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Landkreis Es gehört zum Leben eines Nachwuchs-Sportlers dazu, Vorbilder zu haben. Einst war es der junge Franz Beckenbauer, der die Kinder auf die Fußballplätze brachte. Dank Steffi Graf und Boris Becker erlebten die Tennisvereine in den 1980er-Jahren einen wahren Ansturm. Auch beim Handball gab es ähnliche Beispiele. 2007 sorgte das „Wintermärchen“ im eigenen Land für einen enormen Zulauf auf die Vereine. Der Weltmeistertitel der deutschen Nationalmannschaft weckte das Interesse der Kinder.

Und wie sieht es heute aus? Die Europameisterschaft ist am Wochenende zu Ende gegangen. Die deutsche Mannschaft wurde Fünfter. Können die Vereine von diesem Event profitieren? Die NWZ fragte bei Jugend-Trainern aus dem Landkreis Oldenburg nach.

War die Europameisterschaft ein Thema beim Training der Jugendlichen?

„Wir haben mitunter unser Training verschoben, damit die Kinder und Jugendlichen die Spiele gucken konnten“, sagt Roberto Petrocelli, Trainer in Hoykenkamp. In den männlichen Teams sei das Interesse etwas größer gewesen als bei den Mädchen. Die B-Jugend der TSH hätte „richtig Bock auf die EM gehabt“, berichtet Trainer Steffen Hemmelskamp. Die Halle in Hoykenkamp hat einen Jugendraum mit großem Fernseher. „Wir konnten dort zwei Spiele der Deutschen gucken“, sagt Hemmelskamp. Das sei auch eine geeignete Maßnahme für das eigene Team-Building.

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Andreas Dunkel ließ immer einen Live-Ticker beim Training mitlaufen. Der Jugendwart von der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg zeichnete außerdem einige Spiele auf. „Diese konnten wir später angucken. Die Spieler haben sich zudem zu anderen EM-Spielen getroffen“, erzählt Dunkel. Auch beim TV Neerstedt wurde kein Training verschoben. „Aber im Vereinsheim wurden einige Begegnungen gemeinsam geguckt“, sagt Jugendkoordinatorin Cordula Schröder-Brockshus.

Wird diese EM einen neuen Handball-Hype auslösen können?

Die Trainer sind sich darüber einig, dass der Zulauf immer dann groß ist, wenn die Nationalmannschaft auch Erfolg hat. Dieser sei bei dieser EM überschaubar gewesen. „Mir hat die Berichterstattung im TV gar nicht gefallen“, kritisiert Petrocelli. Er hätte teils den Ton ausgeschaltet, weil er ihm nicht gepasst hätte. Für die Außendarstellung sei das schlecht. Hemmelskamp sieht das etwas anders. „Die deutsche Mannschaft hat ein positives Image. Handballer gelten als faire Sportsmänner“, sagt der 29-Jährige. Er hofft auf den einen oder anderen Neuling beim Training. Andreas Dunkel glaubt nicht, dass man von diesem Turnier profitieren könne. „Es wird kein Vergleich zu 2007 werden“ , so Schröder-Brockshus.

Haben die Jugendlichen noch Handball-Vorbilder?

„Das ist weniger geworden“, hat Schröder-Brockshus festgestellt. Uwe Gensheimer sei trotz erneut überschaubarer Leistung im Nationaltrikot immer noch der Liebling der Jugendlichen. Timo Kastening hätte in Hoykenkamp mit seiner unbekümmerten Art neue Freunde gewonnen, sieht Petrocelli eine Tendenz. Dunkel verweist auf die Trikots, die beim Training getragen werden. „Da lesen wir Namen wie Weinhold, Wienczek und Pekeler“, sagt Dunkel. Allesamt deutsche Nationalspieler.

Was macht Ihr Verein konkret, um Nachwuchs zu gewinnen?

Die HSG Grüppenbühren geht in die Schulen. „Wir bieten Schnupperkurse und AG’s an“, sagt Andreas Dunkel. Der TV Neerstedt richtet in jedem Jahr eine „Mini-WM“ für die Grundschulkinder aus. „Diese Kooperation ist sehr wichtig“, weiß Cordula Schröder-Brockshus aus ihrer Erfahrung zu berichten. „Bei uns ist die Jugendarbeit mittlerweile höher angesiedelt, als die Förderung der Herren“, sagt Roberto Petrocelli von der TSH. Der Verein stecke viel Geld in die Förderung von Trainerinnen und Trainern. „Daher haben wir inzwischen viele Übungsleiter mit C-Lizenz“, so Petrocelli.

Tobias Göttler Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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