Hundsmühlen /Oldenburg Lange Stäbe, ein bisschen wie Q-tips oder Riesenstreichhölzer, stochern nach rennenden Körpern, ein Hüne steht mitten im Getümmel und wirbelt an einer langen Schnur eine Kugel durch die Luft. Geduckt versucht derweil ein Läufer mit dem länglichen Spielball zum gegnerischen Stützpunkt zu sprinten. Als er von der Kugel getroffen wird, bremst er abrupt, geht in die Hocke. Über allem liegt das rhythmische Schlaggeräusch aus zwei Lautsprechern: Erst nach einer Zeitstrafe, die aus sieben Takten, ungefähr zehn Sekunden, besteht, darf er seinem Team wieder helfen.

Klingt für Neulinge unübersichtlich und ist es beim ersten Anschauen auch. Doch die Dynamik des Spiels, das sich „Jugger“ nennt, reißt selbst Regelunkundige schnell mit. Am Samstag und Sonntag, 23. und 24. März, haben die „Oldenburger Keiler“ das 4. Hallenturnier in der Halle am Querkanal ausgerichtet. Elf Teams gingen an den Start: Blutgrätsche (Lübeck), Hannover Living Undeads (Hannover), Fischkoppkrieger (Kiel), Torpedo Bääm! (Hamburg), Die Leere Menge (Greifswald), Lokomotive Black Ninja (Göttingen), ChaOS (Osnabrück), Cranium ex Machina (Hamburg), Nordische Sport Amateure (NSA, Flensburg) und die Gastgeber (Keiler, Oldenburg).
 Ist das nun Sport, Spiel oder gar Kampf? „Jugger ist eine Mischung aus Rugby und Fechten“, so beschreibt es Jakob Brauer, Vorsitzender der „Oldenburger Keiler“. Bei der Feldsportart spielen Fünf gegen Fünf. Das Ziel ist es, den Spielball ,Jugg‘ in das gegnerische Mal zu bringen. Pro Team gibt es nur einen Spieler, der den Ball aufnehmen darf, die anderen vier sind mit sogenannten Pompfen, gepolsterten Stäben, ausgestattet, mit denen sie bei Berührung dem Gegenspieler eine Zeitstrafe geben. Alle Spielgeräte, die im übrigen selbstgemacht sind, werden dick mit Schaumstoff verkleidet, um Verletzungen zu vermeiden. „Vor jedem Turnier werden alle Geräte gecheckt“, sagt Brauer. „Sicherheit wird bei uns groß geschrieben.“

Das zweitägige Turnier in der Halle am Querkanal lieferte dafür eine Bestätigung. Lediglich ein Spieler verdrehte sich in einer Partie das Knie.
 Woher kommt Jugger und wo wird es gespielt? Die Spielidee stammt aus dem Film „Die Jugger – Kampf der Besten“ aus dem Jahr 1989. Gegenüber dem martialischen Vorbild wurde es deutlich entschärft. Daher ist Jugger auch vom Landessportbund als Sport anerkannt.
 Wie ging das Turnier aus? Im Finale siegte „Die Leere Menge“ klar mit 3:0 Sätzen gegen „Lokomotive Black Ninja“. Die Oldenburger Keiler erwiesen sich als ausgezeichnete Gastgeber. Das Turnier war topp organisiert. Sportlich lief es diesmal nicht so toll. Am Ende landete das Team auf dem letzten Platz.
 Geht es mit Jugger in Hundsmühlen weiter? Auf jeden Fall, verspricht Jakob Brauer. 2020 werde es die 5. Auflage des Turniers geben.

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Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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