GROßENKNETEN Karl Gerlach lebt eigentlich in Balve im Sauerland. Doch um bei der 2. Deutschen Meisterschaft im Frauentragen seine Ehefrau Kerstin (38) über die Ziellinie zu tragen, war ihm kein Weg zu weit. „Wir wollten uns Bremen ansehen“, sagte der 42-jährige Mara­thonläufer, „da lag Großenkneten ja auf dem Weg“. Auch Jana (13) und Lisa (10) feuerten ihre Eltern an. Doch im Wassergraben verloren sie wertvolle Zeit und landeten am Sonnabend auf dem letzten Platz.

Insgesamt sechs Paare hatten sich diesmal für den skurrilen Wettbewerb angemeldet, den der Marktausschuss erneut veranstaltete. Nach drei Wertungsläufen war die Entscheidung gefallen: Boris Zoefelt (28) und Birte Feye (22) verteidigten ihren Titel. Am Ende betrug der Vorsprung vor den Zweitplatzierten Ingo Kreye und Simone Fudickar nur noch 8 Sekunden. „Dabei haben wir kaum trainiert“, gestand Landschaftsgärtner Zoefelt, als er vom Marktausschuss-Vorsitzenden Michael Krüger das Preisgeld von 300 Euro in bar entgegennahm.

Lautstark feuerten rund 150 Zuschauer die Matadoren an, als diese sich auf den 200 Meter langen Parcours machten. Die Organisatoren hatten die Strecke leicht modifiziert. Diesmal ging es schon früh durch den Wassergraben, den die Freiwillige Feuerwehr mit rund 10 000 Litern Wasser gefüllt hatte. Auf der Zielgeraden waren noch zwei Ochser und die Wippe zu überwinden. Da keine Frau unter 49 Kilo wiegen durfte, ging’s vor dem Start auf die Waage. Krüger packte „Leichtgewicht“ Feye einen Rucksack mit Karamellbonbons auf den Rücken.

Am Ende konnten die Herausforderer das Meisterpaar nicht vom Thron stoßen: Fudickar, die im Vorjahr mit Friedhelm Füllenbach angetreten war, landete erneut auf Platz 2. „Nächstes Jahr will ich gewinnen“, betonte sie, als Feye/Zoefelt ihre Titelverteidigung 2011 ankündigten. Andris Baumanis und Julia Fanslau kassierten für Platz 3 noch 100 Euro. Der Kneter Ludwig Behr trug seine Studienkollegin Wiebke Reichel aus Lübeck auf Platz 4. Sie wurde anschließend in Bier aufgewogen. Für Stephan und Janina Schröder, die eigens aus Hamburg angereist waren, blieb Platz 5. Trotz der guten Stimmung zeigten sie sich enttäuscht, dass nur sechs Paare am Start waren.

Zu später Stunde kam am Abend die Party im Festzelt mit DJ Thomas Rabius in Schwung. „Es ging bis 5 Uhr früh“, hieß es. Allerdings fiel der Wettbewerb „Großenkneten sucht den Topstar“ mangels Beteiligung ins Wasser.

Ganz anders dagegen der Sonntag: Bei herrlichem Frühlingswetter flanierten Hunderte über den Markt. Ob Pferde- und Kleintiermarkt, Fahrt im Autoscooter oder Senioren-Nachmittag im Zelt: Gute Laune war angesagt. Zu Rundflügen mit dem Hubschrauber vom Typ „Eichhörnchen“ kamen mehr als 100 Passagiere.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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