Hude Den „Kavalier der Lüfte” suchten am Freitagabend rund 60 Piloten und Freunde des Luftsports. Dr. Peter Krupp, Mitglied im Verleihungsausschuss begrüßte in Burgdorfs Hotel & Restaurant in Hude die Gäste dieser jährlichen Veranstaltung. Im Mittelpunkt des Luftsporttreffens 2017 stand die Verleihung des begehrten Wanderpreises „Kavalier der Lüfte“. Dieser Preis wurde im Jahr 1967 vom legendären Huder Kunstflieger Gerd Achgelis (* 16. Juli 1908 in Golzwarden; † 18. Mai 1991 in Hude) gestiftet.

Bürgermeister-Sohn Pilot

Als Ehrengast weilte auch Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew unter den begeisterten Fliegern. Er selbst hat ebenfalls eine besondere Nähe zur Luftfahrt: Sein Sohn Jonas absolvierte bei der Lufthansa erfolgreich die Ausbildung zum Nachwuchsflugzeugführer. Hart ins Gericht dagegen ging der Bürgermeister mit den zunehmenden Attacken mit Laserpointern gegen die Cockpitmitarbeiter. Völlig unverständlich sei ihm außerdem, wie es möglich sei, dass sich in Deutschland jedermann eine Flugdrohne zulegen könne und diese auch benutzen dürfe. „Hier wird ein neues unkontrollierbares Sicherheitsrisiko für den Luftverkehr billigend in Kauf genommen.“

Die Auszeichnung „Kavalier der Lüfte” ging in diesem Jahr an Joe Rimensberger aus der Schweiz. Der 85-Jährige fotografiert und filmt seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft Flugzeuge aus allen nur erdenklichen Perspektiven.

Rimensberger wurde 1932 in der Nähe von St. Gallen geboren und wuchs bei Lausanne auf. Als er als Junge dann immer wieder fasziniert den donnernden „Silbervögeln“ nachschaute, die von Zürich–Dübendorf aus im langen Endanflug auf Genf-Cointrin flogen, war ihm gewiss, dass Flugzeuge einmal einen Teil seines Lebens ausmachen würden. Das erfüllte sich schon bald darin, dass er zuerst mit der Voigtländer Kamera seines Vaters auf Schwarz-weiß-Rollfilm und später mit der 35 mm Kodak Retina Reflex alle vom Boden aus erreichbaren Flugzeuge ablichtete. So wurde Joe Motivjäger in Sachen Flugzeuge. 1981 machte er seine ersten Aufnahmen aus einem fliegenden Flugzeug heraus. Noch heute, inzwischen mit digitaler Kamera bewaffnet, frönt der 85-Jährige dieser Leidenschaft.

Bei Kodak gearbeitet

Nach dem Abitur stand am Anfang seines Berufslebens aber erst einmal die Aufgabe eines Theater- und Verlagsangestellten. Im Jahr 1956 wechselte Rimensberger dann zur Fotoindustrie (Kodak Schweiz), was ihm die Grundlagen für sein großes Hobby Flugzeugfotografie optimierte. Er verbrachte unzählige Stunden auf den Vorfeldern von Flugplätzen, um alles zu fotografieren, was sich in die Luft erheben konnte.

Dass Rimensberger am Freitag die Auszeichnung „Kavalier der Lüfte“ bekommen sollte, davon wusste dieser bis zur Preisverleihung nichts. Denn der Schweizer war eingeladen worden mit der Bitte, einen Bildvortrag anlässlich der Verleihung des Ehrenwanderpreises „Huder Mönch“ an einen „Kavalier der Lüfte“ zu halten. Dass er als 51. Kavalier der Lüfte nach Hause fliegen würde, ahnte er zu Beginn des Abends also noch nicht.

Die Mitglieder des Verleihungsausschusses erklärten: „Joe Rimensberger ist ein außerordentlich liebenswürdiger Mensch. Aber was ihn besonders als einen „Kavalier der Lüfte“ qualifiziert, ist seine Leidenschaft, mit der er kunstvoll Flugzeuge ins Bild setzt und das aus ganz ideellen Beweggründen.“

Preis 1967 gestiftet

1967 stiftete Gerd Achgelis den Wanderpreis „Huder Mönch“ für den „Kavalier der Lüfte“, der seither jährlich an Flieger, die ihre Verbundenheit mit dem Fliegen aus Leidenschaft bewiesen haben, verliehen wird. Erster „Kavalier der Lüfte” 1967 wurde Friedrich Jahn.

In Hoykenkamp, zwischen Ganderkesee und Delmenhorst, gründeten die beiden Pioniere der Luftfahrt, Heinrich Focke und Gerd Achgelis, 1937 die Focke-Achgelis-Werke. Sie hatten sich der Entwicklung eines Hubschraubers verschrieben, an der Focke schon seit dem Jahr 1932 gearbeitete. Achgelis, der nicht nur ein begnadeter Flugzeugbauingenieur, sondern auch ein brillanter Kunstflieger war, setzte sich Mitte der fünfziger Jahre für das „Fliegen aus Leidenschaft” ein.

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