Huntlosen 14 Junge Fußballtalente in schwarz-weißen Trainingsanzügen stehen auf dem Kunstrasenplatz in Huntlosen. Jeweils fünf Spieler stehen in zwei Kreisen, passen sich den Ball zu. Zwei Akteure stehen in der Mitte, versuchen einzugreifen, wollen selbst an den Ball kommen. Eine ganz normale Aufwärmübung.

„Wir haben nicht lange überlegt“, meint Jürgen Merz, 1. Vorsitzender des FC Huntlosen. Seit Montag ist sein Verein offizieller DFB-Stützpunkt. „Wir haben hier gute Möglichkeiten für das Training“, fügt Merz hinzu.

Nachhaltigkeit schaffen

Insgesamt trainieren nun rund 30 Nachwuchskicker immer montagabends zwischen 17 und 19 Uhr auf dem Gelände des FCH, das drei Plätze umfasst. Sie kommen aus dem Kreis Oldenburg-Land, Delmenhorst und auch aus dem Süden der Stadt Oldenburg. Neben Eingangssichtungen, die im Rahmen des Sparkassencups stattfinden, finden über die Stützpunkttrainer Jens Prawitt (U 12), Robert Heidtmann und Pierre Schwital (beide ab U 13) auch fortlaufend Sichtungen statt. „Immer wenn Spieler auffällige Leistungen bringen“, sagt Stützpunktkoordinator Alexander Reifschneider.

Er ist zufrieden mit dem neuen Stützpunkt in Huntlosen: Die Trainer hätten ihm bereits berichtet, dass die Gegebenheiten hervorragend seien, sagt er. Die Stützpunkte seien 2002 eingeführt worden. „Der DFB wollte die Talentförderung optimieren und Nachhaltigkeit schaffen.“ Der Kern des Programms: „Jedes Talent soll die Möglichkeit haben, gesichtet und gefördert zu werden“, erklärt der Koordinator. Das geschehe mit einem zusätzlichen Training pro Woche. Außerdem hätten die Nachwuchsfußballer so die Möglichkeit, sich für die Verbandsauswahl oder sogar die Nationalmannschaft zu qualifizieren.

Auch Amateurbereich stärken

Erster DFB-Infoabend in Huntlosen

Der erste Infoabend des DFB beim Stützpunkt Huntlosen, Bahnhofstraße, findet am kommenden Montag, 18. September, ab 17.30 Uhr statt.

„Dann stellen wir den Stützpunkt dar und zeigen exemplarisch vorgefertigte Trainingseinheiten“, erzählen die Stützpunkttrainer Robert Heidtmann und Pierre Schwital. Außerdem gebe es auch eine Auswertung, und die Anwendung werde erklärt.

Der Infoabend ist für Trainer aller Altersklassen vorgesehen und findet zweimal im Jahr statt. „Jeder kann etwas mitnehmen“, sagen die Coaches. Die Veranstaltung sei auch zur Weiterbildung geeignet. Außerdem seien auch Eltern zu dem rund eineinhalbstündigen Abend eingeladen.

Im Jahr 2011 sei der damalige Stützpunkt Ganderkesee mit dem Jahrgang 1998 Niedersachsenmeister geworden, gibt Trainer Schwital ein Beispiel. Damals sei auch Loic Schröder mit im Team gewesen: „Den haben wir bei einem Kreisligaspiel entdeckt“, erzählt er. „Er hat seinen Weg gemacht und es in die Niedersachsenauswahl geschafft.“ Anschließend sei er zum VfL Wolfsburg gekommen und habe in der Jugend-Nationalmannschaft gespielt.

„Das Förderprogramm hat den Hochleistungssport als Ziel – doch nicht jedes Talent kann in der ersten bis dritten Liga landen“, sagt Reifschneider. „Die Ausbildung stärkt auch die Amateurvereine in der Region.“ Das spiele auch eine große und wichtige Rolle, sagt er und überreicht Merz sowie dem Huntloser Jugend-Obmann Heiner Deye die offizielle Plakette.

„Gute Alternativheimat“

„Wir fördern Jugendliche von der U 12 bis zur U 15 – Jungen und Mädchen“, erklärt Schwital. So sei beispielsweise auch Ina Timmermann, die neben dem VfL Stenum mit Zweitspielrecht auch bei Werder Bremen aufläuft, im Kader. „Sie ist sehr vielversprechend“, meint Schwital. Und auch NFV-Kreisvorsitzender Erich Meenken freut sich über die neue Kooperation: „Es ist schön, dass die Verlagerung so reibungslos geklappt hat“, betont der Vorsitzende, der den „heißen Tipp gegeben“ hat. Huntlosen sei eine „gute Alternativheimat“.

Die Nachwuchskicker sind derweil fertig mit dem Aufwärmen – das Training in Huntlosen kann beginnen.

Aubameyang als Vorbild

Zwei von ihnen sind Mika Juretzka und Viola Schäfer. „Ich bin seit dem vergangenen Sommer beim Stützpunkttraining“, sagt der zwölfjährige Mika, der in der D-Jugend des FC Hude spielt. „Ich wurde gesichtet“, erzählt das Talent, das zuvor bereits in der NFV-Förderung war. „Ich spiele, seit ich fünf Jahre alt bin – meistens zentrales Mittelfeld“, sagt Mika, der Dortmund-Fan ist. „Mein Vorbild ist Aubameyang.“

Viola steht im Tor: „Ich spiele seit ungefähr sieben Jahren Fußball“, sagt die 13-Jährige. Ihr Heimatverein ist der Krusenbuscher SV. Seit diesem Sommer darf auch sie beim Stützpunkttraining mitmachen, zuvor war sie ebenfalls in der NFV-Auswahl. „Ich habe mit dem Fußball angefangen, weil meine große Schwester damit begonnen hat“, erzählt Viola. Die Nachwuchsspielerin hat gleich vier Vereine, denen sie die Daumen drückt: „Hoffenheim, Bayern, Dortmund und Werder“, lacht sie, während sie den Ball mit ihren Füßen jongliert.

Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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