Großenkneten 7500 Kilometer, 15 Tage, 11 Länder und einmal rund um die Ostsee, mit dem Auto. Klingt eigentlich ganz einfach. Das dachten auch Malte Alves und seine Freunde aus Großenkneten, als sie auf einer Firmenfahrt von einer Rallye erfuhren. Aus einer Laune heraus sagten sie zu: „Wir haben zusammen eigentlich immer schon verrückte Ideen gehabt, aber hier wussten wir wirklich nicht, worauf wir uns einlassen“, so Malte Alves.

Denn die Rallye hat es in sich. Der Baltic Sea Circle startet am 14. Juni in Hamburg. Geschwindigkeit spielt keine Rolle, die einzelnen Etappen sollen eher einem Abenteuer durch die Natur gleichen. Beim Start in Hamburg bekommen die Teams ein Roadbook: In diesem Buch sind Aufgaben aufgelistet, die während des Rundkursus erledigt werden müssen. Dies können Fotoaufträge an bestimmten Orten oder andere Sachen sein. Wir haben keine Ahnung, was uns erwartet“, fürchtet der 33-Jährige.

Vier Teams aus Kneten

Die neun Freunde treten mit vier Teams unter dem Namen „Kneten goes Baltic“ an. Als „Baltic Roadtrip“ fahren Christian Heß und Jens Klostermann mit einem Audi 100 , Baujahr 1991, gen Norden. „Das fliegende Lama“, das sind Lars Küther und Malte Alves. Ihr Gefährt ist ein Audi Quattro aus dem Jahre 1981. Zu dritt sind „Die Herren der Ringe“ unterwegs. Claus Coorssen, Karsten Oltmann und Torsten Rowold fahren mit einem Audi 100 in Rallyebeklebung um die Ostsee. Ebenfalls mit einem Audi 100, Baujahr 1991, gehen Heiner Meyer und Olaf Spille als „Road-runner“ am 14. Juni an den Start. Dass ihre Autos alle von der Marke Audi sind, „ ist eher Zufall“, sagt Malte Alves. Auch hier gibt die Rennleitung Vorgaben: Die Rallye-Schlitten müssen älter als 20 Jahre sein und dürfen in der Anschaffung nicht mehr als 2500 Euro gekostet haben.

Doch noch ein Aspekt ist besonders an dieser Rallye. Die Rennleitung bittet jedes Team um 750 Euro Spenden für ein wohltätiges Projekt. Die Hälfte aller gesammelten Spenden fließt in Projekte, die die Rennleitung in Hamburg ausgesucht hat. Für den Rest können die Empfänger selber ausgesucht werden. „Wir haben uns für das Kinderhospiz Löwenherz in Syke sowie für die Oldenburger und Wildeshauser Tafel entschieden. Während der Fahrt begleitet uns auch Löwe Maximilian, das Maskottchen vom Kinderhospiz.“

Ungeahnte Resonanz

Damit lösten die neun Kneter eine Welle aus. Das Charity-Projekt und ihre Rallyeteilnahme wurden im ganzen Landkreis bekannt. Heute haben sie eine Facebookseite mit über 250 „Gefällt-Mir-Angaben“, eine eigene Homepage, auf der man sofort das Spendenformular herunterladen kann, und ein eigenes Video über ihre Teilnahme. Das überrascht den 33-jährigen Malte Alves noch jeden Tag: „Damals war es nur eine verrückte Idee, was daraus geworden ist, ist der Wahnsinn. Ich mache schon jeden Tag früher Feierabend, damit ich Zeit für die Rallye-Vorbereitung habe. Mit so einem Echo haben wir niemals gerechnet, aber die große Spendenbereitschaft erfreut uns sehr.“

Charity-Party

Mögliche Sponsoren können einen Aufkleber auf die Autos bekommen, oder Fotos mit ihren Logos werden während der Fahrt zum Beispiel am Nordkap auf Facebook und der Internetseite der Jungs gezeigt. Über 30 Firmen und Personen haben schon gespendet. Um noch mehr Spenden zu werben, veranstalten die Abenteuerlustigen am 7. Juni eine Charity-Party auf dem Marktplatz in Großenkneten.

Während der Rallye können die daheimgebliebenen Freunde die Fahrt über das Internet verfolgen. Alves: „Wir versuchen während der Fahrt, einmal am Tag Bilder hochzuladen. Ich bin gespannt, ob wir heile zu Hause ankommen“, denn als sie sich entschieden haben mitzufahren, war sich keiner der Ausmaße des Abenteuers bewusst.


     www.kgb2014.de 
Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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