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HARPSTEDT 37 Pokale und Trophäen sowie 15 Medaillen umfasst die noch kleine Sammlung von Marcel Schiller. Es handelt sich nicht ausschließlich um persönliche Auszeichnungen, die im Zimmer des 14-jährigen Torhüters stehen, sondern es sind zu einem guten Teil Pokale, die er mit seiner Mannschaft, der SG DHI Harpstedt, gewonnen hat. „Aber der beste Spieler durfte sie mit nach Hause nehmen“, sagt Schiller und liefert damit die Erklärung dafür, weshalb sein Zimmer in Dünsen besser gefüllt ist als der Trophäenschrank manches Vereins.

Seit seinem sechsten Lebensjahr spielt Schiller bei der SG DHI. Was ihm speziell an der Position des Torwarts gefällt, weiß er schon lange: „Der Torwart dominiert. Er hat ein anderes Trikot an, fällt auf und gibt Befehle. Er hat das ganze Spiel vor sich“. Aller Vorraussicht nach wird Schiller seinem Klub nur noch eine weitere Saison erhalten bleiben. Zu groß ist die Verlockung, bei entsprechenden Angeboten zum VfL Wolfsburg oder zu Werder Bremen zu wechseln und unter Profibedingungen zu trainieren. „Das wäre ein großer, schwieriger Schritt“, weiß der Nachwuchs-Keeper, „aber auch eine Chance. Eher würde ich nach Wolfsburg gehen, weil die Nachwuchsarbeit einen besseren Ruf hat“.

Doch so weit ist es noch nicht. Sein C-Jugend-Trainer Andreas Kube ist überzeugt, dass Schiller „bei uns noch stärker werden wird“. Daher soll Marcel in der kommenden Spielzeit in der B1 weitere, wichtige Erfahrungen sammeln. Außerdem habe er noch fünf Jahre Jugendfußball vor sich, was bedeuten würde, dass er im Falle eines baldigen Wechsels ein völlig neues Umfeld vorfinden würde, und vier oder fünf Mal pro Woche weite Strecken zum Training auf sich nehmen müsste, so Kube. Dreimal pro Woche trainiert Schiller ohnehin schon. Denn zusätzlich zum Vereinstraining fährt er jeden Montag zusammen mit den Besten des Landkreises zum DFB-Stützpunkttraining nach Lehmden.

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Vom 27. bis 29. Juni wird Schiller mit den besten Spielern seines Jahrgangs an einem Auswahltraining in Barsinghausen teilnehmen. Als einziger Landkreis-Spieler wurde er vom Niedersächsischen Fußballverband (NFV) nominiert, und wird sich mit dem Nachwuchs aus Hannover, Braunschweig und Wolfsburg messen müssen. Schiller gibt sich optimistisch und selbstbewusst: „Ich glaube schon, dass ich gute Chancen habe.“ Nur wer die Sichter in Barsinghausen überzeugt, wird eine Einladung zum DFB-Auswahltraining in Kaiserau bei Duisburg erhalten.

Auch Trainer Kube zeigt sich zuversichtlich: „Er ist ehrgeizig und zeigt das notwendige Engagement, um bei den Besten bestehen zu können.“ Kube beschreibt seinen Schützling als selbstbewusst, gewissenhaft und konzentriert. „Sein Stellungsspiel ist überragend und ein gutes Spielverständnis hat er auch.“ Darüber hinaus hätte Schiller „gute Reflexe auf der Linie“ und sei „im Eins-gegen-Eins kaum zu schlagen“, so Kube. „Daher hat er sich diese Chance absolut verdient.“

„Ich möchte Fußballprofi werden“, sagt der 14-jährige Werder-Fan, „schon allein wegen der Atmosphäre in den Stadien“. Doch ein Idol hat er nicht. Nicht mehr, denn Timo Hildebrand hat ihn seit seinem Wechsel vom VfB Stuttgart nach Spanien enttäuscht. Dass Bundestrainer Joachim Löw Jens Lehmann für die EM nominiert hat, versteht Schiller nicht: „Der hat keine Praxis. Dann lieber Adler oder Neuer zur Nummer eins machen.“ Überhaupt glaubt er nicht, dass Deutschland über das Viertelfinale hinauskommt. „Metzelder ist außer Form, Neuville ist zu alt und Marin leider nicht dabei. Die EM gewinnt Spanien oder Portugal“, glaubt er.

Der Schüler einer achten Klasse des Gymnasiums Wildeshausen spricht mit seinen Freunden und Mitschülern bewusst wenig über seine fußballerischen Pläne. Seine spärliche Freizeit verbringt er gern vor dem Computer und erholt sich vom kräftezehrenden Fußballtraining.

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