HUDE Spannender geht es nicht: Die Sporthalle der Sophie-Scholl-Gesamtschule in Wennigsen bei Hannover ist an diesem Sonnabend ab 15.30 Uhr Schauplatz eines überaus wichtigen Tischtennisspiels. Der TV Hude ist bei der TTSG Wennigsen zum Siegen verdammt – ansonsten steht der Oberliga-Abstieg fest. Nachdem der Aufsteiger vor einer Woche mit einem überraschenden 8:8 beim VfL Oker den vorzeitigen Abstieg verhindert hatte und die Relegation nun wieder vor Augen hat, kommt es nun zum Showdown.

Allerdings genügt nur ein Erfolg in Wennigsen nicht. Im Fernduell um den Relegationsplatz muss Eintracht Bledeln, das derzeit 12:30 Punkte aufweist, beim TSV Salzgitter (16 Uhr) verlieren, damit Hude (11:31) mit einem eigenen Sieg den direkten Gang in die Verbandsliga abwenden kann. Ein Remis würde dem Kontrahenten schon reichen, denn der TVH hat auch das deutlich schlechtere Spielverhältnis.

„Die nervliche Anspannung ist riesig“, sagt Hudes Marco Stüber. Das Oker-Spiel gebe aber „selbstverständlich Auftrieb. Durch das 8:8 ergibt sich plötzlich wieder eine Chance, mit der wir schon fast nicht mehr gerechnet hatten“, sagt die Nummer sechs des TVH. „Wir sind vom anderen Spiel abhängig. Darüber sollten wir aber nicht nachdenken, weil wir ohnehin nicht beeinflussen können, was in Salzgitter passiert.“

Die ganze Konzentration richtet der TV Hude auf die eigene Partie. Eine spezielle Vorbereitung auf das Herzschlagfinale habe es nicht gegeben: „Wir wollen versuchen, mit einer gewissen Lockerheit in die Partie reinzugehen, damit fahren wir sicher besser. Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen von der Bedeutung des Spiels“, sagt Stüber.

Während es für Hude um Alles oder Nichts geht, fällt für den Gegner definitiv der letzte Vorhang. Wennigsen ist Vorletzter und steht längst als Absteiger fest. „Zudem wird gemunkelt, dass viele Spieler den Verein verlassen wollen. Das macht sie unberechenbar – sie werden sicher alles geben, um sich mit einem Sieg zu verabschieden“, so Stüber.

Apropos Abschied: Das Spiel in Wennigsen könnte für Peter Graham das letzte im Huder Trikot sein. Der irische Nationalspieler wird den TVH wieder verlassen. Er zieht nach Frankreich, um dort sein Studium fortzusetzen. „Er hätte gerne in Hude weitergespielt, der Aufwand wäre dann aber noch größer als in dieser Serie – das hätte keinen Sinn gehabt“, so Stüber. Graham hat bereits einen neuen Verein gefunden und wird künftig in Lyon in der vierten Liga spielen. „Sollten wir aber die Relegation erreichen, würde er diese noch für Hude bestreiten“, hofft Stüber auf einen weiteren Einsatz des 20-Jährigen aus Belfast.

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