SANDKRUG Ohne greifbares Ergebnis diskutieren mehr als 50 Mitglieder der Turnabteilung der TSG Hatten-Sandkrug am Dienstagabend im Gasthof Ripken über die Absetzung von Stefanie Nowak als Übungsleiterin der Turnabteilung und über die Aufteilung der Sporthalle am Donnerstagnachmittag.

Die Frage, ob die Halle am Sommerweg in Sandkrug während dieser Trainingszeit nur für die Leistungsturner unter Stefanie Nowak zur Verfügung stehen oder mit einer Gruppe von Turnerinnen geteilt werden soll, die nicht leistungsorientiert turnen, ist Hintergrund eines seit Monaten schwelenden Streits. Im Verlauf dieses Streits war Nowak (wie ihr Vater Peter Biel als Pressewart und Sportwart Jürgen Lakeberg) als Jugendwartin und als Abteilungsleiterin zurückgetreten. Vorläufiger Höhepunkt war die Absetzung von Nowak als Übungsleiterin durch die Abteilungsleitung und wütende Protest einiger Eltern gegen diese Entscheidung.

Am Mittwoch, 18. Februar, hatte der TSG-Vorsitzende Jens Büsselmann das klärende Gespräch angeboten, das jetzt stattfinden sollte (die NWZ  berichtete). Dabei sollten zum einen beide Seiten zu Wort kommen, zum anderen versprach Büsselmann, es solle über die Verteilung von Hallenzeiten, über den Grund für die Trennung und über die Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung von Stefanie Nowak gesprochen werden.

Abteilungsleitung bleibt hart

Gesprochen wurde am Dienstag zwar, im Verlauf des dreieinhalbstündigen Gesprächs wurde aber deutlich: Ihre Entscheidung zur Aufteilung der Halle und zur Ablösung Nowaks würde die Abteilungsleitung nicht zurück nehmen. Matthias Maurer, der einführende Worte sprach und dem es als Moderator gelang, die Emotionen im Zaum zu halten, erinnerte zu Beginn daran, dass die Runde keine reguläre Abteilungsversammlung sei und keine Beschlüsse fassen könne.

Zunächst gab es aber Streit um den Grund für die Trennung von Stefanie Nowak. Den wollten die neuen Abteilungsleiterinnen Claudia Maurer und Heike Büsselmann erst nennen, wenn Nowak schriftlich ihr Einverständnis erklärt habe. Die bestand aber darauf, vorher selbst die Gründe zu erfahren. Diese waren ihr bis zu diesem Zeitpunkt nicht genannt worden. Nach einem persönlichen Gespräch gab Claudia Maurer dann bekannt, ausschlaggebend sei allein der Streit um die Nutzung der Halle am Donnerstag gewesen. Offenbar ist dieser Streit derzeit nicht lösbar, wie die nachfolgende Debatte zeigte.

Zweifel an Training

Die Eltern der wettkampforientierten Leistungsturner um Stefanie Nowak erklärten wiederholt, ein Training zur Vorbereitung auf Wettkämpfe sei nicht mehr möglich, weil ihnen Raum und Geräte fehlen würden. Immer wieder erklärten Eltern aus dieser Gruppe auch, ohne die Option, dass Nowak das Training wiederaufnehmen dürfe, sei ein Gespräch für sie sinnlos.

Trainerin wird gesucht

Auf der anderen Seite steht eine Reihe von Eltern und ehemaligen Leistungsturnerinnen, die jetzt als Akrobatinnen bei den „Green Spirits“ aktiv sind, die aber ohne Wettkampfambitionen weiter turnen möchten und dafür Platz in der Halle am Sommerweg beanspruchen. Sie vertreten die Auffassung, ein leistungsgerechtes Training sei auch auf kleinerem Raum möglich.

Beweisen soll das zunächst ein Team um Heike Büsselmann und Priska Kühling, Trainerin der „Green Spirits“. Gleichzeitig soll eine qualifizierte Trainerin von außen gesucht werden, die die Leistungsturner übernehmen soll.

Dass ein Training auf dem gewohnten Niveau im Vorfeld nahender Wettkämpfe möglich ist, glauben viele Eltern nicht, auch wenn die Abteilungsleitung und Kühling dies versicherten. Petra Göpel, die als Trainerin zum Team von Stefanie Nowak gehörte, will unter der neuen Leitung nicht weiter arbeiten.

Zwischen den Stühlen saßen einige Eltern, deren Kinder sowohl zu den Leistungsturnern als auch zu den „Green Spirits“ gehören. Wie viele von ihnen forderte auch die langjährige Turn-Abteilungsleiterin Gertrud Strachalla, die beiden Hauptkontrahentinnen Nowak und Kühling müssten sich einigen. Strachalla zeigte kein Verständnis für den Streit: „Es soll hier doch um die Kinder gehen.“ Ihr Appell verhallte scheinbar ungehört.

Für die Abteilungsleitung konnte Matthias Maurer den Eltern nur anbieten, sie sollten abwarten, wie sich das Training unter der neuen Leitung entwickeln werde – für die meisten war das kein akzeptables Angebot. Nach einer möglichen Lösung gefragt erklärte Nowak, für sie komme nur ein Kompromiss in Frage, der ihrer Gruppe ein wettkampfgerechtes Training ermögliche.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Westerstede
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.