Hude Torben Liebsch ist kaum zu fassen. Wenn der pfeilschnelle Stürmer des FC Hude einen Sprint anzieht, können die meisten Gegenspieler in der Fußball-Kreisliga nur noch hinterherschauen. In der Vorwoche bekam der TSV Ganderkesee die Geschwindigkeit und Abschlussstärke von Liebsch zu spüren. Der Knipser vom Dienst machte bei Hudes 5:1-Erfolg zwischen der 3. und 37. Minute gleich vier Tore. „Das war ein rundum gelungener Tag“, freut sich Liebsch später über seinen Viererpack.

Vier Treffer innerhalb von 34 Minuten sind im Fußball nirgendwo alltäglich. Eingerahmt vom Fabelsturm des TSV Ippener, Zana Ibrahim (20 Tore) und Hayri Sevimli (elf), hat sich Liebsch mit insgesamt zwölf Treffern auf Platz zwei der Torjägerliste vorgeschoben. Vor dem Duell an diesem Samstag (16 Uhr/Hans-Jürgen Beil Stadion) beim Ahlhorner SV steht er mit dem FC Hude auf dem ersten Tabellenplatz.

Dabei waren seine ersten beiden Treffer gegen Ganderkesee „eigentlich sehr glücklich. Ich habe einfach spekuliert. Der Ball ist mir vor die Füße gefallen – ich musste nur noch einschieben“, findet Liebsch unkomplizierte Worte dafür, was den meisten Fußballern in der Kreisliga nicht so spielend leicht gelingen würde. Spätestens bei seinem tollen Freistoß zum 3:0 und einer technisch anspruchsvollen Ballannahme inklusive Lupfer über den gegnerischen Torhüter zum 4:0 ließ sich aber klar erkennen, dass hier kein gewöhnlicher Bolzplatzkicker am Werk ist.

Liebsch beweist den richtigen Riecher. Und: „Es ist ein Vorteil, dass ich nicht gerade der Langsamste bin“, erklärt das Sprint-Ass mit einem Lächeln. Sympathisch macht den Stürmer, dass er – auch wenn er vorn drin oft die Hauptrolle spielt – seine Teamkameraden nicht als bloße Statisten sieht. „Erst dann, wenn die Mannschaft gut drauf ist, kann auch ich das ausnutzen. Ich brauche die Jungs und lasse mich von ihnen mitziehen“, teilt Liebsch bereitwillig die Bühne.

Apropos: Liebsch & Co. würden sich nach ihrem Abstieg aus der Bezirksliga bestimmt wünschen, dass der Abstecher in die Kreisliga nur ein kurzes Intermezzo bleibt und es bald wieder auf die große Bühne geht. „Wir müssen von Spiel zu Spiel denken“, bemüht Liebsch an dieser Stelle zwar eine beliebte Fußball-Phrase, stellt dennoch klar: „Die Bezirksliga ist unser Ziel, wir bleiben aber auf dem Boden und sind jetzt mitten in der Saison. Am Ende sehen wir dann, wo die Reise hingeht.“

Damit der Ausflug an die Tabellenspitze keine kurze Spritztour bleibt, wollen die Huder um Trainer Lars Möhlenbrock am Samstagnachmittag gegen Ahlhorn nachlegen. „Generell ist es wichtig, dass wir versuchen, ein schnelles Tor zu erzielen“, hat Liebsch den Reiseplan schon in die Sporttasche gepackt. Man dürfe aber „nicht nur offensiv auf das Tor spielen, sondern uns auch darauf konzentrieren, defensiv den Laden zusammenzuhalten“.

Die Huder könnten ihre Serie fortsetzen: 16 Punkte aus sechs Spielen stehen zu Buche, damit sind sie aktuell das erfolgreichste Team der Kreisliga. Und falls es einmal doch nicht so laufen sollte, hat die FCH-Elf immer noch ihren unfassbaren Liebsch.

Arne Jürgens Redakteur / Redaktion Westerstede
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