WILDESHAUSEN Nicht nur Bundestrainer Joachim Löw setzt auf junge, erfolgshungrige Spieler. Auch Jürgen Gaden, Trainer des VfL Wildeshausen, hat mit einer Mannschaft voller junger Wilder für Aufsehen gesorgt. Die Wildeshauser, im Durchschnitt gerade einmal 21,4 Jahre alt, holten sich in der vergangenen Saison die Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga. Nun wartet die Herausforderung Bezirksliga auf den VfL.

Euphorie mitnehmen

„Die Euphorie des Aufstiegs wollen wir mitnehmen und den Klassenerhalt erreichen“, gibt Jürgen Gade als Maxime aus. Die große Stärke seiner Mannschaft sei der Zusammenhalt, glaubt der VfL-Trainer: „Es gibt keine Grüppchenbildung. Jeder gehört dazu – ganz gleich, ob Toptorjäger oder Reservist.“

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Auch der Wildeshauser Kapitän Kai Meyer, mit 26 Jahren schon einer der Ältesten im Team, lobt die Gemeinschaft: „Viele Spieler kennen sich bereits lange. Außerhalb des Platzes stimmt die Harmonie.“ Er habe als Kapitän während der vergangenen Spielzeit nie schlichtend eingreifen müssen, berichtet Meyer.

Eine kritische Phase hatte die junge VfL-Mannschaft nach der Winterpause jedoch zu überstehen. Niederlagen gegen Konkurrent Berne und Achternmeer brachten die Meisterschaft kurzzeitig in Gefahr. „Da lief es spielerisch nicht mehr so gut. Natürlich war die Stimmung in der Mannschaft dann auch etwas schlechter“, erinnert sich Kai Meyer.

Für diese Schwächephase hat Jürgen Gade eine Erklärung: „Die Winterpause war zu lang. Wir mussten die ganze Zeit in der Halle trainieren. Es war schwer, Testspiele zu organisieren. Da geht irgendwann die Motivation verloren.“ Dass die Mannschaft sich wieder gefangen habe, zeige ihren starken Charakter.

116 Tore erzielt

Am Ende stand der VfL Wildeshausen mit 67 Punkten und dem beeindruckenden Torverhältnis von 116:39 an der Spitze der Kreisliga – vier Punkte vor dem Zweiten aus Berne. Im Schnitt traf der VfL 3,8 Mal pro Partie. Stürmer Kai Schmale wurde mit 30 Treffern sogar Torschützenkönig. Wird Trainer Jürgen Gade darauf angesprochen stellt er jedoch sofort wieder die Mannschaft in den Vordergrund: „Kai Schmale war nur so erfolgreich, weil die Mitspieler ihn gut bedient haben. Auch Sascha Görke konnte im Mittelfeld nur glänzen, weil andere ihm den Rücken freihielten.“

Die Defensive sei genauso wichtig wie die Offensive, lautet Gadens Leitspruch. Daher hat der Trainer, als er vor der Saison 2008/09 in Wildeshausen anfing, gleich die Viererabwehrkette eingeführt. Für die Mannschaft, die bis dahin klassisch mit Libero verteidigt hatte, eine große Umstellung: „Plötzlich sollten wir den Gegenspielern nicht mehr einfach hinterherlaufen. Das hatten wir aber davor viele Jahre so gemacht“, erinnert sich Außenverteidiger Kai Meyer.

Mittlerweile profitiert der VfL von seinem System – gerade gegen Gegner, die noch mit Libero agieren. „Das ist ein großer Vorteil. Wir können über die Außenverteidiger offensiv mehr Druck erzeugen und hinten die Außenbahnen dichtmachen“, erklärt Jürgen Gaden.

Noch keine Zugänge

Mit dieser Taktik will die junge Wildeshauser Mannschaft in der kommenden Saison auch in der Bezirksliga bestehen. Simon Kolhoff, Merlin Witt und Jannik Wallner werden den VfL wohl verlassen. Zugänge stehen bisher noch keine fest. Im Defensivbereich suche der Club aber noch nach Verstärkungen, sagt Gaden.

Der VfL-Trainer ist überzeugt, dass seine Mannschaft in der Bezirksliga mithalten kann. Auch Kapitän Kai Meyer geht optimistisch und mit Tatendrang in die am 1. Juli startende Vorbereitung: „Die Mannschaft freut sich jetzt schon auf das Derby gegen Ahlhorn und auf so reizvolle Gegner wie Esenshamm oder Heidkrug.“

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