Neerstedt Das letzte Spiel hatte keine große sportliche Bedeutung mehr – trotzdem wollten die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt ihren Fans noch einmal zeigen, was sie können. Und so schlugen sie die SG Friedrichsfehn/Petersfehn mit 31:30 (12:16) dank eines spektakulären Kempa-Treffers in letzter Sekunde von Eike Kolpack. Es war ein versöhnlicher Abschluss einer mit Höhen und Tiefen gespickten Saison, die für Neerstedt auf einem ordentlichen sechsten Tabellenrang endete.

„Der Kempa-Trick war angesagt. Das ist natürlich ein schöner Abschluss gewesen“, sagte TVN-Trainer Dag Rieken. 18 Sekunden vor der Schluss-Sirene nahm der Coach beim Stand von 30:30 die letzte Auszeit und gab seiner Mannschaft das riskante Manöver mit auf den Weg. Es folgte eine perfekte Ausführung über den rechten Flügel, dort erhielt Stefan Timmermann den Ball und leitete ihn hoch an die Siebenmetermarkierung zu Kolpack weiter. Der Rückraumschütze, der nach einer Muskelverletzung wieder dabei war, hämmerte die Kugel zum vielumjubelten 31:30 in die Maschen.

Maßgeblichen Anteil am knappen Triumph gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden Gast aus dem Landkreis Ammerland hatte Timmermann. Der 31-Jährige erwischte in seiner letzten Partie im Trikot des TV Neerstedt einen starken Tag und markierte sieben Tore. Nach der Pause erzielte Timmermann, den es nach acht Jahren in Neerstedt zurück zu seinem Heimatverein HSG Delmenhorst zieht, vier Tore in Serie und brachte den Turnverein auf 16:19 (34.) heran. Friedrichsfehn gab bis dahin über weite Strecken den Ton an. Rieken reagierte früh und stellte Mitte der ersten Hälfte auf eine 5:1-Deckung um. „Das funktionierte etwas besser“, sagte er. Ein 5:0-Lauf zum 20:19 – auch das 20. Tor ging auf das Konto von Timmermann – bescherte den Neerstedtern die Führung.

In der hektischen und abwechslungsreichen Endphase mussten beide Teams durch ein Wechselbad der Gefühle. Als Timmermann drei Minuten vor dem Ende eine Zeitstrafe kassierte, deutete einiges auf einen Sieg der Gäste hin. Doch es kam bekanntlich anders: Der Kempa-Treffer rundete das sehenswerte Match ab und fand im TV Neerstedt einen glücklichen, aber aufgrund der Steigerung im zweiten Abschnitt nicht unverdienten Gewinner.

Neben Timmermann waren Keeper Tristan Depenbrock, der drei Minuten vor Schluss einen Siebenmeter von Karsten Braun parierte, und Marcel Richter die wichtigsten Neerstedter Säulen.

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