KLEINENKNETEN Es begann wie ein typisches Kellerduell der Fußball-Leistungsklasse. Doch dann endete die Begegnung zwischen GW Kleinenkneten und SV Baris II am Dienstagabend im Tumult.

„So etwas habe ich zum ersten Mal erlebt“, sagt Schiedsrichter Saliba Nergiz, der seit sechs Jahren pfeift. In der 70. Minute brach der 37-jährige Unparteiische das Spiel beim Stand von 2:1 ab. Der Grund: Er habe die Sicherheit der Spieler nicht gewährleisten können.

Was war geschehen? Kleinenknetens Kamil Regulski soll Baris-Spieler Mehmet Akbali an der Nase getroffen haben. Da sich dies im Rücken des Schiedsrichters zugetragen hatte, ließ Nergiz die Partie zunächst weiterlaufen. Als er den blutend am Boden liegenden Baris-Spieler sah, unterbrach er die Begegnung. Daraufhin wurde der bereits mit Gelb vorbelastete Baris-Mann Emin Mujaj laut. „Er schrie mich an und kritisierte mich“, schildert Nergiz, der Mujaj dann die Ampelkarte zeigte. „Emin ist völlig ausgeflippt“, beschrieb Kleinenknetens Trainer Karl-Heinz Bährens die Situation.

Unterdessen hatten der Schiedsrichter und die Trainer beider Mannschaften vereinbart, sowohl Akbali als auch Regulski vom Platz zu nehmen. Doch dieser Schuss ging nach hinten los.

Nergiz wollte das Spiel gerade wieder anpfeifen, als er sah, wie Mujaj hinter Regulski herrannte, der in ein Auto einsteigen wollte, das bereits mit laufendem Motor auf ihn wartete. Spieler beider Mannschaften sollen daraufhin ihren Teamkollegen hinterher geeilt sein. Das berichtete sowohl Kleinenknetens Trainer Bährens als auch Schiedsrichter Nergiz, der sagte: „Es war fast kein Spieler mehr auf dem Platz.“ Baris’ Co-Trainer Özkan Celik berichtete indes: „So ist das nicht passiert. Es ist keiner hinterher gerannt.“

Gleichwohl kam es an dem Auto zu einer Sachbeschädigung, die auch von der Polizei aufgenommen wurde. An dem Fahrzeug soll der Abdruck eines Stollenschuhs zu sehen sein. Die Polizei war mit drei Wagen vor Ort und nahm die Strafanzeige auf.

Staffelleiter Manfred Nolte sagte, dass nun das Sportgericht einen Verursacher für den Spielabbruch suchen werde. „Ich gehe davon aus, dass beide Mannschaften verloren haben.“

Kreisschiedsrichterobmann Harald Theile, zugleich Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, berichtete, dass es erst im September ein Treffen gegeben habe, bei dem es um Präventionsmaßnahmen im Falle von Gewalt auf Fußballplätzen ging. In Kleinenkneten habe es sich jedoch seiner Meinung nach um den situativen Ausraster eines Einzelnen und nicht um Gewalt auf Fußballplätzen gehandelt.

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