wir haben bis zum Schluss dran geglaubt“, jubelte Hoffmann. „Die Jungs haben alles rausgeholt gegen einen starken Gegner. Das war kämpferisch überragend.“ Ein Sonderlob zollte der Trainer seinem Torhüter Marcel Ranke, der eingesprungen war und ein hervorragendes Spiel ablieferte.

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Der SVA drückte von Anfang an auf das Tempo und lag bis zur Pause verdient mit 2:0 vorne. In der 16. Minute scheiterte Dennis Tinter noch im ersten Versuch am Atlas-Torhüter, traf aber im Nachfassen zum 1:0. Nach etwas mehr als einer halben Stunde das 2:0: Nach einem Einwurf von der rechten Seite wurde der Ball verlängert, Johanning stand am langen Pfosten und köpfte die Kugel ein. Kurz vor und nach der Pause hatten die Platzherren weitere Chancen, ehe Deniz Akman in der 54. Minute den Torhüter umspielte und zum 3:0 einschoss.

Danach zog sich Achternmeer etwas zurück und ließ Atlas kommen. Doch gerade in dieser Phase zeigte sich Ranke mit mehreren sehr guten Paraden auf dem Posten. Lediglich beim 3:1 durch Lennart Schimmler (71.) war er machtlos. „Wir haben nach einer schwachen Hinrunde unsere Hausaufgaben gemacht und in diesem Jahr 23 Punkte geholt. Ein Abstieg wäre ganz bitter gewesen“, fasste Hofmann zusammen.

FC Hude - Jahn Delmenhorst 3:1 (2:1). „Wir waren in der ersten Hälfte gut, dann wurde Jahn immer besser. Unterm Strich war es ein glücklicher Sieg“, sagte Hudes Trainer Lars Möhlenbrock. Die Delmenhorster freuten sich zumindest dank der Schützenhilfe vom TuS Heidkrug (3:1 gegen Berne) über den Klassenerhalt. „Schade, dass wir uns heute nicht mit einem Punkt belohnen konnten. Den hätten wir verdient gehabt. Der Klassenerhalt war ein hartes Stück Arbeit“, meinte Jahn-Trainer Arend Arends spürbar erleichtert.

Torben Liebsch sorgte mit seinen Treffern zum 1:0 (18.) und 2:0 (31.) zunächst für klare Verhältnisse. Artjom Prieb machte es mit einem Schlenzer aus 25 Metern über den zu weit draußen stehenden Huder Keeper Thorsten Simmert und dem 2:1 (40.) aber vor der Pause wieder spannend.

Das 2:2 hatte Dennis Geiger auf dem Fuß, er wäre nach einem Foul von Simmert allein mit dem Ball aufs Tor zugelaufen. Der Unparteiische Keno Rademaker pfiff den Vorteil aber ab. So blieben die Huder vorn und machten durch einen Abstauber von Christian Nordbruch zum 3:1 (90.+1) alles klar.

TSV Ippener - Ahlhorner SV 2:6 (1:1). Erst als die Gäste in der Schlussphase in doppelter Überzahl agierten, wurde das Ergebnis deutlich. Ippener war ohne Ersatzspieler angetreten, musste Mitte der zweiten Halbzeit den verletzungsbedingten Ausfall von Bekir Yapici verkraften und verlor in der 73. Minute auch noch Gabriel Sasmaz mit Gelb-Roter Karte wegen Meckerns. „Unter den Umständen haben wir uns sogar ganz gut verkauft“, hielt TSV-Trainer Mohamed Charour fest. Bei den Ahlhornern kam derweil keine Freude über den Sieg auf – die Abstiegsplätze konnte der ASV dadurch nicht mehr verlassen und ist nun ausgerechnet vom Schicksal des TSV Ippener abhängig. „Die Tabelle lügt nicht“, brachte es Ahlhorns Trainer Jörg Beckmann auf den Punkt. „Wir sind nicht heute in das Schlamassel geraten, sondern in einer anderen Phase der Saison. Da muss sich auch jeder hinterfragen, ob er wirklich alle reingehauen hat.“

Auch am Sonntag zeigten die Gäste über weite Strecken nur magere Kost, obwohl Kai Brüning per Kopfball nach einer Ecke von Dennis Reiter die frühe Führung gelang (11.). Diese gab aber keinen Auftrieb. Ippener hielt überraschend gut dagegen und drehte durch zwei Treffer durch die Brüder Zana (31.) und Bassal Ibrahim (51.) sogar das Spiel zum 2:1. Zu diesem Zeitpunkt lag Ahlhorn fast schon ganz am Boden – und in der Live-Tabelle am Ende.

Immerhin bewies die Beckmann-Truppe Moral. Reiter traf nach schöner Einzelleistung zum 2:2 (60.), Rupprecht holte mit einem Heber von der halbrechten Seite die Führung zurück (75.). Danach schossen Gudlijan Arifi (75.) sowie Rupprecht mit einem Doppelpack in der Nachspielzeit noch ein klares Ergebnis heraus – was den Ahlhorner SV zumindest weg vom letzten Tabellenplatz brachte.

TuS Heidkrug - SpVg. Berne 3:1 (1:1). Berne war der große Verlierer des letzten Spieltags. Dabei gingen die Gäste früh in Führung (8.). Doch danach lief bei den Gästen nichts mehr zusammen. „Wir haben katastrophal gespielt und sind selbst schuld“, sagte Trainer Michael Müller. Tore: 0:1 Ripken (8.), 1:1 Müller-Nielsen (14.), 2:1 Faulhaber (67., Foulelfmeter), 3:1 Winkler (88.).

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
Volkhard Patten Nordwest-Fußball / Redakteur
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